(Patrizia von Berlin) Mit großem Trara veranstaltete eine selbsternannte „größte Initiative“ Deutschlands in den letzten Jahren eine „Wahl“ zu „Miss und Mister Homophobia“. Nun warten wir gespannt und vergeblich auf die Fortsetzung. Mit Entsetzen fragen wir uns: was ist darauf geworden?

Ist „enough is enough“, der Träger der Veranstaltung, am Ende in finanziellen Schwierigkeiten? Wie ich darauf komme? Nun, bis jetzt wurde noch nicht einmal der Preis 2017 verliehen. Und dabei liebe ich doch intime Stehempfänge mit Häppchen und Blubberwasser.

Man lernt neue Menschen kennen, tauscht sich aus, und gerade der Austausch mit Menschen, die andere Meinungen vertreten finde ich persönlich ja immer am Spannendsten.
Der Preis muss ja auch nichts Großartiges sein. Zur Not vielleicht ein Gutschein für ein Essen im Restaurant Neni für David Berger?

Es gefälllt ihm dort, es ist sehr lecker und die Aussicht, einfach genial. Und die Location ist für LGBTs vorbildlich sicher, garantiert frei von Homohassern am Nachbartisch, was in Berlin bei mehr als 600 dokumentierten Angriffen auf LGBTs pro Jahr ja doch schon sehr beruhigend ist.

Oder ist der Veranstalter am Ende böse auf uns? Nur, weil wir, oder besser: ich, die Idee hatten, David Berger muss gewinnen.

Ich weiß, ich habe einen etwas skurrilen Humor. Ich weiß auch nicht, warum. Briten habe ich nicht in der Verwandschaft und meine große Liebe gilt meiner zweiten Heimat Italien. Vielleicht war es ja auch kein schwarzer Humor, sondern mein leicht italienisch-chaotisches Wesen? Wettbewerb? Den wollen wir gewinnen! Avanti … Worum es geht? Ist doch egal, erstmal gewinnen …

Ich fand’s dann aber auch recht witzig. Nicht nur, dass David Berger mit so großem Vorsprung gewonnen hat und sogar die erste lesbische Frau, die einer Bundestagsfraktion vorsteht, auf Platz 2 verwies. Sondern fast noch mehr, dass Ihr, die Veranstalter, ein bisschen typisch fantasielos deutsch-bürokratisch, Euch anscheinend gar nicht vorstellen konntet, dass wir ein bißchen Schabernack getrieben haben.

Was ja nicht die schlechteste Art ist mit Eurer intoleranten und diskriminierenden Aktion umzugehen. Mit typisch deutschem Bierernst habt Ihr Euch sogar noch von einem Fachmann erklären lassen, warum David Berger gewonnen hat.

Verzeiht, wenn ich beim Lesen dieser Zeilen heute noch schmunzeln muss, aber ich liebe solche, im Kern gutmütigen, niemand ernsthaft verletzenden, subversiven Aktionen … Dabei hätte es doch völlig gereicht unseren Wahlaufruf zu lesen. Dass David den Aufruf ein bisschen bissig formuliert hat, tragt Ihr ihm hoffentlich nicht nach?

Ihr müsst das verstehen. Er hat in seinem Leben so viel aufgegeben und so viel einstecken müssen, Stichwort Katholiban, eben weil er offen zu seiner Homosexualität steht. Und dann kommen Leute, die teilweise das sind, was unter LGBTs als „Berufshomos“ bezeichnet wird, die also von ihrer Homosexualität leben, und werfen ihm -mit einer Riesenportion Gratismut-Homophobie vor. Das ist schon mehr als vernünftige Menschen ertragen können.

Aber jetzt nicht beleidigt sein. Die Idee finde ich ja gut. Menschen, die LGBTs diskriminieren klar benennen. Und davon gibt es ja gerade genug. Und es werden in Deutschland leider immer mehr. Wir sind in mindestens 60 Ländern illegal, da werden sich doch ein paar Vertreter des gleichen Gedankenguts in Deutschland finden, um künftige, echte homophobe Preisträger auszuwählen?

Oder wenn Euch überhaupt nichts Besseres einfällt, dann lasst doch mal offen über Kandidaten abstimmen. Ich schlage schon mal Birgit Kelle vor.

13 Kommentare

  1. „Wir sind in mindestens 60 Ländern illegal“, das Privatleben interessiert mich zwar nicht von Patrizia, aber schrieb sie nicht in ihrem Artikel über die Homoehe in keinster Weise betroffen zu sein?
    Und wenn man schon Birgit Kelle vorschlägt, sollte man gleich Papst Franziskus nominieren. Immerhin ist er dafür, homoerotisch empfindende Kinder (!!!) zu psychiatrisieren. Übrigens haben weder Benedikt noch Johannes Paul jemals einen Zusammenhang zwischen Homosexualität und psychischer Erkrankung hergestellt.
    PS: In vielen der Länder, wo Homosexualität illegal ist, ist Polygamie legal mit staatlichen Privilegien, weshalb auch in den pölygamen, homophoben afrikanischen Staaten das Bevölkerungswachstum sehr hoch ist. In diesen Ländern leben sogar die Schwulen bisexuell und vermehren sich, wie dies auch Cicero (liebte seinen Sekretär), Oscar Wilde, der Liebhaber von Oscar Wilde, Platon und viele Schwul/Lesben der Vergangenheit taten, Vita Sackville West, die Geliebte von Virginia Wolf war mit einem Schwulen verheiratet usw.

  2. Es ist ein kosmisches und somit göttliches gesetz das das weibliche zum männlichen gehört . Zwei gegensätzliche Pole die die Erhaltung schaffen
    Soll jeder machen was er will aber homosexuele haben psychisch seelische Schäden ansonsten würden sie nicht männlich zu männlich einordnen
    Ist einfach eine Tatsache

    • Und das es eine Tatsache ist belegt welche Studie? Oder nur ihr göttlicher Verstand?

      Schon mal darüber nachgedacht, dass Gott Menschen homosexuell gemacht hat? Er hat mich so geschaffen und ich bin ihm dankbar für ein erfülltes Leben mit meinem Mann. Warum sollte ich an Gott zweifeln? Was maßen sie sich an Gottes schaffen anzuzweifeln.

  3. Wenn man sich ein bisschen auskennt, kommt man zum Schluss, dass Akzeptanz und Gleichstellung der Homosexuellen eigentlich schon immer logische Konsequenz rechten rationalen Denkens ist.
    Seit Urzeiten sind ca. 3% der Lebewesen einer Populationen homosexuell. Anhand Beobachtung unterschiedlicher Gesellschaften, insb. der stark homophoben hat sich erwiesen, dass Tabuisierung, Euthanasierung, Verbote in der Regel zu keiner Reduktion unter 3% führen (logisch, da sich dann einfach verstellt wird), weswegen die Konsequenz die Akzeptanz dieses menschlichen Aspektes ist. Das wird von immer mehr Menschen des freiheitlich, denkenden rechten Spektrums erkannt (sogar in der alt right).
    Linkes, unstetes, progressives Denken geht immer von Ungleichheit und Verantwortung von Gruppen aus, nichts mit Individuen, weswegen homosexuelle Menschen in der Opferolympiade nur solange Beachtung finden, bis die nächste Gruppe („Flüchtlinge“) kommt, die höher gestellt ist.
    Ab diesem Punkt werden Homosexuelle fallengelassen, auch wenn ihnen die neue Gruppe speziell gegen Homosexuell feindlich ist.
    Deswegen wird jeder Linke automatisch zum homophoben werden, sobald er erfährt, dass ein „Flüchtling“ einen Homosexuellen angegangen ist. Da wird dann wirklich jede Relativierung aus der Schublade geholt….

  4. Diese „Berufshomos“ sind an Einfalt und Schizophrenie kaum zu überbieten.
    Katholizismus und Konservatismus sind in ihren Augen Davids größte Fehler, damit können sie nicht umgehen und nichts anfangen.

  5. Sehr schön, bitt mehr davon! Man könnte bspw. als Antisemit des Jahres HM Broder vorschlagen. Und als Fremdenfeind#1 Mr. Hyperion….

    Geht auch aber andersrum, wie wärs bspw. FSF-Monchi mit dem Horst-Wessel-Verdienstorden 1.Klasse zu ehren? Oder Sinead O Connor die nach ihrer Konvertierung jetzt auch generell zu weissen Menschen jeden Kontakt abbricht, wäre doch eine nette Kandidatin für den großen Ku-Klux-Klan-Preis, oder der Nobelpreis für alternative Geologie geht an Kathrin Göring Eckhard….

  6. Ein bißchen dreist – was mir natürlich gefällt – und ist David Berger angemessen.
    Das Schlimmste, was diesen Typen (generell gemeint, aber auch und erst recht denen vom LGBTTIQ-Geschwader) passieren kann, ist, sie auf ihrem eigenen humorlosen Fuß zu erwischen. Ihr Lebensmotto: Gegner bzw. nicht Nicht-uniform-Denkende darf man nach Belieben angreifen, aber bitteschön, einstecken wollen sie im Gegenzug nichts. Da erfreuen mich solche Menschen wie Berger immer mehr, weil sie es geschafft haben, trotz der gleichen „Ausrichtung“ Würde und Charakter zu bewahren. Weiter so! (Sagt ein alter Hetero!)

  7. Was? ENOUGH is ENOUGH? Die, die auch so ganz und gar „#unteilbar“ waren? So hatten sie dort jedenfalls unterzeichnet: „ENOUGH is ENOUGH! OPEN YOUR MOUTH! (Deutschlands größte Initiative zur Unterstützung der LGBTIQ* Community) – Berlin“. Auf Nachfragen, warum sie das für eine gute Idee hielten, mit Aiman Mazyek und den bekanntermaßen so progressiven 40 Islam-Verbänden vereint für die queer-feministischen Anliegen zu kämpfen (…), reagierte Enough is Enough nicht! Ach. Zum Restaurant Neni: ich drücke die Daumen … die benachbarte Monkey-Bar ist mir ein wenig verleidet, als ich vernahm, dass ein Mitglied der rustikal-herzlichen Abou C.-Familie, „ersguterJunge“, sein Vater ist außerdem Wüstenfuchs-Verehrer, das verbindet!, dort mit seinen 12 Jungens den Platzhirschen macht…

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