(David Berger) Im Zusammenhang mit der Abstimmung des Bundestags über die Eheöffnung für gleichgeschlechtliche Paare, passierte etwas, das unter normalen Umständen eigentlich gar keiner Notiz wert gewesen wäre:

Sowohl in der Druckausgabe der FAZ als auch hier auf meinem Blog erschien zeitgleich der Gastbeitrag eines Johannes Gabriel. Der Autor hatte den Beitrag ohne mich davon in Kenntnis zu setzen, der FAZ und mir angeboten. Solche Dinge kommen in der Medienwelt immer mal wieder vor, obwohl sie es eigentlich nicht sollten. So weit so normal. Oder doch nicht: Der Beitrag übte harte, aber keineswegs ehrverletztende Kritik an der Öffnung der Ehe für alle und glaubte vor den Konsequenzen, besonders im Adoptionsrecht, warnen zu müssen.

Der Ärger über den provokanten Text weckte in sich sonst gerne seriös gebenden Journalisten auf einmal regelrechte Verschwörungsphantasien. Die Tatsache, dass sie zu „Johannes Gabriel“ kaum etwas im Internet fanden, kombiniert mit der Entdeckung des parallelen Erscheinens, ließ sie schlussfolgern, der Text könne eigentlich nur aus meiner Feder stammen.

Innerhalb weniger Stunden war das Gerücht geboren sowie emsig verbreitet und ich wurde in den sozialen Netwerken, später dann von verschiedensten Medien bis hin zu Spiegel-Online zum „homophoben Schrankschwulen“ und zum „Rechtsradikalen“ erklärt.

♦ Was die selben Medien noch kurze Zeit zuvor über mich schrieben,

♦ was der Auslöser für den Wandel ihrer Einschätzung meiner Person war,

♦  und inwiefern mein Fall exemplarisch ist für den Zustand unserer Mainstream-Medien und des „Kampfs gegen rechts“,

können Sie in meinem Beitrag in der heute erscheinenden Ausgabe der ZEIT nachlesen:

FÜHLT SICH ÜBEL AN – Er wurde als schwuler Kirchenkritiker gefeiert, mun soll er ein Schwulenhasser sein. Der Theologe David Berger über seine Verfemung

Für mich ein ganz wichtiger Satz aus dem Artikel:

„Ich glaube, es gibt einen neuen säkularen Dogmatismus, der im Gewand der Toleranz auftritt, aber nur eine Wahrheit gelten lässt. Abweichende Meinungen werden als rechte Hassrede abqualifiziert.
So kommt es, dass plötzlich liberale Muslime als islamophob gelten und schwule Kritiker der Homoehe als homophob.“
Erfreulich fair die Vorstellung meines ZEIT-Beitrags in der Wiener: PRESSE

Und ein gutes Zeichen gibt’s auch schon mal: Patrick Bahners von der FAZ regt sich auf und vergleich Matussek und mich mit Horst Mahler …: