(David Berger) Der Kölner Erzbischof Kardinal Rainer Maria Woelki hat Bildzeitung zum Weihnachtsfest ein großes Interview gegeben, in dem er auch aktuelle politische Frage aufgreift. Unter anderem warnt er vor einer Ersetzung des Christentums durch eine Art Klima-Religion und den Islam.

In dem ersten Teil des Interviews spricht der Kardinal in sehr überzeugender Weise über die jungfräuliche Geburt des Gottes Sohnes in Betlehem.

Warum sollte Gott, der die ganze Welt wunderbar erschaffen hat, nicht auch wunderbarer Weise in das historische Geschehen mit der Geburt seines ewigen Sohnes aus der Jungfrau Maria in der Zeit eingreifen können?

Gott selbst wird Mensch: Ein historischer Ereignis, vor dem nicht nur die christliche Welt staunend steht:

Weihnachten ist der Exportschlager des Christentums

„Das Faszinierende ist doch, dass Weihnachten DER Exportschlager des Christentums ist und weltweit Menschen unterschiedlichster Kulturen und Regionen verbindet. Es steht für die eine Frage, die nie alt oder langweilig wird, nach unserem Ursprung. Woher komme ich, was wird aus mir. Welche Zukunft habe ich. Deshalb wird Weihnachten in Singapur, in Tokio, New York oder eben hier in Köln gefeiert und berührt das Herz der Menschen. Weihnachten ist ein historisches Ereignis, bei dem Gott in die Welt hinein spricht und zeigt: Ich überlasse den Menschen nicht sich selbst.“

Diesem Wunder der Weihnacht steht der Glaubensverlust vieler Europäer in umso diametraleren Gegensatz gegenüber. Aber die religiöse Veranlagung des Menschen erlaubt kein Vakuum. Wo Gott verjagt wird, ziehen ganz schnell die Gespenster ein. Dieses Phänomen wird dort zum Thema, wo der Kardinal über die Klimahysterie spricht:

„Der Klimaschutz hat für manche gewissermaßen religiöse Züge angenommen“

„Der Klimaschutz hat für manche gewissermaßen religiöse Züge angenommen. Allerdings war die Bewahrung der Schöpfung schon lange vor Greta ein Thema der christlichen Kirchen.“

Aber auch dort, wo es um die Islamisierung Deutschlands geht, zeigt sich dieses Phänomen. Auf die Frage der Bildzeitung: „Ärgert es Sie, dass viele Muslime ihren Glauben frommer leben als Christen? Wird Deutschland islamischer?“, antwortet Kardinal Woelki:

„Ich habe nichts gegen Menschen, die ihren Glauben ernst nehmen und ihn leben. Nach der Shell-Jugendstudie sagten 73% der muslimischen Jugendlichen, dass ihnen der Glaube wichtig ist. Bei den katholischen Jugendlichen sind es nur 43%. 64% der muslimischen Jugendlichen beten regelmäßig, katholische Jugendliche sagen nur 19%, dass sie regelmäßig beten. Das macht den Unterschied aus.

Aus Weihnachten kein Glühwein- oder Engel-Fest machen

Es liegt an uns. Deutschland wird islamischer, je weniger Christen wir sind und je weniger wir christlich leben. Deshalb sollten wir unseren Glauben ernst nehmen, wir sollten Weihnachten ernst nehmen und daraus kein Glühwein- oder Engel-Fest machen. Es liegt an uns ob wir unsere Gesellschaft und unser Zusammenleben als Christen gestalten. Je mehr wir selbst als Christen leben und authentisch sind, desto christlicher bleibt oder wird unsere Gesellschaft.“

Aktion „Meine Weihnachtsgabe für ‚Philosophia Perennis’“