(David Berger) Kein Buch hat in diesem Jahr bislang für so viel Aufregung gesorgt wie Sieferles „Finis Germania“.

Erst vor einigen Tagen sah sich der „Spiegel“ genötigt, seine Bestsellerliste nach den Maßstäben der politischen Korrektheit, die am laufenden Band Fakenews produziert, zu „bereinigen“.

Auf Platz 6 war ärgerlicherweise Sieferles Skandalbuch gelandet. Aber weil nicht sein kann, was nicht sein darf, klaffte bei der von Amazon übernommenen Liste des Spiegel zunächst ein weißes Loch. Als alle Welt begann, über solcherlei offene Zensur den Kopf zu schütteln, dann der erbärmliche Versuch des Retuschierens: auf Platz 6 stand nun auf einmal „Der kleine Vogel, der unsere Familie rettete“.

Henryk Broder dazu treffend: „Freitagfrüh war bei Amazon auch das Loch in der „Spiegel“-Sachbuch-Bestseller-Liste verschwunden. Nichts, außer einem Screenshot vom Donnerstag, deutet mehr darauf hin, dass es an dieser Stelle kürzlich noch eine Leerstelle gab.

Auf diese Weise hatten auch sowjetische Zensoren einen Beitrag zur Geschichtsschreibung geleistet. Der Konterrevolutionär Trotzki wurde von Fotos wegretuschiert und die Spuren der Retusche ebenfalls beseitigt.“

Medien vermeldeten bereits vor einigen Wochen, dass der zuständige Kulturredakteur beim NDR überlege, sich mit der Jury darüber abzustimmen, dass „einzelne Bücher/Titel bei uns ‚verboten‘ werden sollen, weil sie allzu rechts, links oder sonst wie ungeliebt sind“.

Von den Mächtigen und ihren Medien verbotene Bücher?

Der Schritt hin zu dem Ruf „Wir übergeben dem Feuer die Bücher von …“ ist da nur noch ein kleiner.

In welche dunklen Zeiten fällt unser Vaterland derzeit zurück?