(Kopekenstudent) Die wichtigste mathematische Einsicht meines Lebens war für mich nicht das Erlernen von Plus und Minus, sondern der Dreisatz: denn von Bekanntem auf Unbekanntes schließen zu können, ist ein universelles Prinzip, das weit über Plus und Minus hinaus geht. Mit dem Dreisatz gilt, dass Schlussfolgerungen die relativ zur Prämisse zutreffend sind, zwangsläufig an der Realität scheitern müssen, wenn die Prämisse falsch ist.

Aus eben diesem Grunde verpuffen gerade vor aller Augen sämtliche demokratischen Mittel (-> also die Schlussfolgerungen, wie zu handeln ist). Sie scheitern an einer Realität, in der die alte Spielregel (-> die Prämisse, wir befänden uns in einer Demokratie und hätten einen Rechtsstaat) nicht mehr gilt. Die neue Realität – dies anzuerkennen ist der wichtigste und erste Schritt – ist ein entfesselter ideologischer Anarchismus, der keine übliche und bekannte Ethik mehr anerkennt und der, weil er jener der Herrschenden ist, auch das Machtmonopol innehat. Folglich bleibt nichts – nicht einmal die Grund- und Menschenrechte – auf die sich ein Subjekt innerhalb eines solches Systems noch rechtswirksam berufen könnte. Selbst auf gewaltsamen Widerstand ist das System natürlich längst vorbereitet, so wie es dem Bürger auch in allem anderen stets mehrere Schritte voraus ist.

Der gesamte Widerstand krankt aber an noch einem zweiten grundlegenden Fehler:

Er greift permanent auf Strukturen zurück, welche sein Gegner, das System, selbst bereit stellt und folglich steuern kann. Wer auf ein Konto angewiesen ist, wer auf das Internet, wer auf die Medien oder die Justiz angewiesen ist, der ist in Wahrheit vom System abhängig. Ein solcher kann das System niemals in die Schranken weisen, weil er die Spielregeln nicht mit den Mitteln des Systems zu seinen Gunsten ändern kann.

Das ist kein Pessimismus oder Defätismus, sondern angewandter Dreisatz. Tragischerweise haben die prominenten Vordenker des Widerstandes diesen elementaren Zusammenhang nicht erkannt oder seine Bedeutung nicht beachtet. Weshalb eine ganze Reihe von ihnen seine praktischen Auswirkungen derzeit extrem schmerzhaft zu spüren bekommt.

Es ist also höchste Zeit, nach einer völlig neuen Art des Widerstandes zu suchen. Eine Art, die sich dem System und seiner Infrastruktur entzieht und ihm eine Kraft entgegensetzt, welche das System nicht zu kontrollieren vermag.

Ich empfehle das Gebet.

Man mag das belächeln. Doch lassen sie mich die Gründe darlegen. Warum sollte der Kampf ganz besonders (ich meine nicht, dass man alles andere aufgeben sollte!) im Gebet stattfinden? Zwölf meiner Ansicht nach schwer zu widerlegende Gründe:

1. Weil die Informationen nicht zuverlässig sind.

Keiner kann mit Sicherheit sagen, ob seine Kenntnisse oder die eines anderen mit der Realität übereinstimmen. Keiner weiß, ob die Person, der er zuarbeitet, vertrauenswürdig ist. Jederzeit besteht die Möglichkeit, dass von irgendwo ein Video auftaucht, welches bislang sicher Geglaubtes erschüttert. Das Verbreiten von Falschinformationen ist ein wesentliches Mittel in jedem Krieg. Es gibt keine Seite, die über unantastbare Quellen verfügt. Kein noch so aufrichtig gemeintes Engagement, das auf Fehlinformationen basiert, wird etwas Tragfähiges bewirken. Handlungen, die auf Fehlinformationen basieren, werden lediglich das allgemeine Chaos vergrößern. Gott allein ist hinreichend informiert. Er steht über jeder Informationsblase und Medienrealität.

2. Weil die Gemengelage zu komplex ist.

Es sind zu viele Akteure im Spiel, zu viele Karren sind in zu viele Sackgassen gefahren worden. Kein noch so überragender Verstand, keine noch so umfassend informierte Gruppe ist fähig, all die irren Handlungsstränge aufzudröseln, zur Ursache der Probleme vorzudringen und die Probleme zu lösen. Wie beispielsweise können Millionen kulturfremder Menschen ohne Zwang, ohne Blutvergießen und ohne exorbitante finanzielle Belastungen wieder in ihre Heimatländer zurückkehren? Auf welcher Grundlage kann, falls das nicht geschieht, ein funktionierendes Gemeinwesen mit ihnen organisiert werden? Wie positioniert man sich im globalen Ringen zwischen Banken, Megakonzernen, EU, NATO, Russland, Iran, China, Israel und den USA? Was wird mit den Millionen Türken und türkischstämmigen in Deutschland, wenn Erdogan sie für sich mobilisieren sollte? Wie sichert man die Freiheit der Bürger in einer immer totaler digitalisierten Welt? Gott allein besitzt die Weisheit, Lösungen aus einer derartig komplexen Verwirrung zu schaffen. Es geht nicht ohne diese Weisheit.

3. Weil alle anderen Mittel bereits versagt haben.

Seit dem Mittelalter ziehen die Deutschen den Rechtsweg dem Blutvergießen vor. So auch in der jetzigen Krise. Doch die Rechtsmittel sind spätestens dann erschöpft, wenn das höchste Gericht Klagen entweder gar nicht mehr annimmt oder permanent im Geiste der herrschenden Politik urteilt. Und alles andere? Demonstrationen werden entweder gleichgültig ignoriert oder rechtswidrig behindert. Publizieren bringt zu wenig oder wird mit dem Damoklesschwert exorbitanter Strafzahlungen mundtot zu machen versucht. Petitionen sind ein Sturm im Wasserglas. Ein Generalstreik findet nicht statt. Spontane Aktionen von Aktivistengruppen sorgen für einen kurzen Aufreger und etwas Beifall, entwickeln aber keine nachhaltige Wirkung. Derweil die Initiatoren wegen der juristischen Folgen um das soziale Überleben kämpfen müssen. Aufklärung im persönlichen Umfeld zerreißt nicht selten Familien und Freundeskreise. Gewalt stellt keine wirkliche Alternative dar, weil lediglich das Blutvergießen, nicht aber der Sieg gewiss wäre, und ersteres nur zu einem führen würde: immensen Opfern, die noch lange in die Kindergeneration hineinwirken würde. Es gibt nur noch eine wirkliche allerletzte sinnvolle Alternative: diejenige, sich an Gott zu wenden.

4. Weil nur mit Gott Rechtsfrieden hergestellt werden kann.

Noch nie brachte irgend ein Gesellschaftsumbruch eine Ordnung hervor, die frei von Repression gewesen wäre. Ganz besonders da nicht, wo bei der Errichtung der neuen Ordnung Gott bewusst ausgeschlossen wurde – etwa nach der französischen oder der bolschewistischen Revolution. Nur da, wo Gott und eine auf Gottes Geboten gründende Ethik von Anfang an mit einbezogen wurde – etwa beim Aufbau der Bundesrepublik nach 1945 – gelang der Neuanfang. Es geht nicht nur um Bestrafung vergangenen Unrechts; es geht immer auch darum, den juristische Ansprüchen widerstreitender Positionen so zu entsprechen, dass alle Seiten die Ordnung als gerecht anerkennen. Ohne Gott ist das ausgeschlossen.

5. Weil das, was sich vollzieht, auch etwas mit Gericht zu tun hat.

Der Islam hat nicht unrecht, wenn er westliche Gesellschaften als unmoralisch verurteilt. Verehrt die islamische Gesellschaft einen falschen, grausamen Gott, tut es der Westen auch. Er ist in seinen finstersten Abgründen nicht „besser“ – er hat sie nur geschickter sublimiert und euphemisiert. Oberflächlich betrachtet geht es zivilisierter zu. Noch! Doch das ist ein Überbleibsel der christlichen Vergangenheit des westlichen Liberalismus, der immer von Voraussetzungen zehrte, die er selbst nicht geschaffen hat.
Seine Fixierung auf das Geld und die Missachtung des Lebens (mindestens 6 Millionen Abtreibungen allein in Deutschland seit 1971, ohne Dunkelziffer!) zeigen deutlich, dass die westliche Gegenwart moralisch keineswegs über die finstersten Abgründe der Vergangenheit hinausgewachsen ist. Gott aber lässt sich nicht täuschen. Kindesmord, Unmoral, Ungerechtigkeit, Hybris und Betrug haben epidemische Ausmaße erreicht. Gottes Geduld mit dem Westen hat ein Ende und er richtet ihn hart. Tötest Du das eigene, bringe ich dir das Fremde. Bis du Deine Schuld bitter bereuen wirst. Gott ist der Selbe gestern, heute und in Ewigkeit. Hat er die antiken Völker des nahen und mittleren Ostens gerichtet, wird er nicht zögern, am Westen und an Deutschland ebenso zu handeln. Wir sind mitten im Gericht. Nur haben das die meisten noch nicht erkannt, weil sie Gott nicht mehr kennen. Doch er wird sich in Erinnerung rufen. Deshalb muss das Gebet auch von Buße über unseren eigenen Frevel begleitet sein. Ohne Buße, keine Rettung.

6. Weil das, was geschieht, böse ist.

Zwar lässt sich das, was geschieht, nicht exakt umreißen oder definieren (siehe 2.), wesensmäßig aber wendet es sich ganz offensichtlich wider die Vernunft, wider das Leben, wider den Frieden, wider alle Ordnungen. Es bringt Irrsinn, Unterdrückung, Unrecht, Tod, Verzweiflung, Krieg und Chaos. Also ist es böse. Gott ist immer der erste natürliche Verbündete gegen das Böse.

7. Weil jeder Kampf sinnlos ist, wenn es keinen Gott gibt.

Gibt es keinen Gott, gibt es keine verbindliche Ethik, keine immer gültigen Maßstäbe. Alles wäre dann relativ und abhängig vom Standpunkt desjenigen, dem es dient. Was dem einen recht erschiene, würde der andere genauso gut begründet als schlecht zurückweisen. Das gesamte Dasein wäre nurmehr ein zyklisches Wechselbad von Herrschaft und Repression, das Ansinnen des Patriotismus kein gerechter Kampf um den Erhalt einer wertvollen Kultur, sondern lediglich der Versuch einiger weniger, einen Austausch der Eliten herbeizuführen, die im neuen System die alten ideologischen Feinde ihrerseits unterdrücken müssten. Was zeigt, das alle menschlichen Systeme nicht selbsterhaltend und dem Zerfall geweiht sind, solange Gott allem nicht einen wirklichen Sinn verleiht.

8. Weil Gott außerhalb des Systems steht.

Gott kann vom System im Gegensatz zu allen Menschen weder manipuliert noch kaltgestellt werden. Er braucht weder das Internet, noch Banken, noch staatliche Infrastruktur. Er ist nicht an Institutionen, Entscheidungsgremien oder langwierige Verfahrenswege gebunden. Er kann durch seinen Geist unmittelbar und direkt eingreifen. Wer sich an Gott wendet, setzt zudem sich selbst und die Seinen weniger der Gefahr aus, weil er nicht innerhalb der Systemstrukturen operiert, und folglich nicht darüber kontrolliert werden kann. Er beruft sich statt dessen auf jene Macht, die allein seit Anbeginn Systeme und Weltreiche auferstehen und wie Kartenhäuser zusammen fallen ließ, wenn die Zeit reif dafür war.

9. Weil jeder es tun kann.

Nicht jeder ist zum Redner, zum Analysten, zum Publizisten, zum Strategen, zum Netzwerker usw. geboren. Und nicht für eines jeden Fähigkeiten ist Raum und Gelegenheit. Auch im Widerstand herrscht Konkurrenz um die wenigen Positionen, von denen aus man aktiv wirksam werden kann. Auch im Widerstand ist der Mensch mit seiner Eitelkeit konfrontiert, den eigenen Namen groß sehen zu wollen. Auch im Widerstand ist der zu verteilende Kuchen stets zu klein. Auch im Widerstand geht es nicht ohne Charisma, nicht ohne finanzielle Mittel, nicht ohne Netzwerke und Vitamin B. Nicht jeder ist von allen gut gelitten, nicht jeder hat einen tragfähigen Background, nicht jeder ist abgesichert, sollte er fallen. Doch jeder kann beten. Immer und überall. Das Gebet ist die einzige Waffe, für die man keine Bildung und keine besondere Fähigkeiten braucht, keine Prüfung ablegen und keinen Erlaubnisschein besitzen muss. Es ist die einzige Waffe, deren Nutzung niemals entzogen werden kann. Gleichzeitig ist es die wirkungsvollste Waffe überhaupt. Durch nichts lässt Gott sich so zum Eingreifen bewegen, wie durch Gebet. Gott sieht in die Herzen der Menschen. Auch unvollkommene Worte hindern ihn nicht. Aufrichtigkeit ist die einzige Voraussetzung.

10. Weil es den Menschen in der rechten Haltung hält.

Gibt es Gott nicht, ist jeder Kampf wie dargelegt im Grunde sinnlos. Gibt es Gott aber, kann nichts ohne ihn oder gegen seinen Willen unternommen werden. Wer betet, erkennt die wahre Autorität an. Er stellt sich auf die richtige Seite. Eine Grundvoraussetzung für jeden Kampf, wenn es ein gerechter sein will. Die wahre Autorität zu anzuerkennen ist daher der erste Schritt zur Rettung aus der üblen Lage. Das Gebet hilft außerdem, dem Irrtum zu entkommen, das Irdische wäre das, worum es geht. Die größere Realität ist die Ewigkeit. Wer sich vom Hier zu lösen vermag, weil er den Blick darüber hinaus hat, muss nicht am Irrsinn der Welt verzweifeln. Er wird in der Welt ein Hoffnungsschimmer sein, der auch andere auferbauen kann. Gerade dies mag in einem System, welches auf die totale Depression hinarbeitet, ein schmerzhafterer Stachel sein, als jeder, der die Methoden des Systems aufgreift, um mit ihnen gegen das System zu kämpfen.

11. Weil es zutiefst unserer deutschen Natur entspricht.

Die Deutschen waren einst in aller Welt dafür bekannt, stets mit einem Bein im Überirdischen zu wandeln. Genau dieses Streben nach der himmlischen Dimension hat unser Volk zu jener großen Kulturnation werden lassen, die wir einst waren. Wenn wir wieder zu uns selbst finden wollen, müssen wir uns dem zukehren, von dem wir uns abwandten. Wenn wir nicht untergehen wollen, müssen wir den Mut haben, zu sein, wozu wir offenbar unter allen Völkern besonders geschaffen wurden: zu einem Volk von Träumern und Kämpfern in Sphären, die weit über das Diesseitige hinaus reichen. Menschen, die nicht weniger als dem absolut Guten nachjagen, die einmal wissen und daran glauben, dass dieses vollkommene Gute wirklich existiert und nur in Gott selbst zu finden ist. Gott mit uns, und wir mit Gott – das sollte wieder die Devise werden, wie sie es auch schon in früheren Befreiungskämpfen gewesen ist. Aus dieser Quelle allein – und nicht aus der Perversion davon, jener vergifteten unserer eigenen menschlichen Hypermoral, aus der die Deutschen im Moment schöpfen – können wir ein blühendes Land bauen und der Welt Vorbild sein, ohne uns ihr aufzunötigen.

12. Weil Gott darauf wartet, dass wir ihn bitten.

Wer das Gleichnis vom verlorenen Sohn verstanden hat, begreift, dass wir der verlorene Sohn sind und Gott der Vater unablässig am Haus steht und Ausschau hält, ob wir nicht doch zurückkehren. Wenn dieses Volk sich an ihn wendet, kommt es aus der brutalen, grausamen, kaltherzigen Fremde, in der es wie der Sohn alles verspielt hat, wieder nach Hause. Der Vater wird dann schnell handeln und das Elend vom Sohn wenden. Er wird dem Sohn verzeihen, ihn segnen, ihn im Land leben lassen, waschen, neu einkleiden und den Siegelring an die Hand geben – was nichts anderes bedeutet, als dass der Sohn die alten Hoheitsrechte zurück erhält. Das Haus steht dem Sohn offen. Der Vater wartet. Die Schritte auf dem Weg nach Hause unsere Gebete. Gott ist Herr über Raum und Zeit. Er kann lange Wege kurz machen, wo dies aus menschlicher Sicht unmöglich scheint.

Wem gilt nun dieser Aufruf? Den Christen allein?

Nein! Und ich würde behaupten, nicht einmal den Christen zuerst, weil besonders von ihnen viele der Überzeugung sind, sie glaubten schon richtig. Vielmehr er gilt einem jedem im Volk, der noch einen Funken Liebe für dieses Land empfindet, der möglicherweise noch niemals zuvor in seinem Leben gebetet hat, doch der den ausgeführten Argumenten folgen kann weil er begreift, dass anderes nicht mehr helfen wird.

Er gilt jedem, der sagt: Lieber will ich anfangen, an Gott zu glauben, als weiter zuzusehen, wie hier alles, besonders die Zukunft unserer Kinder und Enkel, zerstört wird. Was gäbe es dabei zu verlieren? Verlieren nicht bereits alles?

***

Sie wollen Philosophia Perennis unterstützen? Mit zwei Klicks geht das hier:

PAYPAL

… oder auf Klassische Weise per Überweisung:

IBAN: DE04 3002 0900 0803 6812 81
BIC: CMCIDEDD – Kontoname: David Berger – Betreff: Spende PP