(David Berger) Der Berliner Erzbischof Heiner Koch hat im Gespräch mit der katholischen Wochenzeitung „Tagespost“ seine Schäfchen in Brandenburg dazu aufgerufen, am kommenden Sonntag „ihr Wahlrecht wahrzunehmen“. Auch gegenüber der AfD schlug er versöhnlichere Töne an als viele seiner Mitbrüder.

In dem Statement des Bischofs heißt es: „Eine hohe Wahlbeteiligung und damit eine breite politische Meinungsäußerung sind wichtig. Sie stärken den Zusammenhalt der Gesellschaft, die die Auseinandersetzung um den besten Weg braucht. Und sie halten die demokratische Kultur lebendig, die darauf angewiesen ist, dass Menschen sich engagieren und einbringen.“

Sachlich und wertschätzend auch mit der AfD diskutieren

Anlass für das Gespräch mit der „Tagespost“ war – neben den Landtagswahlen in Brandenburg und Sachsen –  ein Diskussionsforum, zu dem die katholische Kirche zusammen mit den Protestanten Politiker aller Parteien geladen hatte. Dahinter stand die Überzeugung, die Koch so formulierte:

„Die Kirchen können ein Forum schaffen, wo sachlich und wertschätzend über politische Fragen diskutiert wird. Das ist auch ein Beitrag zur politischen Kultur.“

Auch der AfD-Abgeordnete Thomas Jung war eingeladen und nahm an dem Treffen teil. Was der aus Düsseldorf stammende Erzbischof Koch begrüßte: „Es war richtig, auch die AfD einzuladen“ Man vertraue „auf die Kraft des Arguments, die sich in einer sachlichen Diskussion zeigt.“

Für die freiheitlich-demokratische Grundordnung

In der Pressemitteilung heißt es weiter:

„Wir bitten Sie: Stärken Sie mit Ihrer Stimme diejenigen Parteien, die für die weitere Ausgestaltung der freiheitlich-demokratische Grundordnung in Brandenburg eintreten, die Grundrechte unserer Verfassung stärken und die einer Spaltung unserer Gesellschaft durch Hass, rassistische Hetze und Ressentiments entgegentreten.“ 

Ein Text, den man – wenn man ihn rein von der Sache und nicht unbedingt der Wirkung bei den von den Staatsmedien beeinflussten Wählern her betrachtet – fast als Wahlempfehlung für die AfD betrachten könnte.

AfD-ähnliche Positionen bei Heiner Koch

Der Erzbisdchof, der auch Ehrenmitglied der katholischen Studentenverbindung W. K. St. V. Unitas Berlin ist, machte bereits 2016 Schlagzeilen, als er u.a. mit Beatrix von Storch und sehr zum Ärger von „Correctiv“ sich in Berlin dem „Marsch für das Leben“ anschloss. Seine Positionen zum Lebensschutz sind kompromisslos klar katholisch. Auch seine Aussagen zur Homosexualität dürften denen, die in der AfD führend sind, ähnlich sein: Er lehnt die Homo-Ehe ab und betont den „besonders weiten Wert der [traditionellen] Ehe als zweigeschlechtliche Gemeinschaft, die auch zur Zeugung neuen Lebens führt.“

Gleichzeitig betonte der aus dem Rheinland stammende Erzbischof aber, dass Homosexualität als Sünde darzustellen, verletzend sei: „Ich kenne homosexuelle Paare, die Werte wie Verlässlichkeit und Verbindlichkeit in vorbildlicher Weise leben.“

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Die Hintergründe zu diesem Thema finden Sie in der Wochenausgabe der Tagespost. Kostenlos erhalten Sie diese aktuelle Ausgabe der Zeitung hier.

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