Die Sinnlosigkeit des Protestantismus und der widerchristlichen Kirchenteilung – ein konservativ-katholischer Blick auf den Reformationstag 2017. Ein Gastbeitrag von Adam Elknakhal

[Streng evangelische Christen und Lutherfans, an die sich in guter Absicht dieser Kommentar besonders richtet, nehmen bitte vor dem Lesen Blutdrucktabletten oder anderweitig beruhigende Arznei ein. 😉 ]

Was ist der Unterschied zwischen der evangelischen und der katholischen Kirche? Als überzeugter katholischer Christ traut man sich im Deutschland des Jahres 2017 die Wahrheit kaum noch auszusprechen:

Die katholische, sprich allgemeine, Kirche ist die Kirche, die Christus vor zwei Jahrtausenden selbst begründete. Sie ist seine Braut, die den gesamten Globus umspannt und aus allen Kontinenten, Kulturen, Sprachfamilien, Völkern, sozialen Schichten ihre Glieder sammelt.

Die evangelische Kirche ist dagegen ein christlich geprägter, kirchenähnlicher Verein, welcher im Falle der EKD nur noch vereinzelt christliche Fragmente aufweist, an der Staatsgrenze endet und nur ein Viertel so alt wie die katholische Kirche. Die evangelische Kirche wurde nicht von Christus, sondern von dem sehr ambivalenten Martin Luther gegründet. In Deutschland ist die EKD inzwischen de facto der jeweils 17. Landesverband (oder zweite Bundesverband) der grünen, roten und dunkelroten Partei und kann kaum noch ernst genommen werden und mit Luther so viel zu tun hat wie Kim Jong-un mit der freiheitlichen Demokratie.

Ja! Luther war einer der todesmutigsten Persönlichkeiten des Abendlandes. Seinen Mut könnten sich viele Menschen zum Vorbild nehmen.

Ja! Die Reformation hat den widerchristlichen Missbrauch mit dem Ablasshandel beendet. Sie hat die katholische Kirche dadurch wieder etwas heiliger gemacht.

Ja! Die Bibelübersetzung hat die Stellung der Laien gegenüber den Klerikern auch in der katholischen Kirche angehoben. Die Schrift rückte wieder in den Mittelpunkt der christlichen Religion.

Nein! Luther war kein Heiliger. Man könnte meinen: Sein Antijudaismus vererbt er der evangelischen Kirche bis zum heutigen Tage. Dies zeigte sich in diesem Reformationsjahr beim Evangelischen Kirchentag, der die messianischen Juden ausgeladen hat.

Nein! Die Reformation war und ist nicht die Rettung des Christentums. In Deutschland und anderen Staaten der westlichen Welt liegen die Austritte aus der evangelischen Kirche weit über jenen aus der katholischen Kirche.

Nein! Die Kirchenteilung ist keine bunte Vielfalt. Sie ist die sinnlose Trennung der Protestierenden von der einen, heiligen, katholischen und apostolischen Kirche.

„Katholisch“ meint dabei keine Konfession, keine Konfessionsgrenze, sondern schlicht „allgemeingültig“. Die Kirche ist eine von Menschen verwaltete Institution, die jedoch von Gott selbst gegründet wurde. Und genau das ist der Unterschied zwischen der Kirche und dem Verein EKD und den anderen protestantischen Vereinen.

Im 16. Kapitel des Evangeliums nach Matthäus spricht Jesus zum hl. Simon Petrus:

<< Ich aber sage dir: Du bist Petrus und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen und die Mächte der Unterwelt werden sie nicht überwältigen. >>

Zum Leidwesen von Margot Käßmann wird es die katholische Kirche also bis zum Ende der Welt- und Menschheitsgeschichte geben. Nicht um die verstrahlte EKD zu ärgern, nicht um Atheisten zur Weißglut zu bringen und auch nicht um die eigenen Gläubigen an der Kirche verzweifeln zu lassen, sondern weil es schlicht und ergreifend der Wille des Schöpfers ist, dass seine Kirche unbezwingbar bleibt – trotz der vielen Schismen, trotz der Reformation, trotz Aufklärung und Atheismus, trotz weltweiter Islamisierung, trotz Kirchenfeinden in den eigenen (Führungs-)Reihen.

Trotz dieser Gewissheit schmerzt die Teilung der Christenheit und besonders im sehr gespaltenen deutschsprachigen Raum. Noch mehr schmerzt als die eigentliche Teilung schmerzt jedoch der Umstand, dass diese Teilung Anlass zu unverhohlener Freude ist. Mit Stolz feiern Protestanten seit fünf Jahrhunderten ihren Stillstand in einer Sackgasse, die so lange eine sinnlose und traurige Sackgasse bleiben wird, ehe sie nicht kehrt machen, den falschen Weg zurückgehen und den Weg in die Kirche gehen.

Auf Hochdeutsch könnte man auch sagen: Der Zustand der beiden Volkskirchen in Deutschland ist nicht zum Besten bestellt. Das (vegan und klimafreundlich hergestellte) Schrottfahrrad EKD zieht den nicht-gewarteten Trabbi römisch-katholische Kirche immer weiter in den Abgrund – in die Kirchenhölle des Diesseits. Anstatt das Schrottrad und die Schrottkarre zusammenzubauen zu einem neuen Schrottkonstrukt wird es Zeit, dass das nicht mehr zu rettende Schrottfahrrad allein gegen die Wand fährt und die Fahrer im Trabant den Wagen warten, um die protestantischen Schrottradfahrer mitzunehmen, die der Sackgasse Protestantismus entfliehen wollen.

Ansonsten bleibt die katholisch-protestantische Kirchenteilung ein Schmerz, der vor 500 Jahren von Deutschland in die Welt getragen wurde und wohl auch nur in Deutschland wirksam beendet werden kann. Dies mag aber nochmals 500 Jahre dauern. Vielleicht ist dann in 2517 auch wieder bundesweiter gesetzlicher Feiertag – wenn es die Bundesmullahs erlauben…

Doch ein Trost bleibt auch dieses Jahr am 31. Oktober: Wie ein jeder „Reformationstag“ mündet auch der 500. Jahrestag des Thesenanschlages in das katholische Hochfest Allerheiligen und Allerseelen.