Würzburger Katholikentag: Regenbogen-Jahrmarkt linker Abartigkeiten

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(David Berger) Der Katholikentag in Würzburg 2026, der am kommenden Donnerstag startet, zeigt erneut, warum sich immer mehr Menschen, die katholisch bleiben oder werden wollen, von der Kirchensteuerkirche abwenden. Aus einer ursprünglich geistlich geprägten Veranstaltung ist eine Art Jahrmarkt linker Abartigkeiten für intellektuelle Masochisten geworden.

Man muss der modernen Kirchenkommunikation in Deutschland eines lassen: Sie versteht es meisterhaft, die Zeichen der Zeit zu lesen – notfalls auch verkehrt herum. Und so den Kairos, von dem der hl. Paulus sprach, meisterhaft zu verpassen.

Beim anstehenden Katholikentag in Würzburg 2026 darf der staunende Gläubige wieder einmal erleben, wie sich das in seinen Ursprüngen eher beschauliche Treffen katholischer Selbstvergewisserung in eine Art religiös-soziologisches Erlebnisfestival verwandelt hat. Früher sprach man über die Heilige Messe und Jugendwallfahrten. Heute offenbar über alles andere, was ein gleichgeschaltetes Publikum 60+ interessiert. Entsprechend auch die überbordende Peinlichkeit, mit der der als Antifa-Bischof bekannt gewordene Würzburger Oberhirte für das Event wirkt:

Alles andere als erbaulich ist dabei die kreative Vielfalt der sogenannten Kirchenmeile, die laut Veranstalter rund 10 Millionen Euro kosten soll. Dort, wo einst fromme Verbände Kuchen verkauften und Missionswerke Spenden sammelten, entfaltet sich nun das volle Panorama kirchlicher „Dialogfähigkeit“. Und weil die Kirche ja niemanden ausschließen möchte – außer diejenigen, die noch an eine klare Lehre glauben oder mit der AfD das Naturrecht und die Menschenrechte gegen den Posthumanismus hochhalten – darf man sich über immer neue Akzente freuen, die man früher vermutlich höflich als „unpassend“ bis blasphemisch bezeichnet hätte. Überspitzt ausgedrückt: Wo Nonnen einst Handarbeiten zugunsten der Mission verkauften, malen die ehrwürdigen Schwestern jetzt zusammen mit polyamourösen Transfrauen ihre Vulven …

„Klima: das größte Problem der Menschheit“

Einen Einblick in die Themen gibt NIUS: „Gespaltene Gesellschaft, geeinte Haltung – Als Christ:innen stabil bleiben in polarisierten Zeiten“, „Handys, Krieg und Elektroschrott – Vom Teufelskreis zur gerechteren Zukunft“, „Angst macht Meinung – Gefahr für Freiheit und Vielfalt“. Damit sind wahrscheinlich nicht Angst vor dem Klimawandel oder der Atomkraft gemeint, sondern reale Ängste vor sozialem Abstieg, Migrantenkriminalität und Deindustrialisierung.

Ein Thema lautet: „Warum reden wir nicht mehr übers Klima? – Wie das größte Problem der Menschheit aus der Debatte verschwand“ – und man dürfte nicht ganz falsch liegen, wenn Donald Trump dafür verantwortlich gemacht wird und nicht die politisch motivierten Worst-Case-Szenarien der Klima-Modellierungen. „Glaube, Heimat, Identität? – Wie rechte Ideologien christliche Motive vereinnahmen“ ist ein weiterer Punkt, der die Veranstalter umtreibt, denn Instrumentalisierung muss ein linkes Monopol bleiben.

In der Bibelwerkstatt wird die Heilige Schrift ebenfalls aus einem bestimmten Blickwinkel gelesen: „Bibel postkolonial gelesen – Beispiele für Leseperspektiven aus dem Globalen Süden“. „Gendersensible Sprache im Zweiten Testament – Über Gott sprechen jenseits traditioneller Rollenbilder“ sowie „Die Bibel als Empowermentbuch für queere Menschen“

Stand für katholische SM-Fetischisten

Der neueste Höhepunkt dieser Entwicklung ist ein Beitrag, der in der öffentlichen Wahrnehmung bereits besonders charmant als „SM-Stand“ Karriere macht. Die Gruppe beschreibt sich als „Christen aus verschiedenen Konfessionen, die sich mit Erotik und Sexualität insbesondere im Bereich sadomasochistischer Sexualpräferenzen beschäftigen“. Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen: Ein Katholikentag, einst Ort der eucharistischen Anbetung und des geistlichen Austauschs, präsentiert sich nun mit einer Offenheit, die offenbar nur noch eine Richtung kennt – nämlich nach außen und möglichst weit weg vom Altar und in die Abgründe der eher satanistisch anmutenden queeren SM-Szene. Man muss als Katholik schon an einem krankhaften Masochismus leiden, um das gutzuheißen.

Natürlich wird man sogleich beruhigt: Alles sei pluralistisch, offen, dialogisch. Die Kirche müsse schließlich „da sein, wo die Menschen sind“. Dass die Ortsbestimmung dann im Stil der Politikerblase äußerst weltfremd ausfällt, scheint nun geradezu selbstverständlich. So verwundert es auch nicht, dass sich dort Personen wie Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier unter dem bezeichnenden Motto „Wir sind die Demokratie“, der unbeliebteste Kanzler aller Zeiten, Bayerns Wurstpräsident Markus Söder, Bundesfamilien- und Bildungsministerin Karin Prien und Entwicklungsministerin Reem Alabali-Radovan (SPD), Ricarda Lang, Andrea Nahles, Bodo Ramelow und andere die Klinke in die Hand geben.

Nichts wie weg hier!

So schreitet die große kirchliche Transformation unaufhaltsam voran, die weiterhin die Gläubigen scharenweise aus der katholischen Kirche triebt: Aus einem Katholikentag wird ein religiös verbrämter Gesellschaftstag, den auch linksgedrehte NGOs veranstalten könnten. Aus der Glaubensverkündigung wird Themenvielfalt mit queerem Anstrich. Und aus der Frage nach dem Heil der Seelen wird die Frage nach der bestmöglichen Propaganda für kontroverse bis psychisch schädliche Lebensstile kleiner Randgruppen. Der Katholik reibt sich derweil die Augen, betet kurz ein stilles „Credo“ – und stellt nüchtern fest: Wenn alles katholisch ist, ist am Ende erstaunlich wenig katholisch geblieben. Und er „geht hinaus aus diesem Haus oder dieser Stadt und schüttelt den Staub von seinen Füßen“ (Mt 10,14).

Addendum: Glaube, Kirche, Moral, Glaubenstreue vernichten! – Horror-Karikatur der Kirche


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