Paukenschlag vor Landtagswahl: CDU-Abgeordneter Thomas Diener wechselt zur AfD-Fraktion

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(David Berger) Wenige Monate vor der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern sorgt ein spektakulärer Seitenwechsel für politische Aufmerksamkeit: Der bisherige CDU-Landtagsabgeordnete Thomas Diener schließt sich der AfD-Fraktion im Schweriner Landtag an. Der Wechsel gilt als herber Rückschlag für die CDU und könnte den Wahlkampf im Nordosten zusätzlich beeinflussen.

Diener begründet seinen Schritt mit einer grundlegenden Entfremdung von seiner bisherigen Partei. Gegenüber der dpa erklärte er: „Früher gab es ein bürgerliches Lager.“ Heute vertrete die CDU teilweise Positionen der SPD, während die AfD in manchen Fragen Positionen einnehme, „die die CDU 1995 vertreten habe“. Zudem kritisierte er, die Union vernachlässige den ländlichen Raum – einst ihre Kernklientel – und habe sich mit ihren Grundsatzbeschlüssen „nach links und rechts eingemauert und politisch handlungsunfähig gemacht“.

AfD-Landeschef und Spitzenkandidat Enrico Schult begrüßte den Neuzugang ausdrücklich. Diener sei „fachlich und menschlich eine große Bereicherung für uns“, wird Schult zitiert.

Weil die AfD die Probleme der Bürger ernstnimmt

Der Übertritt dürfte auch über Mecklenburg-Vorpommern hinaus Beachtung finden. Er zeigt, dass die von der CDU propagierte „Brandmauer“ selbst in den eigenen Reihen zunehmend Risse bekommt – und das ausgerechnet wenige Wochen vor einer richtungsweisenden Landtagswahl.

Gerade in den „neuen Bundesländern“ verdankt die AfD ihren stündlich wachsenden Zuspruch vor allem dem Umstand, dass sie Probleme anspricht, die viele Bürger im politischen Betrieb lange ignoriert sahen. Sie wird immer öfter als die Kraft wahrgenommen, die politische Weichenstellungen der vergangenen Jahre rückgängig machen will, welche nach ihrer Auffassung erhebliche wirtschaftliche Schäden verursacht, gesellschaftliche Spannungen verschärft und die kulturelle Identität Deutschlands geschwächt haben.


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