(David Berger) Angesichts des verhängnisvollen Islam-Appeasements katholischer Kirchenfürsten, haben viele Gläubige die Hoffnung auf den Katholizismus als letzten Schutzschirm vor der Islamisierung des Abendlandes aufgegeben. Zu schnell und leichtfertig, wie folgende Ausführungen zeigen.

In letzter Zeit habe ich im Hinblick auf die immer rascher voranschreitende Islamisierung verschiedentlich auf die Notwendigkeit einer Wiederentdeckung des Katholizismus hingewiesen. Daraufhin wurde immer wieder der Einspruch laut, gerade der Papst und seine wichtigsten Bischöfe gehörten doch mit zu den übelsten Verfechtern dieser Islamisierung. Der Skandal des päpstlichen Engagements in Sachen Massenumsiedelung von Muslimen nach Europa (Migrationspakt) bei gleichzeitiger Verweigerung des Asyls für verfolgte Christen, wird dabei in jüngster Zeit immer wieder genannt.

Dieser Einwand ist alles andere als unberechtigt. Viele Katholiken sind angesichts dieser Dinge extrem verstört. Und doch springt der Einwand zu kurz. Warum?

Interessanterweise wurde meine These bereits zuvor von dem bekannten französischen Autor Michel Houellebecq („Unterwerfung“) vertreten.

Dazu ist es wichtig zu wissen:

Wenn ein Franzose vom Katholizismus spricht, dann hat er nicht eine durch eine vom Staat eingezogene Steuer künstlich am Leben erhaltene Institution mit allen möglichen Unterorganisationen (Schulen, Religionsunterricht etc.) vor Augen.

Sondern er hat zu allererst die Anhänger des Katholizismus bzw. eine Weltanschauung vor Augen – oder dogmatisch gesehen, die Teilhabe am mystischen Leib Christi, die uns unverlierbar durch die Taufe geschenkt wurde. Nicht einmal der Papst in seiner ganzen Machtfülle, geschweige denn eine dafür gar nicht zuständige Amtsstube der Bundesrepublik hat auf diese Kirchenmitgliedschaft bzw. dieses Katholischsein irgendeine Einflussmöglichkeit.

Alleine dieser Blick auf den Katholizismus, der mich letztlich dazu brachte, aus der deutsch-katholischen Kirchensteuergemeinschaft auszutreten und gleichzeitig aus vollem Herzen ein römisch-katholischer Katholik zu bleiben, ist es, der uns heute weiterhilft.

Wider eine synchrone Betrachtung der Kirche

Dieser Blick darf sich auf keinen Fall auf eine rein synchrone Betrachtung der Kirche beschränken, die Katholischsein nur als Produkt des Augenblicks versteht und für welche die Kirche eben das ist, was man gemeinhin derzeit unter katholischer Kirche vom päpstlichen Islam-Appeasement bis zum bei der Antifa engagierten Studentenpfarrer wahrnimmt und versteht.

Vielmehr sollte unser Blick diachron auf den Katholizismus hinschauen und ihn als Weltanschauung verstehen, die sich über 2000 Jahre hin entwickelt hat, deren Wurzeln – wie die klassische Liturgie der Catholica anschaulich zeigt (David Berger, Thomas von Aquin und die Liturgie, Köln: editiones thomisticae 1993) – aber tief bis ins Judentum, die Naturreligionen und die hellenistische Antike zurückreichen.

Eine Weltanschauung, die – vor allem auch über die Bibel – orientalisches Denken mit dem des Abendlandes zur Synthese führte. Die sich als die legitime Fortschreibung des Humanismus der Antike verstehen darf, den sie mit dem christlichen Aufruf zur Nächstenliebe veredelte. Nicht ohne deshalb die Standhaftigkeit und Wehrfähigkeit bei der notwendigen Verteidigung der Freiheit des  christlichen Abendlandes aufzugeben.

Es ist der Katholizismus von Lepanto

Das von hohen Idealen geprägte Rittertum des Mittelalters, das bis heute im katholischen Ritterstand fortlebt, und die andauernden Kämpfe gegen die Islamisierung des Abendlandes zeugen von diesem wehrhaften Katholizismus. Es ist der Katholizismus von Lepanto und damit eines hl. Papst Pius V.; der Katholizismus eines Ludwigs des Heiligen von Frankreich; der Katholizismus eines Papstes Innozenz XI., eines Königs Jan Sobieski, eines Karl von Lothringen und Ludwig Wilhelm von Baden-Baden, die mit vereinten Kräften 1683 den Türken vor Wien eine vernichtende Niederlage bescherten; es ist der Katholizismus eines Papst Benedikts XVI., der bei seiner Regensburger Rede unmissverständlich vor dem erschreckenden Gewaltpotential des Islams und der Scharia warnte.

Dann tritt uns ein Katholizismus vor Augen, der nicht immer völlig harmonisch, aber doch impulsgebend und sehr oft federführend unser Wertesystem geprägt hat: Über das abendländische Rechts- und Staatsdenken, die philosophische Anthropologie, die den unveräußerlichen Wert der menschlichen Person (unabhängig von Hautfarbe, Religion, Herkunft etc.) verteidigt und letztlich den denkerischen Grundstock für die Formulierung der Menschenrechte ebenso zur Verfügung gestellt hat wie für die Formulierung unseres Grundgesetzes.

Ein Katholizismus, der über die Jahrhunderte – mit der Flexibilität des „römischen Prinzips“, das wichtige Traditionen wahrte, überflüssige aber mutig abstreifte und auf dieser Basis Fortschritt ermöglichte -, die ganze europäische Kultur zutiefst geprägt hat. Nicht nur ein Mozartrequiem oder das Werk des Protestanten Johann Sebastian Bach sind ohne ihn undenkbar.

Auch die moderne Literatur – so kirchenfern sie sich fühlen mag – ist oft ohne das dort weiterwirkende Erbe der vom Katholizismus geprägten Kultur nicht verstehbar. Das gesamte Bildungswesen ist ein nun freilich längst erwachsenes und nicht selten verkommenes Kind der Catholica. Der Grundstein zu einer der ältesten deutschen Universitäten, der bis heute nach dem Dominikaner und Kirchenlehrer Albertus Magnus benannten Universität zu Köln, wurde mit Unterstützung des Predigerordens und der Päpste des Hochmittelalters errichtet.

Der Katholizismus gegen Nationalsozialismus und Kommunismus

Eine solch diachrone Betrachtungsweise schaut weiterhin auf einen Katholizismus, der sich sehr früh, aber danach immer wieder mit immer neuen Kämpfen aus der Umarmung durch die weltliche Macht freikämpfen konnte. Und so dafür sorgte, dass im Abendland Staat und Religion, weltliche und geistliche Macht stets klar unterschieden wurden. Wodurch dem Katholizismus spätestens seit der Säkularisierung die besondere Aufgabe zukommt, nicht nur – wie bereits zuvor – Gegengewicht gegen Absolutismus-Bestrebungen des Staates bzw. der „weltlichen Macht“ zu sein, sondern darüber hinaus Stachel im Fleisch des Zeitgeistes und derer, die letzterer mächtig gemacht hat.

Also genau jene Aufgabe der Kirche, die aus einem hohen Selbstbewusstsein nicht der Personen, sondern der Ideen resultierte. Einer Kirche, die wusste, dass ihre wichtigste Aufgabe in der Moderne ist, antimodern zu sein. Wie wertvoll dieses Ideal gerade in politischen Zusammenhängen war, zeigt der mutige Widerstand der katholischen Kirche gegen die nationalsozialistische Moderne im „Dritten Reich“ und jener gegen die kommunistische Moderne nicht nur in der DDR, sondern in der ganzen Sowjetunion, besonders auch in Polen. Es ist kein Zufall, dass der endgültige Zusammenbruch dieses gigantischen Unrechtssystems koordiniert im Vatikan und in Polen unter Papst Johannes Paul II. begann.

Zu schwach und müde, um dem Zeitgeist zu widerstehen?

Ein Ideal des Gegen-den-Strom-Schwimmens aber, das mit der Entchristlichung weiter Bereiche von Staat und Gesellschaft immer anstrengender und wohl auch deshalb so leichtfertig von den gegenwärtig meinungsführenden Katholiken weggeworfen wurde.

Das alles nahm dann recht eigentlich Fahrt auf im Zusammenhang mit dem Zweiten Vatikanischen Konzil und unter dem völlig nichtssagenden und wertfreien Postulat, die Kirche müsse sich doch der modernen Welt öffnen, um mehr Menschen vom Kirchenaustritt abzuhalten. Genau das Gegenteil wurde dadurch freilich erreicht.

Eine „konservative Revolution“ ist ohne den Katholizismus undenkbar

Bei der Wiederentdeckung dieses Katholizismus als Seele Europas, und damit auch Deutschlands, würde die Idee Hugo von Hofmannsthals von einer „konservativen Revolution“, deren Ziel die „Sicherung des geistigen Raumes, in dem die deutsche Freiheit sich als Suche nach höchster Bindung (re-ligio)“ darstellt, auf ganz besondere Weise Erfüllung finden. (Siegfried Gerlich, Das römische Prinzip und der deutsche Sonderweg)

Damit würde ein geistiger Raum geschaffen, der nach innen so selbstbewusst erfüllend bzw. sinngebend und zugleich wehrhaft verteidigend nach außen auftritt, dass die Barbarei der Islamisierung davor ihre ganze dämonische Macht verliert.

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