Wie wir lernen, politisch korrekt zu sein. Ein Gastbeitrag von A.R.Göhring

Haben Sie im Februar vor einem Jahr den neuen Bibi-Blocksberg-Film mit ihren Kindern im Kino gesehen? „Bibi & Tina – Tohuwabohu total“. Klingt eigentlich harmlos. Denkste, denn die Handlung hat es in sich:

„Bibi und Tina begegnen bei einem Ausritt an den Fluss einem jungen Ausreißer, welcher sich als Aladin vorstellt und erklärt, dass er aus Syrien nach Deutschland geflohen sei. Sie nehmen ihn mit, sind jedoch überrascht als sie in der folgenden Nacht in einer Scheune auf die Brüder Karim und Sinan treffen, die ebenfalls angeben, aus Syrien zu stammen“. (Quelle Wikipedia)

Dann stellt sich noch heraus, dass Aladin ein Mädchen aus Albanien ist, die mohammedanisch zwangsverheiratet werden soll. Ach, und Donald Trump kommt auch noch vor – natürlich als fieser Bauunternehmer.

Eigentlich müsste die Qualitätspresse von diesem auch moralisch lehrreichen Plot ganz begeistert sein. Der FAZ war das Multikulti-Asyl-Getue allerdings zu viel: „Ein Desaster“ Und selbst der Spiegel erkennt zwar den „guten Willen“ an, meint aber es „geht … schrecklich schief“

Leider sind Journalisten längst nicht immer so hellsichtig. Viele von Ihnen, geneigte Leser, mögen sich noch an die Berichterstattung nach dem 11. September 2001 erinnern. Da wurde uns in Spiegel & Co. ausführlich dargelegt, dass die Flugzeug-Attentäter keineswegs typisch muslimisch seien, da die Friedensreligion traditionell ja sehr tolerant und vor gerade einmal 800 Jahren, also quasi gestern, zivilisatorisch Europa weit voraus gewesen sei. Nicht ganz falsch, aber damit längst nicht richtig; denn, wie Hamed Abdel-Samad erläutert, finden wir die fortschrittlichen Mohammedaner des Mittelalters nicht überall im riesigen Islamgürtel und erst recht nicht in Mekka und Medina. Nein, fortschrittlich und tolerant war man nur in einigen eher laizistischen Herrschaftszentren wie Bagdad, Cordoba, Kairo und Isfahan. Und auch hier nicht durchgehend: So wurde beispielsweise der jüdische Wesir (Kanzler) von Andalusien von einer gläubigen Meute gelyncht.

Und vor rund 600 Jahren war es denn auch in den kulturellen Zentren mit dem Fortschritt vorbei, als der Islam sich insgesamt nach der Erfahrung von Kreuzzügen und Mongoleneinfall wieder deliberalisierte. Von da an gaben Strenggläubige wie z.B. al-Wahab im 17. Jh. den Ton an.

Solcherlei Information findet man in den „Qualitätsmedien“ gar nicht bis selten, sondern nur bei Abdel-Samad oder bösen Blogs wie philosophia-perennis.

In den Massenmedien liest man begleitend zur mehrheitlich mohammedanischen Asylkrise eher Artikel nach bekanntem Jubel-Strickmuster. Nach dem typischen HuffPost-Stil:

„Wussten Sie zum Beispiel, welche Erfindungen wir dem Islam zu verdanken haben?“

Aber lassen Sie sich nicht veräppeln, diese Auflistung ist natürlich nur halb richtig. Die „arabischen“ Ziffern einschließlich der genialen Null sind eine indische Erfindung, die die Araber nur übernommen und in der Welt verteilt haben. Und so weiter und so fort. Interessant auch, dass Naturprodukte wie Kaffeebohnen als islamische „Erfindung“ gelten.

Der schreckliche Akif Pirincci entdeckte vor kurzem eine ganz ähnliche Liste mit Produkten, die wir ohne fremde Kulturen und wohl auch ohne Massen-Sozialmigranten angeblich nicht hätten, oder so. Zitronen, Rum, Sultaninen, Mandeln, Vanille, Zimt, alles von bunten Kulturen gebracht. Ist natürlich Unfug, denn die Produkte verdanken wir nicht einer fremden Religion, sondern der regionalen Geografie und Biologie.

Die Produkt-Karte spielte im Jahr 2017 auch einmal ein multikulturell-antinationalistisch gesinnter Franchise-Nehmer von Edeka in Hamburg. Der räumte doch glatt alle ausländischen Produkte aus seinem Laden und fotografierte anschließend die weitgehend leeren Regale, um zu beweisen, wie toll Multikulti doch sei, oder so (so genau weiß man nie, was Ideologen eigentlich sagen wollen).

Dummerweise wiesen einige schlaue Kommentatoren daraufhin,

…dass gerade Edeka gern mit regionalen Produkten werbe. Blöd natürlich, wenn dann in der besagten Hamburger Filiale fast alle Waren von weit her kommen.

Zudem ist absolut nichts Neues, dass Deutschland seit Ende des 19. Jhs. einen Großteil seiner Nahrungsmittel importieren muß. Also seit Kaisers Zeiten, als man in Deutschland alles andere als antinational eingestellt war.

Übrigens: Der Name „Edeka“ ist das Akronym von „Einkaufsgenossenschaft der Kolonialwarenhändler“ und stammt – aus der Kaiserzeit. Nicht sehr modern und politisch korrekt, oder?

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