(David Berger) Der PP-Bericht über das auf der Rackete-Tour der Sea-Watch 3 aufgenommene Video mit dem Rapper 2Nasty hat hohe Wellen geschlagen. Einige Tage später berichteten nicht nur andere Blogs darüber, sondern auch einige wenige Mainstremmedien. Nun sah sich der Pressesprecher des Unternehmens zu einer Stellungnahme veranlasst, die freilich bestätigt: Das Video ist echt. Man wollte bei Sea-Watch nur verhindern, dass es bekannt wird.

Geradezu die Hölle sollen Carola Rackete und ihre 53 Lybier auf der Sea-Watch 3 durchgemacht haben, weil Matteo Salvini ihnen die Einfahrt in einen italienischen Hafen verweigerte. Vor kurzem berichtete PP dann über ein Video des Musikers 2Nasty aufgetaucht, das mit ihm rappende Afrikaner auf dem Schiff zeigt, die so gar nicht hungrig, krank und verfolgt aussehen.

In dem Text des offiziellen Kanals des Sängers 2Nasty, der zugleich als IT-Techniker auf dem Schiff gearbeitet haben soll, auf Instagram heißt es:

Auch wenn Salvini böse ist: Hauptsache positiv an Bord bleiben

„Hier ist eine wirklich grobe Version von „Frieden und Freiheit“, die auf der See-Watch 3 während der 17-tägigen Pattsituation im Juni aufgenommen wurde und unseren Teil dazu beiträgt, positiv an Bord zu bleiben. Musik ist eines der größten Outlets aller Zeiten; Beat von @ghettodwella (cool mind).

Alle faszinierenden Menschen aus diesem Video befinden sich jetzt in einem Flüchtlingslager auf Sizilien und warten darauf, ohne jede Information darüber, wo und wann verlegt zu werden; unser Kapitän Carola steht immer noch vor Gericht, und das Boot ist immer noch beschlagnahmt. Bitte unterstützen Sie die Seenotrettung und -hilfe für Flüchtlinge in der EU und weltweit, indem Sie die Aufgaben erfüllen, die unsere Regierungen erfüllen sollten.“ (Anm; Inzwischen ist Rackete natürlich längst wieder frei – siehe: hier)

Wie krank und hilfsbedürftig sind die „halb ertrunkenen“ Männer wirklich?

Da tauchte dann natürlich bei vielen derer, die von der Aktion, ja selbst noch in der Anmoderation des Videos, um Spenden gebeten wurden, die Frage auf: Wie notleidend und Hilfe bedürftig sind die im Mittelmeer aufgefischten „jungen Männer“ eigentlich?

Nun hat der Pressesprecher des Unternehmens – unter dem Druck der Veröffentlichung des Videos – offiziell Stellung genommen:

Er wurde von Sea-Watch gebeten, die Videos wieder offline zu nehmen, da sie nicht die hohen repräsentations-ethischen Standards erfüllen, die wir für Veröffentlichungen von unserer Seite oder von Seiten unserer Aktivist*innen erwarten .“

Die Person hinter dem Rapper-Pseudonym „2Nasty“ soll als IT-Techniker Teil der Crew der Sea-Watch 3 vom 09. bis 29. Juni 2019 gewesen sein:

Und dann weiter in der Pressemitteilung des Flüchtlingslabels (Text im Orginal wiedergeben): „Während des 17-tägigen Stand-Offs, während dem der Sea-Watch 3 die Einfahrt in den nächsten sicheren Hafen, Lampedusa, und die Anlandung der Geretteten Menschen verweigert wurde, nahm “2Nasty” einige Videoschnipsel auf, in denen er rappte und Gäste mit ihm tanzten und sangen.“

Von der Sea-Watch gebeten, die Videos wieder zu löschen

Was die Verantwortlichen und auch die Afrikaner damals offensichtlich nicht störte. Das kam erst später, als das Video die eigene Blase durchbrach.

Der Pressesprecher weiter: „Später veröffentlichte er [2Nasty] Teile der Videos auf seinen Social Media-Kanälen, ohne das Sea-Watch Medienprotokoll für Crewmitglieder zu beachten. Er wurde von Sea-Watch gebeten, die Videos wieder offline zu nehmen, da sie nicht die hohen repräsentations-ethischen Standards erfüllen, die wir für Veröffentlichungen von unserer Seite oder von Seiten unserer Aktivist*innen erwarten .“

Sie sollten NICHT als Backup-Tänzer*innen für weiße, westliche Musiker*innen dargestellt werden.

Der Grund: das Video habe das Anliegen der Rettung der Afrikaner, die die eigentlichen Helden seien, zu sehr in den Hintergrund („Hintergundtänzer*innen“) rücken lassen.

Zudem sei es ganz gewöhnlich, dass die Menschen, wenn sie so lange an Bord warten müssen, irgendetwas tun, andere beten zum Beispiel so SeaWatch.

Nur weil Menschen sich in Not befinden, könne man nicht erwarten, dass sie sich nicht mit so etwas trösten und die ganze Zeit einen auf leidend machen. Zudem seien die ganz besonders hilfebedürftigen Menschen in diesem Video überhaupt nicht zu sehen.

Schräge „Refugee welcome“-Party auf der Sea-Watch3

Die Frage bleibt dann natürlich, warum auch in der „Show“, die ein Kamerateam der Öffentlich-rechtlichen GEZ-Journalisten dort drehte, ebenfalls der Eindruck entsteht, dass es auf dem Schiff kaum Menschen gab, die das verkörperten, worauf man sich bei Rackete & Co als „Notstandssituation“ gegenüber u.a. den italienischen Behörden immer wieder beruft.

Insgesamt entsteht so immer mehr der Eindruck, als sei die ganze Sea Watch3-Mission eher eine Art schräger, durch vermutliche Rechtsverstöße aufmerksamkeitssuchender Party mit „Antifa“- und „Greenpeace“-Mood gewesen, als eine dringende Rettungsaktion in letzter Minute, bei der man zur Not auch schon mal alle juristischen Augen zudrücken kann.

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An Bord mit Carola Rackete: Afrikanische „Seenotflüchtlinge“ drehten Video mit Rapper 2Nasty