Das Ibizadreieck droht sich zur Staatsaffaire auszuweiten

Wie tief hängt er - zusammen mit Kanzler Kurz - im Strache-Skandal? Ex SPÖ Kanzler Gusenbauer (c) Otto Normalverbraucher [CC BY-SA 2.0 at (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/at/deed.en)]

(Patrizia von Berlin) Gestern hat Philosophia Perennis als erstes Medium auf einen Komplex in der Causa Strache hingewiesen, der in den ganzen Erklärungsversuchen bisher nicht vorkam. Unsere Veröffentlichung scheint einen Dammbruch nach sich zu ziehen.

Gestern wurde in diesem Zusammenhang bemängelt, dass die bisherigen Erklärungsversuche (Europawahl, blau-schwarze Koalition und Geheimdienstaktion) alle nicht ganz überzeugen. Unser Ausgangspunkt war die These, dass das Strache Video für einen anderen Zweck gedreht und

zum jetzigen Punkt quasi „zweitverwertet“

wurde.

Steckt die SPÖ hinter der Produktion des Videos?

Kein geringerer als Kanzler Kurz, aber auch Ex-Vizekanzler Strache brachten den Verdacht auf, dass der Urheber das Team um Tal Silberstein sein müsse. Zahlreiche Medien berichteten darüber und soweit wir das beurteilen können, bestätigten aus ihrer fachlichen Einschätzung, dass der journalistische Stil des Videos zum Stil der ehemaligen SPÖ Wahlkampfberater passen würde.

Der so offen beschuldigte Tal Silberstein gab nun in einem Interview, das er dem Magazin „Datum“ gab, zu Protokoll:

Ich lehne diese falschen und grundlosen Anschuldigungen gegen mich ab. Ich habe nichts mit dem Ibiza-Skandal zu tun. Der Versuch, mich damit in Verbindung zu bringen, hat den Zweck, die Öffentlichkeit vom eigentlichen Skandal abzulenken. Ich habe meine Rechtsanwälte bereits damit beauftragt zu untersuchen, wie und ob ich mich gegen diese grundlosen und unverantwortlichen Angriffe wehren kann.

Dass mit dieser Anschuldigung ein Abwehrmanöver gefahren wird – ist plausibel. Was hieße es denn, wenn die Anschuldigung wahr wäre? Die daraus abzuleitende Lesart wäre: das Video ist Teil der sog. „Silberstein-Affäre“ und damit nur noch Gegenstand der Vergangenheitsbewältigung. Ist es aber nicht. Die von mir gestern als Theorie in die Diskussion geworfene „Zweitverwertung“ ist nach meiner These ein völlig neuer Skandal, der zwar die Mittel der „Silberstein Affäre“ verwendet, aber zu einem völlig neuen Zweck.

Dazu passt auch, dass Kanzler Kurz sofort den Innenminister Kickl (FPÖ) entfernte. Der Innenminister, dem persönlich keinerlei Verstrickung in die Affaire vorgeworfen wird, hätte die Dienstaufsicht über die Aufklärung des Ibiza-Gate/Krone-Gate gehabt. Meines Erachtens liegt es auf der Hand, dass ein FPÖ Politiker die höchste Motivation gehabt hätte, hier sauber aufzuklären. Potentielle Gefahr, durch einen möglichen Versuch die FPÖ zu schützen, scheint nicht gegeben.

Die Affaire Strache ist öffentlich, die Strafverfolgung wird durch die Staatsanwaltschaft geprüft, der Sachverhalt ist bekannt, Strache zurückgetreten aus allen Funktionen. Es geht also nur noch um Aufarbeitung, nicht um Aufklärung. Ob der Nachfolger von Kickl mit Enthusiasmus oder mit einer gewissen Nonchalance ans Werk gehen wird, wissen wir natürlich nicht. Aber dies wird ein guter Indikator sein, ob die Entfernung Kickls ein Aktion der Vertuschung war.

Wir hatten gestern den Immobilienunternehmer René Benko und Sebastian Kurz, sowie den ExKanzler Dr. Alfred Gusenbauer (Foto l. (c) Hans Barte, CC BY-SA 3.0) als weitere mögliche handelnde Personen ins Rampenlicht gebracht.

War unsere Theorie gestern noch reine Spekulation, ausschließlich durch Hintergrundrecherche abgeleitet, so hat dieser vorsichtige Erklärungsversuch heute deutlich an Dynamik gewonnen.

PI News: Kurz und Benko Hintermänner des Videos?

Wie eine Bombe platzt nun ein Artikel von Johannes Daniels in das, von mir so benannte, „Kronen-Gate“. Im Sinne unserer Transparenz dem Leser gegenüber möchte wir noch einmal betonen, dass wir in diesem Fall keine gemeinsame Recherche mit PI betreiben.

Dieser Artikel ist ausschließlich aus Hintergrundrecherche und logischer Ableitung entstanden. PI, wenn der Bericht sich als richtig erweist und der erste Eindruck spricht m.E. dafür, scheint Insiderinformationen erhalten zu haben. Der Bericht der Kollegen widerspricht meinen Recherchen und Schlüssen in keinem wesentlichen Punkt, ergänzt und unterfüttert ihn aber. Er gibt sozusagen Fleisch auf das Knochengerüst meiner Spekulation.

In Kürze zum Inhalt der PI Behauptungen:

  1. Das Video ist 2017 im Rahmen des Dirty Campaigning der SPÖ entstanden.
  2. Es gibt eine enge Verflechtung zwischen Kanzler Kurz, René Benko und ex SPÖ Kanzler Gusenbauer.
  3. Benko’s Übernahme der Kronenzeitung wird als Teil von „Ibiza Gate“ gesehen.
  4. Neu ist, die These, dass WMP, eine PR Agentur des ehemaligen Bildchefs Tidje, der SZ und dem Spiegel das Material „zugespielt haben könnte“.
  5. Kern des Artikels ist die These eines abgestimmten Verhaltens zwischen Kanzler Kurz und René Benko

Würden die im Artikel von PI News angeführten Behauptungen stimmen, dann wäre ein Megaskandal ohne jede Beteiligung von Mainstreammedien aufgeklärt worden.

Skandale wurden von den alternativen Medien schon eine Reihe aufgeklärt. Für Philosophia Perennis erinnere ich an den Kika-Gate, den Vote Buddy-Skandal, an die Soros-Springer Connection, an Freiburg und einige Andere. Aber das hier wäre eine ganz andere Größenordnung. Und an dieser Stelle: ohne die materielle und vor allem auch ideelle Unterstützung unserer Leser hätte es das alles nicht gegeben.

Es bleibt auch spannend, weil der Mainstream jetzt in Zugzwang kommt. Wird er die Thesen der Alternativen Medien aufnehmen und weiter ausrecherchieren – natürlich vermutlich ohne die „credits“ zu geben? Oder geht man den bisher veröffentlichten Vermutung weiter nach und riskiert in einer Sackgasse zu landen?

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