„Der größte Lump im ganzen Land, das ist und bleibt der Denunziant“

(Gastbeitrag) Die kürzlich erfolgte 30-tägige Facebook-Sperre des renommierten Kirchenhistorikers Dr. Michael Hesemann, welche als Reaktion auf einen islamkritischen Beitrag über ihn verhängt wurde, hat Wellen geschlagen.

Kurz darauf wurde eine gewisse Frau P. namentlich benannt, die durch ihre Meldung des Beitrags die Sperre ausgelöst haben soll. Ihr voller Name tauchte an mehreren Stellen im Zusammenhang mit Hesemanns Sperre auf, und auch ich übernahm diesen. Nach knapp 24 Stunden allerdings löschte ich diesen aus Zorn entstandenen Beitrag wieder, in der nüchternen Erkenntnis, dass die Denunziation einer Denunziantin um nichts besser ist. (Foto: Michael Hesemann (c) Thaler Tamas, CC BY-SA 4.0 , via Wikimedia Commons)

Der Zorn jedoch ist geblieben. Zorn darüber, dass jede Diktatur – egal welcher Couleur – beinahe mühelos ihre willigen Helfershelfer findet. Biedere, brave Zuträger haben sich zu allen Zeiten von den Mächtigen ködern und rekrutieren lassen.

Im naiven Glauben, einem höheren Gut zu dienen, lassen sich solche Leute kritiklos dazu benutzen, ihre Freunde, Nachbarn, ja sogar Familienmitglieder ob deren Gesinnung auszuspionieren. Und wehe, diese Gesinnung passt den Machthabern nicht ins Konzept: dann droht der Maulkorb, die Isolation.

In unserer hochtechnisierten und digitalisierten Zeit lassen sich solche Disziplinierungsmaßnahmen überdies relativ leicht und effektiv durchführen, indem der Delinquent kurzerhand ins virtuelle Aus geschickt wird. Auch seine Kommunikation lässt sich mit dem entsprechenden Equipment spielend überwachen.

Erich Mielke hätten sicherlich Freudentränen in den Augen gestanden, wenn er seinerzeit über solche Mittel hätte verfügen dürfen.

Zwar hat Heiko Maas mit dem Netzwerkdurchsetzungsgesetz die idealen Voraussetzungen dafür geschaffen, richtig geschmiert läuft das verhängnisvolle Räderwerk jedoch erst durch jene, die durch ihre Zuarbeit das notwendige Öl liefern.

Jene, die man in Kinderzeiten verächtlich als „Petzen“ betitelte, mit denen man nichts zu tun haben wollte. Wir erinnern uns: Die IM der Stasi erhielten im Gegenzug für ihre Dienste beträchtliche Privilegien, welche dem normalen DDR-Bürger verwehrt blieben. Was mich zu der Überlegung führt:

Falls bei den „Meldern“ irgendwann doch Zweifel an der Rechtmäßigkeit des Geschehens aufkommen sollten – womit wird man sie diesmal kaufen? Auf welche Art und Weise wird sich das Regime ihre Loyalität sichern?

Vor allem aber: Was muss (noch) geschehen, dass diese Menschen aufwachen und erkennen, wohin der Staatskarren fährt? Inzwischen sind eine Reihe von Leuten, meine Wenigkeit eingeschlossen, zu der Erkenntnis gelangt, dass wir uns nicht nur auf einem noch langen Weg in die Diktatur befinden, sondern längst teilweise dort angekommen sind.

Aber wir sind immer noch zu wenige und werden von den noch im Schlaf der Sicherheit Befangenen paranoid genannt. Wir seien hysterische Verschwörungstheoretiker, die den Teufel an die Wand malten.

Dabei ist der Teufel gar nicht mehr an der Wand, er hat sich losgerissen und wütet mitten unter uns, in der Politik, in der Gesellschaft und sogar in der Kirche.

Ob also Frau P. nun maßgeblich an der Facebook-Verbannung des Herrn Hesemann beteiligt gewesen sein mag oder nicht: Denunziation ist verachtenswert, sie ist widerlich.

Wer allen Ernstes die Sperre eines Menschen betreibt, befürwortet oder bejubelt, dessen einziges Verbrechen es gewesen ist, die Wahrheit anhand historisch nachweisbarer Fakten zu benennen, der sollte seine eigene Verfassungstreue in Frage stellen.

Noch haben wir ein Grundgesetz, noch gilt der Artikel 5, auch wenn er zusehends ausgehöhlt wird. Und noch können wir uns dagegen erheben, denn wir sind das Volk. Nicht nur 1989, sondern auch noch heute, fast 30 Jahre später.

***

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Nick FischerHamletAngstdeutscherRalf PöhlingSofie Recent comment authors
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Sofie
Gast
Sofie

Nunja da ja Wortzahl begrenzt gibt’s noch eine Anmerkung.Ich halte es für richtig solche Menschen beim Namen zu nennen.Das Problem ist aber ob das ein RL ist und nicht Fakename.Viel wichtiger ist finde ich Menschen für solche Seiten wie Ihre Herr Berger zu interessieren und bei Diskussionen seine Meinung zu vertreten.

Sofie
Gast
Sofie
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Ich habe sehr viele Jahre mit Denunziaten im Beruf und Privaten Kontakt gehabt.Damals konnte ich z.B ausweichen weil ich den Menschen ins Gesicht schauen konnte . Man wird misstrauisch,feinfühliger,schaut genauer hin und überlegt was man sagt. Heute gibts das Inet und es gibt diese Typen fast nur virtuell.Für mich sind das Feiglinge und Möchtegerns,aber viel gefährlicher weil Hinerhältiger!!

maru
Gast
maru

„dass die Denunziation einer Denunziantin um nichts besser ist.“
Sie haben das Prinzip GERECHTIGKEIT nicht verstanden. Die ist nun mal hart. Es soll ja auch wehtun. Darum heißt es ja auch in einem zutreffenden Sprichwort HART ABER GERECHT.
Der Denunziant bekommt so die Konsequenzen seiner eigenen Verderbtheit eingeschenkt.

r.v.d.m.
Gast
r.v.d.m.
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Man sollte aber auch nicht vergessen,
“ Das Ausland zollt Deutschland Respekt für
seine Asylanten-Politik ! “
Solche Überschriften, von den Verrats-Medien, muss heute der deutsche Bürger über sich ergehen lassen.
Das seine Heimat zu einer Kloake verkommt und schon
nahe am Messer-Recht wieder angekommen ist, ist diesen
Verbrechern egal.

Heimatloser
Gast
Heimatloser

ich halte das löschen des textes über frau pee für einen fehler. freilich soll man nicht gleiches mit gleichem vergelten (warum eigentlich?) aber eine sachliche information kann auch eine warnung für andere sein und hält der petze einen spiegel vor . . .

Biba
Gast
Biba

Entschuldigung, die Autokorrektur hat zugeschlagen. Ich meinte natürlich „Denunzation ist widerlich“ dem ist nichts hinzuzufügen

Biba
Gast
Biba

Demonstration ist widerlich, dem ist nichts hinzuzufügen, wohl noch dass es sich um Menschen mit geringem Selbstwert handeln muss.

Eta
Gast
Eta

Ja, die Denunziation hat wieder Hochkonjunktur. Ich muß unwillkürlich an die Denunziationen während des Nazi Zeit denken,z.B. als Erich Ohser,bekannt unter dem Pseudonym E.O. Plauen als Kartikaturist, dessen witzige Vater und Sohn- Geschichten ich als Kind regelrecht verschlungen habe,wegen seiner kritischen Äusserungen über das Naziregime von seinem Nachbarn angezeigt wurde. Denunziant überlebte.

Ralf Pöhling
Gast
Ralf Pöhling

Charakter und Anstand waren gestern. Der gesellschaftliche Konsens, dass man bestimmte Dinge einfach nicht tut, ist aufgekündigt. Die Deutschen beweisen wieder einmal, dass sie in der Breite oftmals nicht dazu in der Lage sind, verantwortungsvoll mit ihrer persönlichen Freiheit umzugehen. Eine Meinung darf man haben, Sie anderen verwehren zu wollen, zeugt von mangelndem demokratischen Verständnis.

Hans+Adler
Gast
Hans+Adler

Was liest und hört man seit 2015?

Denunzianten, Stasi, Antifa, Volksverräter, Flüchtlinge, Einzelfall, Lügenpresse, Messer, Mörder, Schläger, Vergewaltiger, Drogendealer, Brandstifter, Schleuser, Islamisten, Salafisten, Terroristen, Ehrenmord, Kriminelle, NoGo-Äreas, Musel-Clans, Nazis, Rechtspopulisten, Betonsperren, usw.

Dank an Merkel und alle Altparteien-Vasallen für all diesen Dreck.

Mario Bernkopf
Gast
Mario Bernkopf

Es gab viele Deutsche, die sich unter den Nazis und in der DDR sehr wohl gefühlt haben, und das Denunziantentum war Bestandteil dieses Wohlgefühls.

Auch die Hexenprozesse konnten nur stattfinden, weil es in der Bevölkerung viele Denunzianten gab, hauptsächlich Frauen.

Das Denunziantentum scheint also nur allzu menschlich zu sein.

Paul
Gast
Paul

Sehr geehrter Herr Gastschreiber,
Wie wahr Ihre Worte sind. Doch vergessen Sie nicht in der DDR wurden 2/3 von 1/3 überwacht. So viele wird’s auch heute geben. Arbeiten Sie sich nicht Ihre Nerven an solchen Menschen ab. Besser ist es sie mit Nichtbeachtung zu strafen. Ist aus Erfahrung etwas was sie in den Wahnsinn treibt.

Cloé
Gast
Cloé

Jedes diktatorische System lebt vor allem von diesen Denunzianten, denn nur diese machen das System und dessen Aufbau und Erhalt erst möglich. Daher sollte man den Spieß umkehren und selbige eben mit den eigenen Waffen „schalgen“, – öffentlich an die Pranger stellen. Nur das schreckt ab. Meine Erfahrung.

Peter Pertz
Gast
Peter Pertz
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Das grösste Schwein im ganzen Land, das ist der Denunziant.
Ich weis nicht wer diesen Spruch erfunden hat, aber er trifft zu.

Frank
Gast
Frank

„dass die Denunziation einer Denunziantin um nichts besser ist.“
Natürlich hast du Recht, lieber David,aber:
wir leben in tief gespaltenen Zeiten weltweit und man sollte mit sehr harten Bandagen kämpfen und nicht die rechte Wange hinhalten und Denunzianten an den Webpranger stellen, Serv. ins Ausl., NUR SO werden sie (ev.) erkennen was sie tun,die Zeiten haben sich massiv geändert! WEHRT EUCH!

Emmanuel Precht
Gast
Emmanuel Precht
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Facebook, die „Stasiakte zum selbstgestalten“.
Brauchte ich nie, habe ich nicht und lese nicht darin.
Wohlan…