Mittwoch, 5. Oktober 2022

Proteste nach Tod einer Iranerin: ZDF für Kopftuchzwang

(David Berger) Auf seiner Facebookseite verunglimpft das ZDF jede Kritik am Islam, ja selbst an dem Tod der Iranierin Mahsa Amini, die das Kopftuch nicht korrekt getragen haben soll und danach von der Polizei totgeprügelt wurde, als Rassismus. So zeigt sich der Staatsfunk einem mörderischen Regime stärker verbunden als den unterdrückten, vergewaltigten und ermordeten Frauen.

Die Situation im Iran verschärft sich stündlich. Nach dem Tod von Mahsa Amini, die zuvor von der Polizei ins Koma geprügelt worden war, weil einige Haare unter ihrem Kopftuch in der Öffentlichkeit sichtbar gewesen sein sollen, eskaliert nun die Situation:

Mutige Frauen verbrennen bei den Demonstrationen im Iran ihre Kopftücher. (Foto © Screenshot YT). Nachdem der Justizchef eine hartes Vorgehen der „Revolutionsgarden“ gegen die „Staatsfeinde“ angeordnet hat, wurden bereits 17 Demonstranten erschossen. Wohlwissend um die Macht der Information wurde das Internet weitgehend abgeschaltet, Telegram, Whatsapp und andere soziale Netzwerke sind nicht mehr erreichbar, sodass eine Organisation der Proteste immer schwieriger wird. In Deutschland, wo man seit Jahren seine Energie auf die genderideologisch korrekte Ausdrucksweise verwendet, fragen sich inzwischen viele Menschen, wo nun der deutsche Feminismus bleibt:

Mir scheint, dass dieser längst vom neuen Hijab-Feminismus aufgeschluckt wurde. Dieser bestimmt zunehmend den Mainstream:

Sind Kopftuch-Kritiker Rassisten?

Wie weit diese Entwicklung bzw. die Islamisierung in Deutschland in gewissen Kreisen bereits fortgeschritten ist, zeigt die Tatsache, dass das mit Zwangsgebühren finanzierte ZDF die Chuzpe besitzt, die Täter zu Opfern zu machen und den Kopftuchkritikern in diesem Zusammenhang tatsächlich Rassismus vorzuwerfen. Selbst die sonst eher regierungskonforme BZ muss gestehen: „ZDF wirft Kopftuch-Kritikern Rassismus vor“ .

Was war genau geschehen? Unter einem Facebook-Beitrag „der ZDF-Sendung „ZDF heute“ zum Tod Aminis kommentierte ein Nutzer den Fall. Er äußerte Kritik am Kopftuch: „Und bei uns behaupten die Woken, Kopftuch und Burka wären ein Zeichen für Freiheit. So kann man sich irren!“.

Das ZDF, das sich sogar im Kommentarteil seiner Facebookseite als eine staatlichen Anstalt des betreuten Denkens und der Volkserziehung zu verstehen scheint, daraufhin:  „Bei dem Vorfall handelt es sich um den Tod einer Frau in Polizeigewahrsam, dessen Umstände noch nicht aufgeklärt sind. Der Vorwurf von Polizeigewalt steht jedoch im Raum. Ihre Festnahme erfolgte unter den entsprechenden Gesetzen im Iran, die Sie berechtigterweise kritisieren.“

Kritik am Kopftuchzwang reproduziert antimuslimischen Rassismus

Die Festnahme Mahsa Aminis entsprach also den lokalen Kopftuch-Gesetzen der Mullahs, so das ZDF. Immerhin: Das könne man laut dem öffentlich-rechtlichen Sender „berechtigterweise kritisieren“.

Aber das ZDF geht noch weiter, verteidigt das Kopftuch – wirft dem Nutzer Rassismus vor: „Ihre Kritik an den Gesetzen im Iran jedoch generell auf das Tragen eines Kopftuchs zu übertragen verlässt den hier besprochenen Kontext, diffamiert Kopftuchtragende und reproduziert antimuslimischen Rassismus.“

Der „besprochene Kontext“ ist im Fall von Amini der Tod einer jungen Frau, die ihr aufgezwungenes Kopftuch nicht „richtig“ getragen hat. Aber für das ZDF ist eine berechtigte Kritik am Kopftuch in diesem Zusammenhang eine „Diffamierung von Kopftuchtragenden“, die „antimuslimischen Rassismus reproduziert“.“ (Quelle)

ZDF mit Scharia-Logik

Das ZDF fällt so nicht nur den Aktivisten im Iran, die derzeit dort unter Lebensgefahr für die Menschenrechte kämpfen, in den Rücken. Es verspottet auf diese Weise mit einer Opfer-Täter-Umkehr auch perfide die getötete junge Frau. In seiner Argumentation erinnern die ZDF-Aussagen an die Logik der Scharia, nach der eine vergewaltigte Frau die eigentlich Schuldige ist und gesteinigt werden muss.

Zum anderen verunglimpft der Sender so jede Islamkritik als Rassismus. Eine Argumentation, die so lange sie sich in linksgrünen Kreisen hält, so unsinnig ist: Der Islam ist eine Religion, gegebenfalls eine politische Ideologie – aber eines ganz sicher nicht: eine Rasse. Ginge es hier um einen Rassenkonflikt, wäre es ziemlich unlogisch, dass in Afrika schwarze Islamisten systematisch schwarze Christen töten, dass arabische Islamisten dafür gesorgt haben, dass die arabischen Christen immer mehr aus dem Orient verschwinden, flüchten müssen oder getötet und ihre Gotteshäuser zerstört werden.

Und noch eines: „Diese Religion und der Koran schreiben auch nicht zwingend Frauen das Kopftuch vor, sondern das tun islamistische Regime, denen sich das ZDF offensichtlich stärker verbunden fühlt als den unterdrückten Frauen.“ (Quelle)

Das ZDF fällt seit Jahren durch solch skandalöse, menschenverachtende Aussagen und Zeichensetzungen auf. So etwa schon im Jahr 2019 der Aline Abboud-Skandal.

Selbst liberale Muslime wie Berliner Imamin Seyran Ates sehen – und sie müssen dafür ebenfalls um ihr Leben fürchten – in der Argumentation des ZDF ein „Ausmaß an Frauenfeindlichkeit, wie ich es mir in Deutschland nicht mehr vorgestellt hätte … Der einzige Grund, warum diese Frau sterben musste ist, dass sie kein Kopftuch tragen wollte. Die Antwort ist ein riesiger Skandal voller Menschenverachtung.“

„Daoud, komme ich auch hier ins Gefängnis?“

Viele meiner Bekannten, die aus der islamischen Welt, in der ihnen der Tod drohte, nach Deutschland geflohen sind, sehen das so ähnlich: Sie fühlen sich nun von dem Land verraten, in dem sie einst Asyl und Schutz vor ihren islamistischen Henkern suchten.

Ein guter Freund, einst zum Iman im Iran ausgebildet und vor vielen Jahren aufgrund seiner homosexuellen Veranlagung nach Bulgarien und dann nach Deutschland geflohen, heute morgen zu mir am Telefon: „Daoud, wie lange wird es noch dauern, bis ich hier wegen Rassismus ins Gefängnis muss?“ Wir beide wissen, was er bereits in seinen jungen Jahren an Demütigungen, physischer und psychischer Gewalt durchgemacht hat. Und wir haben am Telefon geweint …

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David Berger
David Bergerhttps://philosophia-perennis.com/
David Berger (Jg. 1968) war nach Promotion (Dr. phil.) und Habilitation (Dr. theol.) viele Jahre Professor im Vatikan. 2010 Outing: Es erscheint das zum Besteller werdende Buch "Der heilige Schein". Anschließend zwei Jahre Chefredakteur eines Gay-Magazins, Rauswurf wegen zu offener Islamkritik. Seit 2016 Blogger (philosophia-perennis) und freier Journalist (u.a. für die Die Zeit, Junge Freiheit, The European). Seine Bibliographie wissenschaftlicher Schriften umfasst ca. 1.000 Titel.

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