(David Berger) Ein Meisterstück im Hetzjournalismus, der tief sitzende Aversionen bedient und gerade 50 Jahre nach den Wirren von 1968 an dunkle Zeiten des Hauses Springer erinnert, liefert heute Morgen die Regionalausgabe der Bildzeitung für Cottbus ab.

Thema ist die „Merkel muss weg“-Demo am vergangenen Samstag in Cottbus:

Während man seit Jahren Pegida, AfD & co unterstellt, fremdenfeindlich und homophob zu sein, echauffiert man sich nun darüber, dass auf der Demo ein Homosexueller und eine Frau mit Migrationshintergrund aufgetreten sind.

„Cottbus: IMMER SCHRÄGERE REDNER“

… ist deshalb auch die Titelzeile des Beitrags, der heute Morgen in der Bild erschienen ist.

Um dann im Text auszuführen:

„Auch die Demo-Redner schrecken viele ab: Erst verhöhnte die Versammlungsleiterin die Polizei-Statistik …

Dann warb der schwule Ex-Pfarrer David Berger vor den rechten Wutbürgern um Toleranz für Homo- und Transsexuelle: „Ich weiß, ich bin hier eine Minderheit.“

Wie schafft man es so viele Fake-News in einen einzigen Satz zu verpacken? Zunächst: Ich war nie Pfarrer, nicht einmal Priester. Also kann ich auch kein Ex-Pfarrer sein. Ein einfacher Blick in die Wikipedia hätte ausgereicht, um informiert zu sein.

Zweitens: Mein Satz aus der Rede „Ich weiß, ich bin hier eine Minderheit“ bezog sich nicht auf mein Homosexuellsein, sondern auf mein Katholischsein. Er fiel im Zusammenhang mit einem Zitat von Papst Pius XII.

Drittens habe ich in der Rede nirgends „Werbung um Toleranz für Homo- und Transsexuelle“ gemacht. Ich habe vielmehr festgestellt, dass das bei den Demoteilnehmern gar nicht nötig ist, da sie längst gemeinsam mit mir in der Sache kämpfen.

Zum Beispiel dagegen protestieren, dass junge Muslime, die in Deutschland leben, wenn ihre Homosexualität in der Familie bekannt wird, von ihrem Vater unter dem Ruf „Allahu Akbar“ mit Benzin übergossen und angezündet werden.

Ähnlich perfide und Vorurteile bedienend geht man mit dem Auftritt der Frauenrechtlerin Leyla Bilge (Foto links, zusammen mit David Berger kurz vor ihrer Rede) um. Da sie nicht homosexuell ist, glaubt die Bildzeitung die ausländerfeindlichen Ressentiments ihrer Leser bedienen zu müssen und findet es „schräg“ dass man eine Deutsch-Kurdin , die Mitglied der AfD ist, auf einer Demo in Cottbus auftreten lässt.

Verehrte Kollegen von der Bildzeitung bzw. Michael Sauerbier, dieser homophobe und ausländerfeindliche Artikel ist ein Meisterstück in Stürmerjournalismus. Man hat den Eindruck, dass ihr es regelrecht genießt, den endlich mal wieder rauslassen zu können ohne Angst zu haben, dass einen die Kollegen von den anderen gleichgeschalteten Medien oder die linksgrün abgestürzten Homo-Verbände an die Karre fahren.

Nachdem Merkel-Kritiker zu Untermenschen erklärt wurden, sind für Bildzeitungsschreiber auch wieder Dinge erlaubt, die ihr bisher nur hinter vorgehaltener Hand gesagt oder auf die Wände öffentlicher Toiletten geschmiert haben.

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