(David Berger) Viel stärker noch als in den häufig sehr selektiv und nicht selten auch beschönigend berichtenden „Wir schaffen das“-Medien, spielt der alltägliche Terror in den Diskussionen sowohl im realen Leben als auch in den sozialen Netzwerken eine immer größere Rolle.

Dabei kommt auch immer wieder die Frage auf: Wie verhalten wir uns, wenn es uns trifft? Sollen wir Selbstverteidigungskurse belegen, Frauen nur noch in männlicher Begleitung auf die Straßen gehen, nächtliche Ausflüge ganz meiden? Und wenn es dann soweit ist: Lieber flüchten, klein beigeben, auf die Polizei warten? Oder zur Selbstverteidigung greifen? Und was ist erlaubt?

Derzeit macht ein Ereignis aus Sachsen in den sozialen Netzwerken die Runde. Einer der Betroffenen, Max Laonda aus Chemnitz, hat es öffentlich gemacht. Sein Post wurde mehr als 35 Tausend mal geteilt und noch öfter geliked. In etwa 12 Tausend Kommentaren bekommt Laonda zu 98 % Zuspruch, besonders oft von Frauen, die sich genau solch eine Reaktion wie von ihm am vergangenen Sonntag wünschen.

Lassen wir Max Laonda selbst zu Wort kommen*:

„Am letzten Sonntag Abend saßen meine Frau und ein befreundetes Paar zum gemütlichem Grillen in unserem Garten um den Sonntag ausklingen zu lassen. Aus dem nichts tauchte plötzlich der Mann auf dem Bild (Vorschaufoto) vor meinem Grundstück auf. Er war augenscheinlich aggressiv und auf Streit aus.

Nach mehrmaliger Aufforderung, in Englisch sowie auf deutsch, dass er doch bitte den Gartenverein verlassen solle, kam es, wozu es kommen musste: er wollte auf mein Grundstück. Als ich ihm deutlich machte, dass er das zu unterlassen habe wurde er noch aggressiver, zog sich Jacke und Pullover aus und ging auf mich los.

Nach kurzem Gefecht konnten wir ihn dann zu Boden bringen,fixieren und die Polizei informieren. Welche auch nach 45 Minuten eintraf.

Das weitere Prozedere wird dem einen oder anderen bekannt sein und auch die Beamten welche am Einsatzort ware, sagten klar,

…dass sie nix machen könnten als unsere Aussagen aufnehmen, aber ihm passiert sowieso nichts (…)

Warum poste ich das hier, wird sich der eine oder andere sicher fragen?

Nun ja, ich lebe nach dem Grundsatz:“Leben und Leben lassen“.

ABER wenn es um Schutz der Familie geht, dann stellen sich mir die Nackenhaare hoch. 

Ich: 196cm groß, knapp 100 kg schwer und wohl wissend, mich zu verteidigen, für mich ist das kein Problem. ABER was wäre wenn Frau und Kind allein gewesen wären oder schlimmer, wenn es nicht einer, sondern eine Gruppe mehrerer aggressiver Menschen gewesen wäre.

Eine 45-minütige Wartezeit auf die sowieso schon überlastete Polizei hätte uns in dem Fall dann auch zum Verhängnis werden können.

Ich hätte nie gedacht das ich einmal in solch Zwischenfall verwickelt werden würde, aber Fakt ist, und dass ist das traurige: Es kann inzwischen jedem immer und überall passieren.

Der Vorfall an sich war aufgrund unserer körperlichen Überlegenheit an sich mehr oder weniger harmlos, aber die Angst, die verständlicherweise jetzt in dem Kopf meiner Frau herrscht, ist alles andere als harmlos.

Gedanken wie: “ was ist wenn er wieder kommt, vielleicht bewaffnet. Oder was wenn er jetzt „Rache“ nehmen will und dann kommt doch die große Gruppe“ ? 

Das ist der Punkt an dem für mich jetzt eine Grenze überschritten wurde. Ich sage Danke!  Danke an Frau Merkel und die gesamte Regierung, welche an Unfähigkeit kaum zu übertreffen ist. Mich würde zu gern interessieren, ob die Damen und Herren auf ihrem Grundstück solch einen Vorfall geduldet hätten.

Wenn man nicht Mal mehr in einem Gartenverein seine Ruhe hat, dann frag ich mich, wo die Grenzen sind.

Aber eines ist Fakt, geht es um den Schutz der Familie müssen Grenzen gezogen werden!

(…) In diesem Sinne, hoffe ich, dass ihr nie in solch einen Fall verwickelt werdet und bitte passt auf euch auf! Versetzt euch in meine Lage und denkt darüber nach, wie ihr gehandelt hättet, wenn Frau, Kind und Freunde bedroht gewesen wären!

***

*Ich gebe hier bewusst nur den Bericht von Laonda wieder, der aus der Betroffenenperspektive berichtet. Damit steht er exemplarisch für ganz viele ähnliche Erfahrungsberichte, die mich fast täglich erreichen. Ich vertraue -auch aufgrund Hunderte ähnlicher Berichte – dabei zunächst darauf, dass die Polizei tatsächlich so reagiert und er Täter sich so verhalten hat, wie vom Betroffenen und seinen Angehörigen / Freunden beschrieben. Sollten sich Polizei oder Täter melden und das Vorgefallene anders sehen, werde ich nicht zögern, das hier als Update zu publizieren.