(David Berger) Bei einem blutigen Terroranschlag auf eine katholische Kirche in Nigeria sind zahlreiche Gläubige getötet worden. NBC-News geht von mehr als 50 Todesopfern aus. Die „Tagesschau“ spricht davon, dass die Hintergründe des Vorfalls noch unklar seien.

Mit Waffen und Sprengstoff überfiel am Pfingstsonntag Morgen eine Gruppe von Angreifern eine Messfeier zum Hochfest in der nigerianischen Stadt Owo (Bundesstaat Ondo im Südwesten Nigerias). Dabei wurden nach Angaben der Behörden zahlreiche Menschen getötet und verletzt. Genaue Zahlen liegen noch nicht vor.

Bei dem Ort des Angriffs handelt es sich um die römisch-katholische St. Franziskus-Kirche in Owo. Die Täter konnten entkommen.

Gläubige liegen in Blutlachen

Nigeria ist seit vielen Jahren für eine immer weiter um sich greifende blutige Verfolgung der Christen durch fanatische Muslime bekannt. Die Dschihadisten arbeiten hier eng mit anderen kriminellen Banden zusammen.

„Voice of America“ sprach mit dem Abgeordneten Ogunmolasuyi Oluwole: die Angreifer hätten die katholische Kirche St. Francis im Bundesstaat Ondo angegriffen, als sich die Gläubigen am Pfingstsonntag versammelt hatten. Unter den Toten sind viele Kinder, sagte er. Adelegbe Timileyin, der die Region Owo im nigerianischen Unterhaus vertritt, ergänzte, dass auch der den Gottesdienst zelebrierende Priester unter den Todesopfern sei.

Die Behörden haben noch keine offizielle Zahl der Todesopfer bekanntgegeben. Timileyin sagte, es seien mindestens 50 Menschen getötet worden, obwohl andere die Zahl höher ansetzten. Auf Videos, die vom Ort des Anschlags zu stammen, sind Gläubige zu sehen, die in Blutlachen liegen, während die Menschen um sie herum weinen.“

„Tagesschau“: „Hintergründe noch unklar“

Die „Tagesschau“ spricht wieder einmal davon, dass die „Hintergründe noch unklar sind“. Zur Begründung führt sie dabei an, dass es zwar in Nigeria tatsächliche dschihadistische Angriffe auf Christen gebe, bislang aber an diesem Ort noch kein derartiger Anschlag stattgefunden habe. Schließlich sei der Süden Nigerias vor allem christlich geprägt, während die Muslime im Norden lebten. Auf die Idee, dass sich dschihadistische Anschläge daher – nachdem der Norden bereits komplett islamisiert ist – gerade im Süden anbieten, kommt die „Tagesschau“ freilich nicht.

Papst Franziskus zeigte sich über die große Zahl der Opfer entsetzt und versprach „für die Opfer und das Land“ zu beten. Politiker Nigerias verurteilten den Anschlag als „abscheuliche Ermordung von Gläubigen“, als einen „gemeinen und satanischen Angriff“.

Jagd auf Christen eine „Art Volkssport“ in Nigeria

Marco Gallina kommentiert auf Tichys Einblick heute den Vorfall: „Nigeria besteht aus einem muslimischen Norden und einem christlichen Süden. Seit Jahren ist die Jagd auf Christen im Norden des Landes zu einer Art Volkssport geworden. Abspaltungen von Boko Haram treiben hier ihr Unwesen, entführen oder töten christliche Gruppe. Berüchtigt sind die Milizen der Fulbe bzw. Fulani, die laut Aussage Professor Obiora Ike, einem Menschenrechtsaktivist und katholischen Monsignore, einen Genozid gegen die christliche Bevölkerung verüben. Gegenüber der christlichen Menschenrechtsorganisation Christian Solidarity International (CSI) sagt er, dass Christen in Nigeria „systematisch enteignet und permanenter Verfolgung“ ausgesetzt seien.

Mehr als 30.000 seien im letzten Jahrzehnt getötet worden. „Viele weitere wurden entführt, misshandelt oder aus ihren Häusern vertrieben. Inzwischen gibt es in Nigeria über zwei Millionen Vertriebene …

Unrühmliche Rolle der USA

Eine unrühmliche Rolle spielen die USA in dem Konflikt. Aus geopolitischen Erwägungen wird der Konflikt runtergespielt. Nigeria wurde trotz der mörderischen Säuberungsaktionen im Norden des Landes von der Liste der Länder gestrichen, in der religiöse Verfolgung besteht (CPC). Erst vor wenigen Tagen, am 24. Mai, hat CSI deswegen den US-amerikanischen Außenminister Anthony Blinken dazu aufgefordert, die Afrika-Politik seines Staates zu ändern. Zum Anlass nahm CSI-Präsident John Eibner den Fall Yakubu. „In Afrika stellt sich die Frage, ob die Vereinigten Staaten weiterhin mit autoritären Regimen, korrupten Eliten und deren islamischen Netzwerken zusammenarbeiten wollen. Oder ob die USA die Förderung von Demokratie, Menschenrechten und Religionsfreiheit tatsächlich ernst nehmen“, sagte Eibner.

Die Streichung Nigerias von der CPC-Liste signalisiere Tätern und Opfern, dass religiös-ideologisch motivierte Verbrechen, insbesondere durch islamistische Netzwerke, kaum Relevanz für das US-Außenministerium hätten. Die Folge sei eine Zunahme der religiösen Verfolgung. Schon 2020 warnte CSI vor einem Völkermord in Nigeria. Die Tötung von Christen habe seitdem in Nigeria aber eher zugenommen.“

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