(Kopekenstudent) Die Rede Eugen Ablers auf dem 31. Bundesparteitag der CDU war bemerkenswert. In knapp über acht Minuten verabreichte er den Delegierten das maximale Konzentrat aller Anklagepunkte, denen sich die CDU stellen muss, aber nicht stellt.

Angefangen bei der Tolerierung der Abtreibung und endend beim „Landesverrat“ durch die Unterzeichnung des Migrationspaktes kulminierten sämtliche von Ablers Punkten in dem einen: dem Verbrennen des christlichen C beim beim Flirt mit dem Zeitgeist.

Während Ablers Rede waren vereinzelte Pfiffe zu hören. Am Ende erhielt er keinen Beifall, sondern eisiges Schweigen.

Einsamer Rufer in der 999-Wüste

Man mag sich fragen, welche Funktion Ablers Rede hatte, da sie doch offensichtlich nichts bewirkte. Was wollte ein einzelner Mann gegen eine Mehrheit von 999 ausrichten? In der Tat, bewirkt hat Ablers Rede nichts. Dazu war der Konformitätsdruck des Parteitages viel zu groß. Es ging ja auch um etwas ganz anderes:

Merz oder „AKK“. Doch – und hier löst sich die scheinbare Sinnlosigkeit von Ablers verloren wirkender Rede – das ist nicht die Perspektive Gottes. Dem Herrn von Himmel und Erde geht es nicht um „Merz vs. AKK“. Ihm geht es um das, was Abler sagte.

Abler hatte auf dem Parteitag die Funktion des einsamen Rufers in der Wüste. Solche treuen Leute schickt Gott immer, bevor er zum Gericht schreitet. Weil er ein gerechter, das heißt fairer Gott ist. Einer, der dem Gegenüber eine ehrliche Chance lässt, der warnt und Konsequenzen aufzeigt, bevor er beginnt. Gott ist keiner, der Fallen stellt und sich freut, wenn völlig Unbedarfte hineinstolpern.

Ablers Rede auf dem CDU-Parteitag ist eine solche Warnung gewesen. Die Delegierten repräsentierten die gesamte CDU. Gott selbst sprach durch sein Werkzeug Eugen Abler zur gesamten CDU und legte dieser Partei die alte Frage vor:

Dies alles habe ich gegen euch – welchen Weg werdet ihr nehmen?

Kein einziger pflichtete Ablers Anklage bei. Das bedeutet, keiner kann später diesbezüglich Gottes Nachsicht erwarten. Sie alle schwiegen. Aus Feigheit, aus Verachtung oder offener Feindschaft – es spielt keine Rolle; Gott wird die einen wie die andere von ihren Rössern herunter holen. Ganz besonders aber die Lauen –  die wird er „ausspeien“. Und die Zahl derer dürfte in der CDU Legion sein.

Ablers Rede wird Gottes nicht zu widerlegendes Argument wieder die CDU sein, wenn er beginnt, sich die „christliche“ Partei, die fortwährend seinen Namen beschmutzt, zur Brust zu nehmen und in den Staub der Geschichte zu treten, in den sie gehört. Vielleicht wird es noch weitere Warnungen geben. Vielleicht auch nicht.

Doch eines ist gewiss: eine Organisation, die sich dermaßen wider alle Ordnungen Gottes stellt, eine Partei, deren innerer Widerspruch so sehr mit Feigheit geschlagen ist und die das ihnen Anvertraute so frevelhaft verraten hat, kann und wird nicht dauerhaft sein. Der Keim des Niedergangs ist längst gelegt: die Partei ist tief gespalten. Und „ein Haus, das mit sich selbst uneins ist, wird nicht bestehen“.

Möge es den Verantwortlichen beschieden sein, dies alles bei klarem Verstand noch mitzuerleben.

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