Ein Gastbeitrag von Kai Knut Werner

In der SPD knallen scheinbar minütlich die Sektkorken. Oder soll ich eher sagen „die Kronkorken“? Nicht der Champagner fließt in strömen, sondern das Export und Pils. Sorry, ich vergaß – da gibt es einen, der angeblich nix mehr trinkt. Dies hat er früher gemacht und wollte dann sein Leben beenden, weil er es nicht mehr im Griff hatte. Aber, er ist noch da – er machte eine Ausbildung als Buchhändler, wobei er nicht danach aussieht, ein Literat zu sein.

Scheinbar merkte er dies sehr schnell selbst und wurde Bürgermeister in dem bis vor kurzem völlig unbekannten Würselen. Und jetzt ist er der „neue Messias der Sozialdemokratie“.

Zeit zurückzuschauen und zu fragen: Was hat er in Würselen erreicht? Na ja, in Erinnerung bleibt dort ein Spaßbad, der Spaß liegt nicht wirklich am „Baden“, sondern der „Spaß“ kostet den Steuerzahler jedes Jahr viel Geld. Wäre der wehrlose Steuerzahler nicht, wäre der Badespaß des ehemaligen Bürgermeisters von Würselen schon längst geschlossen!

Natürlich fehlt dieses Geld vor allem denen, die der jetzige Messias der Sozialdemokratie eigentlich erreichen will. Ja, der „kleine Mann“ zahlt dafür – entweder direkt oder indirekt. Dieses Geld fehlt sozialen Einrichtungen, Schulen, Jugendprojekten usw.

Aber die Karriere war in Würselen noch nicht zu Ende. Es folgte Kreispolitik und dann ging es direkt ins Europäische Parlament! Bei all dem, was wir wissen, gleicht dies einem Lotto-Gewinn. Was ist bekannt vom Europa Parlament? Dies ist der Laden, der sich darüber Gedanken macht, was für eine Krümmung die Gurke hat oder wie groß die Butterberge und Milchseen sind!

Die Institution ist aber auch dafür bekannt, dass da die Parteien ihre „Altgedienten“ parken. Da fallen einem sofort Günther Oettinger oder auch Edmund Stoiber ein. Aber auch andere Mitglieder der etablierten Parteien tummeln sich in Brüssel.

Bis jetzt wollte keiner zurück, dies liegt auch an der fürstlichen monetären Belohnung der EU Parlamentarier. Vor allem, ist es die „freie“ Gestaltungsmöglichkeit“, die viele lockt. Man bekommt für alles mögliche irgendwelche Zuschläge und fast keiner schaut genauer hin. Hinzu kommt dass man den persönlichen Reichtum durch eine Unterschrift auf Sitzungslisten vermehren kann. Hingehen, unterschreiben und die Euros kommen nur so angeflogen.

Wenn einer freiwillig den Selbstbedienungsladen „EU-Parlament“ verlässt und sich in die Niederungen der Deutschen Politik begibt, ist er tatsächlich und irgendwie eine „Lichtgestalt“, ein Messias, der aus dem Paradies hernieder steigt in die Niederungen, um uns zu retten.

Und deshalb wird er auch nicht irgendwas, sondern gleich der kommende Kanzlerkandidat der SPD – der Hoffnungsträger und Herausforderer, der Merkel vom Thron stoßen will, der die Sozialdemokraten vereint und für die kleinen Leute da ist!

Bei Schulz würde ich in Anlehnung an einen anderen Politiker sagen: „Make the SPD great again“. Schulz ist nur zuständig für die Sozialdemokratie, das Land scheint nicht zu interessieren!

Ein schönes Beispiel für solche machtpolitische Arroganz der SPD ist Rot-Dunkelrot-Grün in Berlin. In Berlin spielt sich gerade ein politischer Amoklauf einer Truppe von Machtgeilen ab, der für diese Metropole eine Schande ist.

Die politisch handelnden Personen benehmen sich wie Politiker aus der Provinz. Und da schließt sich der Kreis. In Berlin regiert ein Sozialdemokrat, der gelernter Drucker ist. Und Deutschland soll demnächst von einem gelernten Buchhändler regiert werden!

Böse gesagt – der Inhalt eines Buches erschließt sich noch nicht, wenn man es nur druckt oder damit nur handelt!

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Foto: © Claude Truong-Ngoc / Wikimedia Commons – cc-by-sa-3.0 [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons