Trump erklärt sich zum Sieger – doch der wahre Gewinner sitzt in Teheran

Die von US-Präsident Donald Trump als diplomatischer Erfolg gefeierte Einigung zwischen den USA und dem Iran scheibt weniger ein strategischer Durchbruch als vielmehr das Ergebnis eines Krieges, der die Region destabilisiert, das iranische Regime nicht geschwächt und neue Risiken für die Zukunft geschaffen hat. Ein Gastbeitrag von Prof. Alexander Dilger.

Es gab einen diplomatischen „Durchbruch: USA und Iran erzielen Einigung – Ölpreis fällt deutlich“. Doch Donald Trump hat mit seinem Krieg nichts Positives erreicht. Er feiert sich dafür, dass die Straße von Hormus wieder frei passierbar würde. Aber das war sie vor dem Krieg auch und weniger bedroht. Nun weiß das iranische Regime, über welches Machtmittel es verfügt, das es wieder einsetzen kann und wird, selbst wenn dies nur zum Abkassieren von Transitgebühren dienen sollte.

‚Israel und USA gr[iffen] Irans Führung erfolgreich an‘ am ersten Kriegstag, doch seither hat es keine Erfolge mehr gegeben. Die neue iranische Führung dürfte schlimmer sein als die alte. Das iranische Volk wird noch stärker unterdrückt als zuvor mit der massenhaften Ermordung eigener Bürger. Die arabischen Nachbarländer wurden angegriffen und schwer geschädigt. Auch Israel ist unsicherer statt sicherer geworden. Das iranische Atomprogramm wird nicht eingestellt, trotzdem werden die Sanktionen gelockert und wird dem Regime viel Geld bereitgestellt.

Donald Trump hat es verbockt und die Republikaner werden einen großen politischen Preis dafür bezahlen bei den Kongresswahlen im November. Er hätte diesen Krieg gar nicht anfangen dürfen oder sonst zu einem echten Erfolg führen müssen. Doch dazu ist er weder geistig noch moralisch in der Lage. Bei seiner Sprunghaftigkeit kann der Krieg auch jeden Tag wieder beginnen und hat der Deal eigentlich gar keinen Wert.

Erstveröffentlichung bei ALEXANDER DILGER.


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PP-Redaktion
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