Dr. Felix Wachter warnt in seinem profunden „Manifest für eine familienfreundliche Wende“ vor dem demographischen Niedergang Deutschlands und fordert eine Rückkehr zur klassischen Familie. Er kritisiert Migration, Genderpolitik, Abtreibung und moderne Rollenbilder und plädiert für eine konservative Familienpolitik mit steuerlicher Förderung kinderreicher Familien sowie einer stärkeren gesellschaftlichen Orientierung an christlichen Werten.
Deutschland erlebt seit vielen Jahren eine demographische Katastrophe. Eine Frau bekommt im Durchschnitt weitaus weniger wie zwei Kinder. Der Bestand unseres Volkes kann so nicht erhalten werden. Die Gesellschaft überaltert massiv. Gleichzeitig erleben wir seit vielen Jahrzehnten eine ungebremste Masseneinwanderung. Wir erleben einen Bevölkerungsaustausch. Insbesondere Menschen aus dem arabischen und afrikanischen Raum wandern in unsere Sozialsysteme ein. Gefördert durch den sogenannten Sozialstaat gründen sie bei uns Großfamilien. Einheimischen Familien wird dagegen das Leben schwer gemacht. Die geplante Abschaffung des Ehegattensplittings ist das jüngste Beispiel.
Ein Tod auf Raten
Die Tatsachen müssen offen benannt werden: Es wird eine Biopolitik gegen die einheimische Bevölkerung betrieben. Unser Land stirbt langsam und leise. Viele Deutsche bekommen es gar nicht mit oder sie verschließen ihre Augen davor. Linke Kreise freuen sich unverhohlen darüber. Antifa-Gruppen fordern offen den Volkstod. Die Jusos wollen die Ehe als angeblich patriarchisches Unterdrückungsinstrument ganz abschaffen. Als konservative und patriotische Kräfte sagen wir dagegen Ja zur Familie, wir sagen Ja zu Deutschland!
Unsere Uhr tickt. Wir müssen helfen, eine demographische Wende in unserem Land einzuleiten. Wir müssen die Familie aus dem Würgegriff linker und kinderfeindlicher Politik befreien.
Die Familie steht heute so unter Beschuss wie noch nie: Laut offiziellen Zahlen werden im Jahr 100.000 Abtreibungen vorgenommen. Die Dunkelziffer wird dabei noch weitaus höher liegen.
Man darf sich darüber hinaus nicht täuschen: Die Gender-Ideologie wird weiterhin auf Biegen und Brechen umgesetzt. Regenbogenfahnen sollen auf dem Reichstag wehen. Eine Symbolik, die kaum zu überschätzen ist und die zeigt, welchen Stellenwert Gender in der Mainstreampolitik hat.
Familie wird in diesem Zuge umgedeutet. Familie soll nicht mehr aus Vater, Mutter und Kind bestehen. Bereits kleine Kinder werden in ihrer Geschlechtsidentität verunsichert. Im Schulunterricht wird den Kindern Homosexualität nahegelegt. Durch die Indoktrination werden viele im Erwachsenenalter gar nicht mehr fähig sein, eine stabile Familie zu gründen. Papst Franziskus urteilte über die Gender-Ideologie zurecht: „Dämonisch!“
Wie wir die Familie retten
Diese katastrophale Politik müssen wir beenden. Durch eine gute Familienpolitik können wir helfen, wieder ein positives Bild der Familie zu vermitteln. Wir brauchen hier ein Umdenken, einen gesellschaftlichen Wandel. Für eine positive und konstruktive Familienpolitik sehe ich dabei folgende Maßnahmen als zentral an:
- Klares Bekenntnis zum Schutz des ungeborenen Lebens
Dem Übel der Abtreibung muss ein Riegel vorgeschoben werden. Die Abtreibung der einheimischen Bevölkerung zu forcieren und gleichzeitig die Überalterung der Gesellschaft durch Massenmigration bekämpfen zu wollen, ist absolut dekadent. Wir müssen die Kultur des Todes und der Selbstverneinung überwinden. Der Embryo ist kein „Schwangerschaftsgewebe“, wie es Linke in eiskalter Art behaupten. Der Embryo ist ein menschliches Wesen. Er unterliegt dem Schutz der Menschenwürde und darf nicht getötet werden. Genau so hat dies das Bundesverfassungsgericht auch festgestellt. Ein erster Schritt ist deshalb, die bestehende Gesetzeslage möglichst restriktiv auszulegen, damit Abtreibungen bestmöglich eingedämmt werden.
- Eine Pädagogik für beide Geschlechter
Das Erziehungsideal an Kindergärten und Schulen darf sich nicht ausschließlich an den Mädchen ausrichten, so wie es heute weitgehend der Fall ist. Beide Geschlechter müssen in ihrer Wesensart in die Erziehung miteinbezogen werden. Eigenschaften wie Mut und Durchsetzungsvermögen dürfen bei Jungen nicht mehr systematisch unterdrückt werden. Diese Tugenden sind stattdessen im gesunden Maß zu fördern. Zudem ist auch bei Heranwachsenden die Selbstbestimmung zu achten. Jungen dürfen nicht gegen ihren Willen verweiblicht und Mädchen nicht gegen ihren Willen vermännlicht werden. Die Erziehung muss sich an der natürlichen Neigung der Geschlechter orientieren. Abweichendes Geschlechterverhalten darf nicht zum Ideal hochstilisiert werden.
- Kindererziehung: Zurück zum Grundgesetz!
Die Kindererziehung ist nicht primär Aufgabe des Staates, sondern der Eltern. Und genau so sagt es unser Grundgesetz! Linke Pädagogen gehen heute jedoch davon aus, dass es eine verborgene frühkindliche Sexualität gibt, die durch staatliche Erziehung hervorgelockt werden soll. Ob oder in welcher Form es eine solche Sexualität tatsächlich gibt, ist dabei wissenschaftlich sehr fraglich. Unabhängig hiervon ist gerade der sensible Bereich der sexuellen Aufklärung wieder als Aufgabe an die Eltern zurückzugeben. Die Eltern kennen ihr Kind am besten und können hier die Aufklärung persönlichkeitsgerecht abstimmen. Die detaillierte Sexualaufklärung kann dagegen in den späteren Jahrgangsstufen an den Schulen stattfinden. Dabei sind Schamgrenzen der Schüler unbedingt zu achten. Sexkoffer und Sexspielzeug haben an Schulen grundsätzlich nichts verloren.
- Neutrale Geschlechterforschung statt Gender-Ideologie
Gender ist keine Wissenschaft. Deshalb ist Gender-„Forschung“ an den Universitäten vollumfänglich zu stoppen. Sicher ist es wissenschaftlich eine interessante Frage, wie sich Geschlechterverhältnisse über die Zeit entwickeln. Eine von ideologischen Scheuklappen geprägtes Studienfach wird hier allerdings nichts zur Aufklärung beitragen. Es ist völlig ausreichend, wenn sich die Studienfächer mit Geschlechterfragen auseinandersetzen, die dies traditionell getan haben (z.B. die Anthropologie). Neben der Gender-„Forschung“ ist auch die Gendersprache an den Universitäten zu untersagen. Es muss unterbunden werden, dass Einzelpersonen durch den ostentativen Gebrauch von Gendersprache ganze Seminarveranstaltungen vergiften. Die Wissenschaft ist nicht der Ort, politisch „Flagge zu zeigen“ oder ein ideologisches Klima der Angst zu schüren. Selbstverständlich sind auch Machtdemonstrationen wie das Hissen der Regenbogenfahne über Eingängen künftig zu unterlassen. Genderzeichen sind darüber hinaus kein Teil der deutschen Sprache. Ihre Verwendung in Seminar- und Abschlussarbeiten muss deshalb zukünftig als orthographischer Fehler mit einem entsprechenden Notenabzug gewertet werden.
- Gegen die Ächtung kinderreicher Familien
Familien mit mehr als zwei Kindern dürfen nicht mehr länger sozial ausgegrenzt oder in die Schmuddelecke gestellt werden. Es kann nicht sein, dass die Menschen nur noch für Karriere und Konsum leben sollen. Die kinderreiche Familie ist kein schräges Lebensmodell, das man im Namen der Toleranz gerade noch so akzeptieren kann. Sie ist im Gegenteil die Grundeinheit der Gesellschaft. In ihr lernen Kinder am besten Verantwortung für sich und andere zu übernehmen. Menschen aus kinderreichen Familien werden sich später in der Politik leichter tun, ihrem Land zu dienen und nicht egoistische Interessen zu verfolgen. Es ist ein absolutes Unding, dass heute die traditionelle Familie geschmäht wird, während gleichzeitig LGBT- und Patchwork-Verbindungen zum Ideal hochgejubelt werden. Dass es anders gehen kann, zeigen die Beispiele Ungarn und Russland. Beide Länder bekennen sich offen zur klassischen, kinderreichen Familie. Auch Deutschland kann diesen Weg wieder gehen.
- Die gewachsene Ordnung respektieren
Das klassische Modell, in dem der Vater Versorger und die Mutter für Haushalt und Kindererziehung zuständig ist, hat sich in allen Menschheitskulturen bewährt. Die heutigen „sozialen Experimente“ haben dagegen viel Leid und unglückliche Familien hervorgebracht. Es is völlig offensichtlich, dass die heutige Politik alles daran setzt, das klassische Versorger-Modell zu zerstören. Damit der Staat mehr Steuergeld zum Ausgeben hat, sollen „gefälligst“ alle Frauen arbeiten. Das kann aber nur funktionieren, wenn die Kinder nach marxistischer Manier in Kindertagesstätten aufwachsen. Dass das keine schöne Perspektive ist, ist für jeden ersichtlich. Mit einer solchen Politik werden uns Familiengründungen regelrecht abgewöhnt. Familien brauchen stattdessen steuerliche Erleichterungen. Das Ehegattensplitting muss demzufolge unbedingt beibehalten werden. Ergänzt werden kann es durch ein „Familiensplitting“, so wie es die AfD vorschlägt. Durch die damit verbundenen Steuererleichterungen ist ein Alleinverdiener-Modell leichter möglich und es würden zusätzliche Anreize für kinderreiche Familien geschaffen.
- Politik und Neuevangelisierung müssen sich gegenseitig unterstützen
Ich bin überzeugt, dass diese Maßnahmen einen entscheidenden Beitrag für eine familienfreundliche Wende leisten würden. Freilich kann die Politik nur einen Anstoß zu dieser Wende geben. Denn die tiefste Ursache für unseren demographischen Winter ist die Religionslosigkeit. Alle Untersuchungen belegen es: Wo Religion ist, da ist auch der Kindersegen. Schon Platon wusste: Im Kinderwunsch drückt sich die Sehnsucht nach Unsterblichkeit aus. Wer Kinder zeugt, stellt sich dem Schöpfungsplan Gottes zur Verfügung. Religion und Familie sind so zutiefst verbunden. Wir brauchen also zuallererst eine Neuevangelisierung. Die Politik kann diese unterstützen, indem sie schädliche Einflüsse abwehrt und ihre Wertschätzung für die natürliche Familie deutlich macht.
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Zum Autor: Felix Wachter wurde 1987 in Prien am Chiemsee geboren. Er studierte Philosophie mit den Forschungsschwerpunkten Erkenntnistheorie, Religionsphilosophie und Ethik in München. Anschließend erfolgte die Promotion im Bereich politischer Philosophie in Eichstätt. Felix Wachter ist wohnhaft in Ingolstadt und ist für die AfD als Fachreferent und Kommunalpolitiker tätig. Darüber hinaus engagiert er sich im Verein Europa Aeterna für die Verbreitung der christlichen Sozialethik sowie für eine vertiefte Erkenntnis klassisch-abendländischer Politikphilosophie.
Gerade ist sein neues Buch erschienen: Philosophie der Einheit. Die staatsphilosophischen Grundlagen von Platons Nomoi und ihre Aktualität
Platons Nomoi, sein ausführlichstes, in Dialogform verfasstes Werk über die Gesetzgebung und den idealen Staat, steht am Anfang aller abendländischen staatstheoretischen Überlegungen. Bis heute wird um die adäquate Verfasstheit und Zielsetzung eines Staatsgebildes in allen politischen Lagern des modernen Rechtsstaats lebhaft gerungen. Felix Wachter geht in seiner Dissertation in historischen Rückblenden den großen Fragen der Staatstheorie nach, wobei er Platons philosophisch-politische Grundgedanken in einem ideengeschichtlichen Kontext und in ihrer bleibenden Aktualität aufzeigt (Wachter, Felix: Philosophie der Einheit. Die staatsphilosophischen Grundlagen von Platons Nomoi und ihre Aktualität
2025, 345 S., Gb., Verlag: Oxalis, ISBN-10: 3903000299 ISBN-13: 9783903000292, 26,00 €, hier bestellen).
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