(David Berger) Dünn ist die Decke der Zivilisation. Und in Krisenzeiten wie der Corona-Krise und nun dem Ukraine-Konflikt zeigen viele Menschen ihr wahres Gesicht. Aber auch Facebook beweist nun, was von seinen Richtlinien gegen Hassrede und Diskriminierung zu halten ist. Sogar gegen Putin-Mordaufrufe hat man dort, wo man sonst schon Wetterberichte wegen Verdacht auf Hassrede zensierte, nichts mehr einzuwenden.

Reuters gilt auch nach seinem Umzug nach New York als größte Nachrichtenagentur der Welt. Heute Morgen macht dort eine Pressemeldung die Runde, die man kaum glauben mag: In einer Nachricht gibt Reuters bekannt, dass Facebook und Instagram ihren Nutzern in vielen Ländern gestatten, zu Gewalt gegen Russen und russische Soldaten aufzurufen.

Gerechtfertigt wird dies im Zusammenhang mit der Invasion in der Ukraine. Dies gehe aus internen E-Mails an „Inhaltsmoderatoren“ (Zensoren) hervor, die man gestern einsehen konnte, so Reuters.

Mordaufrufe an Putin und Lukaschenko gern gesehen

Aber es geht noch weiter: Das immer mehr zum asozialen Netzwerk werdende Unternehmen möchte vorübergehend auch Posts zulassen, die zum Mord an dem russischen Präsidenten Wladimir Putin oder des weißrussischen Präsidenten Alexander Lukaschenko aufrufen.

„Als Folge der russischen Invasion in der Ukraine haben wir vorübergehend Formen der politischen Meinungsäußerung zugelassen, die normalerweise gegen unsere Regeln verstoßen würden, wie z. B. gewalttätige Äußerungen wie ‚Tod den russischen Invasoren‘. Glaubwürdige Aufrufe zur Gewalt gegen russische Zivilisten werden wir nach wie vor nicht zulassen“, so ein Meta-Sprecher in einer Erklärung gegenüber Reuters.

Auch Mordaufrufe gegen die genannten Staatsoberhäupter würden zugelassen, sofern sie nicht allzu konkret würden.

Die während Corona misshandelten dürfen jetzt auch mal jemand treten

Henning Rosenbusch weist darauf hin, dass Reuters, den Text, der zunächst über den „Ticker“ lief später noch einmal verändert hat:

(c) Henning Rosenbusch

Er zitiert zu den unglaublichen Enthüllungen Aldous Huxley: „Der sicherste Weg, einen Kreuzzug zugunsten einer guten Sache anzuzetteln, ist, den Leuten zu versprechen, dass sie die Möglichkeit haben, jemanden zu malträtieren. Mit gutem Gewissen zerstören zu können, sich schlecht benehmen zu können und sein schlechtes Verhalten ‚gerechte Empörung‘ zu nennen – das ist der Gipfel des psychologischen Luxus, der köstlichste aller moralischen Leckerbissen.“

Hier werde genau diese Gebrauchsanweisung in vollem Bewusstsein angewendet. Die Überschrift wurde einmal korrigiert: „Guter Hass. Gute Gewalt. Die Masken fallen. Der Faschismus wird aber trotzdem nicht sagen: „Ich bin der Faschismus…“

Und „Stahlfeder“ Michael Werner gegenüber PP: “ Die Gemeinschaftsstandards heißen für mich ab heute nur noch „Gemeinschaftsdoppelstandards“. Der Witz ist, dass es in Deutschland strafbar ist, zu Gewalt aufzurufen. Wenn Facebook solche Aufrufe stehenlässt, ist das ein Verstoß gegen das NetzDG und kann die Millionen kosten.“

Müsste man mal durchexerzieren.

Hass: Facebook spielt seit Jahren ganz üble Rolle

Ich gewinne zunehmend den Eindruck, dass die Ukrainekrise den westlichen Politikern gerade recht kommt: Für die katastrophalen Folgen ihres erbärmlichen Versagens in der Coronakrise haben sie nun Sündenböcke gefunden, an denen die Malträtierten ihre angestauten Aggressionen und ihre Wut, die sich eigentlich gegen die verantwortlichen coronafaschistoiden Politiker richten müsste, auslassen können.

Und ein angeblich soziales Netzwerk macht da mit? Die machen nicht nur dabei mit, sie sind seit Jahren bei dem perfiden Treiben der „neuen Normalität“ längst ganz vorne mit dabei! Jetzt fragt man sich nur noch, wann auf Twitter von den „Zensoren gegen Hass und Hetze“ zur große Treibjagt aufgerufen wird…

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