Die derzeit von der EZB verfolgten Strategien werden die Inflation weiter anheizen und vielleicht sogar zu einer Lohn-Preis-Spirale führen. Mit dem Mandat der EZB hat das nichts mehr zu tun, aber sie betrachtet sich mit Rückendeckung des EuGH als von diesem unabhängig. Ein Gastkommentar von Prof. Alexander Dilger.

Aktuell ist die „Inflation auf höchstem Stand seit 1993“ in Deutschland mit 4,5 Prozent und sie wird voraussichtlich noch auf über 5 Prozent steigen. Auch im gesamten Euro-Raum liegt die Inflationsrate mit 3,4 Prozent über dem neuen Verständnis der EZB von Preisstabilität, die sie nun bei genau 2,0 Prozent sieht (siehe ‚EZB erhöht Inflationsziel auf symmetrisch zwei Prozent‘).

Mehr Geld unter die Leute bringen

Doch sie behauptet immer noch, anders als die anderen großen Zentralbanken und die meisten Ökonomen, dass das nur auf vorübergehenden Sonderfaktoren beruhen würde und die Inflation nächstes Jahr wieder unter zwei Prozent sinkt. Also gießt sie noch Öl ins Feuer bzw. bringt weiter viel Geld unter die Leute trotz der stark steigenden Preise.

Die „EZB belässt Leitzins auf null Prozent“, wie sie heute beschlossen hat, und den Einlagezins bei minus 0,5 Prozent (nominal, real sind die Zinsen noch um die hohe Inflationsrate niedriger), während die Anleihenkäufe im großen Stil fortgesetzt werden, ebenfalls ohne Änderung zur letzten Sitzung (siehe ‚EZB prognostiziert zu hohe Inflation und kauft etwas weniger Anleihen‘).

Das wird die Inflation weiter anheizen und vielleicht sogar zu einer Lohn-Preis-Spirale führen. Mit dem Mandat der EZB hat das nichts mehr zu tun, aber sie betrachtet sich mit Rückendeckung des EuGH als von diesem unabhängig (siehe ‚Bundesverfassungsgericht urteilt gegen Willkür von EuGH und EZB‘).

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Der Beitrag erschien zuerst auf dem Blog von Alexander Dilger.

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