Darwins Nase – Ist die Physiognomie eine Wissenschaft? Von Prof. Ulrich Kutschera

Vor 150 Jahren (1868) publizierte Charles Darwin sein zweites Artenbuch, diesmal zum Thema “Variabilität bei domestizierten Tieren und Pflanzen“. Dieses Werk ist bis heute weitgehend unbeachtet geblieben und wurde daher  kürzlich mit einem Video bedacht (Link).

In einem Artikel im „Japan Journal of Medicine“ zu „Darwin 150“ werden, unter Verweis auf dessen Buch 1868, aktuelle Forschungen zur Physiognomie des Menschen zusammengefasst. Die Kernthese der Physiognomiker, man könne den Charakter von Mann und Frau in deren Gesichtern ablesen, wird historisch und unter Verweis auf neueste Forschungen dargelegt.

Die dort analysierte Stanford-Studie belegt, dass u.a. auch die erotische Orientierung des Menschen, gay vs. straight,  bei beiden Geschlechtern mit hoher Wahrscheinlichkeit an den Gesichtszügen erkannt werden kann—unter Einsatz bestimmter Computer-Verfahren.

Die von Stanford-Professor Michal Kosinski  erarbeiteten Daten, publiziert 2018 im „Journal of Personality and Social Psychology“, werden durch unabhängige Analysen,  zeitgleich veröffentlicht im „Journal of Homosexuality“, unterstützt. Auf die Gefahren einer Computer – generierten gay-vs. straight–  Identifikation von Männern und Frauen wird ausdrücklich hingewiesen.

U. Kutschera (2018) Darwin s nose: The revival of physiognomy at Stanford University, Japan Journal of Medicine 1(5), 1–4.