(David Berger) Was hatten wir uns gestern noch über London aufgeregt. Besonders ärgerlich war, dass spät am Abend durch Indiskretionen des Mossad auch noch ein Tätername auftauchte. Und all die Vorurteile von Islamkritikern und Rechtspopulisten bestätigte.

Ein seit Jahren bekannter radikaler Muslim, der dem Einzeltäter auf den Fotos, die die Presse einfach von dem Attentäter veröffentlicht hatte, auch noch ziemlich ähnlich sah. Der sollte aber eigentlich im Gefängnis sitzen und kann es daher gar nicht gewesen sein.

Heute wissen wir: Da wurde mal wieder mit Fakenews viel Wind gemacht, weil die Rechtspopulisten doch tatsächlich hofften, nun in diesem Wind ihre islamophoben Segel setzten zu können. Um so ihre Parteinschiffe richtig schön in Fahrt zu bringen.

Dumm gelaufen. Heute wissen wir nämlich schon mehr: Zum einen gab es nicht fünf Tote, sondern nur vier. Die Premierministerin Theresa May, die nicht nur optisch wie die attraktivere Schwester von Angela Merkel aussieht, sondern unserer großen Bundeskanzlerin auch sonst mental nahe stehen zu scheint, hat bekannt gegeben,

dass der Attentäter in Groß-Britannien geboren ist und einen britischen Pass sein eigen nennt. Außerdem stehe er dem „gewalttätigen Extremismus“ nahe.

Kein Wort vom Islam, liebe Islamophobe. Jetzt schaut ihr aber dumm aus der Wäsche! In England geboren, britischer Pass und Extremist? Das klingt doch viel eher nach einem Vertreter von Britain First! Auf Facebook gibt es schon erste Fotos, die das beweisen könnten

Außerdem sei – so May – seine Tat „krank und verkommen“. Krank? Bei uns in Deutschland nennt man so etwas einen psychisch gestörten Einzeltäter! Vielleicht sollte die Polizei in London ihre Arbeit machen und nach dem psychiatrischen Attest suchen, statt dauern irgend etwas von islamistischen Kreisen zu erzählen.

Und jetzt fangt bitte nicht damit an, dass der auf den Fotos von gestern präsentierte Täter schwarze Haare, verhältnismäßig dunkle Haut und einen Bart hat – seid ihr etwa auch noch rassistisch?

Auch dass der Terror zu Großstädten dazugehört, hat der Londoner Bürgermeister bereits einige Tage vor dem gestrigen Attentat gesagt. Auch da war die Hetze von Trump Jr. ein voller Griff ins braune Klo! Igitt, wenn ich schon den Namen höre, krieg ich die Krätze …

Die Isis bekennt sich zu dem Anschlag? Zum einen sollte man nicht Isis sagen, sondern Daesh. Mit dem Islam haben diese Fanatiker nämlich nun wirklich nichts zu tun. Aber typisch, dass ihr diesen Leuten mehr glaubt als unseren Politikern? Aluhütchen auf oder was?

Nicht der Islam ist das Problem, ihr Islamkritiiker seid es – Aber eure Reaktionen zeigen nur, dass wir jetzt unseren Kampf gegen rechts verstärken müssen. Manchmal denke ich schon jetzt, wenn ich morgens hier durch Berlin laufe: alles Nazis hier!

17 Kommentare

  1. Danke danke danke für diese Worte, die ich selbst nicht treffender hätte finden können. Wir leben in einer Zeit des andauernden Seiltanzaktes, in dem kunstvoll um die Wahrheit herumgetanzt wird. Der IS hat nichts mit dem Islam zu tun, so die Linken/Grünen. Nein, natürlich nicht, völlig abwegig, eine Organisation, die sich „Islamischer Staat“ nennt, etwas mit dem Islam zu tun hat. Das ist doch lachhaft. In erster Linie darf auch nicht über die Opfer gesprochen werden, sondern über die Täter. Der Ruhm, der ihnen zuteil wird, macht ihre Familien bestimmt stolz (siehe Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt). Als Angehöriger der Opfer würde ich doch die Welt nicht mehr verstehen, wenn es in den Medien nur um die Täter geht und ihre Motive, die ihre Gräueltaten noch irgendwie entschuldigen sollen. Es ist doch toll, wenn Zeitungen titeln „Stockholm rückt zusammen, der Täter ist gescheitert“. Achso, die Opfer sind also – beiläufig am Rande erwähnt – gar nicht wichtig? Ich persönlich sehe einen Massenmord nicht als „geschwiterten“ Versuch des Terrors, sondern als Sieg. Wir haben diesem Terror Tor und Tür geöffnet und müssen nun bagatellisieren, was er fordert?
    Das kann doch alles nicht mehr wahr sein.

  2. Für mich wird da zweierlei klar, wenn jetzt schon über 50-jährige Attentate verüben:
    1. scheinen den Islamisten die jüngeren Willigen auszugehen (einige haben ja doch Besseres zu tun)
    2. meinen offenbar gescheiterte (Klein)kriminelle noch einen Lebenssinn zu finden oder „Erlösung“, wenn sie sich im „Heiligen Krieg“ opfern, obwohl sie davon eigentlich keinerlei Schimmer haben.
    Eine Art letztes Aufgebot also. Wird mir hier zwar niemand zustimmen, aber ich denke, was uns wirklich weiterhilft ist: Luft ablassen.

  3. Wenn es nicht so zum Heulen wäre, würde ich, ob der gelungenen Satire vor Lachen auf dem Boden liegen.
    Aber so ist es nur noch zum Heulen!
    Was mich allerdings etwas tröstet ist, wenn ich mir die IS’ler vorstelle.
    Muss ja schon frustrierend sein, man erklärt dem Westen den Krieg, selbst R. Erdogan geht soweit aus der Defensive´, um genau das klar und deutlich zu artikulieren, man hinterlässt eine Spur von Toten und Verletzten und alle tun so als sei das alles ganz normal.
    Mag sein, dass mit so einem Verhalten die linken Terroristen vergangener Tage, die ja immer Wert auf Bekennerschreiben gelegt haben, hat frustrieren können, diese Terroristen sind anders.

  4. Derweil geht es in Antwerpen weiter. Dort wurde heute ein Fahrzeug mit frz. Kennzeichen daran gehinert in die Menge zu fahren. Natürlich war das nur ein Unglück und auch reiner Zufall, daß im Wagen ein Gewehr und Stichwaffen sowie ein Kanister mit unbekannter Flüssigkeit gefunden wurde. Sowas hat jeder mal dabei. Inzwischen ist bekannt, daß der Fahrer Franzose ist mit urfranzösischem Namen, den DIE WELT mit „Mohamed R.“ angibt. Sicher war er auf dem Weg zu seinem Psychologen.

    • Ne der hat die Waffen gefunden, die Flüssigkeit war Blutplasma (teurer als Gold) und er suchte nur das Fundbüro.
      Natürlich verzichtet er auf den Finderlohn und legt noch einen Kurs „Richtig schiesen mit der AK“ oben drauf. Das hat er im Pfadfinderlager gelernt wo er lieder gesungen hat und Möbel aus Bäumen gezimmert hat.

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