(David Berger) Am 24. Juni gab mir Lisa Licentia ein ausführliches Interview, in dem sie über die katastrophale Spalterrolle, die die perfiden Aktionen aus dem Umfeld von Schnellroda, IB und Neonazis spielen, sprach. In ihrem neuesten Video spricht sie darüber, was danach alles geschah.

Kurz danach bekam sie mehrere Hassmails, Morddohungen, Fotos ihrer Kinder und ihre angebliche Adresse wurden im Netz veröffentlicht, ihr Twitter-Account wurde gehackt, um sie als durchgedrehte Aussteigerin aus ihrer rechtsextremen Sekte darzustellen.

Es wird nicht so weitergehen, wie bisher

Nun positioniert sie sich klar und verweigert dabei jede Einordnung in irgendeine der gängigen Schubladen. Und distanziert sich auch von ihrer Vergangenheit. Wie es nun mit Lisa weitergeht, bleibt spannend.

Eines aber scheint jetzt schon klar: Der Fall Lisa Licentia zeigt, wie sehr die Versuche rechtsextremer Kreise, die konservative Bewegung für sich zu vereinnahmen, Unfrieden und Hass bei denen zu schüren, die eigentlich gemeinsam gegen die Spaltung der Gesellschaft und die Gewalt, gegen Diskriminierung, für den gesellschaftlichen Frieden, für Demokratie und Rechtsstaat und gegen alle Extremismen kämpfen, uns allen schaden.

Das Problem ist nicht Lisa, weil sie nicht dabei zuschaut, wie Rechtstwitter indirekt zur Gewalt an ihr und ihren Kindern aufruft. Das Problem ist nicht eine junge Frau, die sich weigert zu den perversen Sadismusphantasien aus diesem Milieu stillschweigend und verschämt zu schweigen.

Das Problem sind extremistische Barbaren, denen jedes Maß und jede Ordnung, jeder menschliche Anstand, jede Empathie über dem Hineinsteigern in ihre ideologische Sezession verloren gegangen sind.

Martin Sellner und Co sind für die Konservativen Deutschlands und Österreichs eine größere Gefahr und ein schwerwiegenderes Problem als die Antifa.