Ein Gastbeitrag von Thomas Böhm (Jouwatch)

Es sieht wahrlich nicht gut aus für unser Land, sollten sich diese Umfragewerte verfestigen – Die dts-Nachrichtenagentur schreibt:

Nachdem Umfrageinstitute wie Infratest und INSA bereits in den letzten Tagen einen deutlichen Sprung für die SPD auf 26 bis 28 Prozent gemessen hatten, legt die Partei bei Emnid jetzt noch weiter zu. Im Sonntagstrend, der für „Bild am Sonntag“ erhoben wird, gewinnt die SPD im Vergleich zur Vorwoche sechs Punkte und erreicht jetzt 29 Prozent. Das ist der höchste Wert in der Emnid-Umfrage seit mehr als vier Jahren.

Damit verringert die SPD den Rückstand auf die Union binnen einer Woche von 14 auf 4 Prozentpunkte. CDU/CSU verlieren vier Punkte und kommen nun nur noch auf 33 Prozent. So nah beieinander lagen die beiden großen Parteien zuletzt im Juli 2012. Emnid-Meinungsforscher Torsten Schneider-Haase sagte der BamS: „Martin Schulz gelingt es, vor allem ehemalige SPD-Wähler zurückzugewinnen und sie emotional anzusprechen. Eine so starke Verschiebung der Parteipräferenzen binnen einer Woche ist einmalig.“ Schon eine Änderung von drei Prozentpunkten sei äußerst selten. Neben der Union sind auch Grüne und Linke Leidtragende des Schulz-Booms.

Beide Parteien verlieren jeweils zwei Prozentpunkte und erreichen jetzt 8 Prozent. Mit zusammen 45 Prozent kommt eine rot-rot-grüne Mehrheit jedoch in Reichweite.

Unverändert bleiben die AfD mit 11 Prozent und die FDP mit 6 Prozent.

Die Sonstigen erreichen 5 Prozent (Plus 2). Besonders stark zulegen kann die SPD unter Schulz mit acht Prozentpunkten bei Frauen. Den Wählerinnenanteil steigerte sie von 22 auf 30 Prozent. Bei den Männern legte sie um drei Punkte von 24 auf 27 Prozent zu. Die Union wiederum verlor bei den Wählerinnen fünf Punkte und erreicht nun 36 Prozent. Bei den Männern sind es 30 Prozent (minus drei). Im Osten tauschen SPD und Linke die Plätze. Wollten vor einer Woche noch 17 Prozent der Ostdeutschen die SPD wählen und 23 Prozent die Linke, sind es nun 24 Prozent für die SPD und 17 Prozent für die Linke.

Die Union fällt im Osten von 32 auf 27 Prozent. Könnten die Bundesbürger den Regierungschef direkt wählen, liegt Bundeskanzlerin Angela Merkel in der Emnid-Umfrage noch knapp vor ihrem Herausforderer. So gaben 41 Prozent in der BamS-Umfrage an, in einer Direktwahl für Merkel zu stimmen, 38 Prozent für Schulz.

Andere Umfrageinstitute hatten bei dieser Frage sogar einen deutlichen Vorsprung für Schulz gemessen. Für den Sonntagstrend hat Emnid zwischen dem 26. Januar und dem 2. Februar 2.233 Personen befragt. Frage: „Welche Partei würden Sie wählen, wenn am nächsten Sonntag Bundestagswahlen wären?“ Für die Umfrage zu Schulz/Merkel hat Emnid am 2. Februar 500 Personen befragt. Frage: „Angenommen, Sie könnten den Bundeskanzler direkt wählen und hätten die Wahl zwischen Angela Merkel und Martin Schulz. Für wen würden Sie sich entscheiden?“ Nach Angaben des Instituts soll die Auswahl aller Befragten repräsentativ sein.

Den meisten Deutschen ist wirklich nicht mehr zu helfen, aber es ist ja nicht das erste Mal, dass sie auf einen populistischen Blender hereinfallen, der sich dann nach der Wahl als Brandbeschleuniger entpuppt, Deutschland außenpolitisch weiter in die Isolation treibt und die Spaltaxt noch tiefer in unsere Gesellschaft treibt.

Klar, dass man bei der CDU nervös wird. Wieder dts:

Kurz vor dem sogenannten „Friedensgipfel“ von CDU und CSU am heutigen Sonntag reagieren konservative Politiker alarmiert angesichts des Umfrageabsturzes der Union. Wolfgang Bosbach nannte die sinkenden Zustimmungswerte gegenüber „Bild am Sonntag“ einen „Weckruf“. Die Union brauche einen klaren politischen Kurs.

„Wir müssen aufpassen, dass wir nicht auf der Suche nach einem neuen Wähler zwei Stammwähler verlieren“, so Bosbach. Harte Kritik gibt es von CDU-Spitzenpolitikern auch an der Entscheidung, den SPD-Politiker Frank-Walter Steinmeier als gemeinsamen Bundespräsidentenkandidaten zu nominieren. Die Union fürchtet Jubelbilder von SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz, der als Wahlmann bei der Bundesversammlung prominent vertreten sein wird, mit seinem Parteifreund Steinmeier.

Ein CDU-Präsidiumsmitglied sagte der „Bild am Sonntag“:

„Bei diesen Sozi-Festspielen bleibt einem die Wahl von Steinmeier zum Bundespräsidenten im Halse stecken. Es rächt sich nun bitter, dass wir keinen eigenen Kandidaten haben.“

Nach BamS-Informationen werben sogar einige Merkel-Kritiker aus der Unionsbundestagsfraktion dafür, Steinmeier nicht zu wählen.

Und noch mal ein Unionspolitiker, dem die Panik ins Gesicht geschrieben steht:

Angesichts der guten Umfragewerte für den designierten SPD-Kanzlerkandidaten Martin Schulz hat CDU-Generalsekretär Peter Tauber Geschlossenheit in der Union angemahnt. Den Zeitungen der Funke-Mediengruppe sagte Tauber: „Es ist nichts Ungewöhnliches, dass ein neuer Kandidat erstmal Neugier und Interesse weckt.“ Umso mehr komme es auf die Geschlossenheit von CDU und CSU an, so Tauber weiter.

„Jetzt ist klar, worum es geht: Angela Merkel oder Martin Schulz, eine CDU-geführte Regierung oder Rot-Rot-Grün“, erklärte der Generalsekretär. Tauber kritisierte, „bislang spielt der Kandidat Schulz die alte Leier“: Es sei immer nur das Gerechtigkeitsthema, mit dem die SPD schon zweimal nicht gewonnen habe. „Wenn man mal wüsste, wofür der SPD-Kandidat sonst noch steht, könnten wir uns auch ernsthaft damit auseinandersetzen“, sagte der CDU-Generalsekretär.

„Wenn er jedoch weiter inhaltsleer bleibt, werden wir auch das thematisieren“, kündigte Tauber an.

Bosbach wie immer klar, Tauber wie immer arrogant, leere Worthülsen spuckend. Aber beide klingen so, als ob es wirklich eng werden könnte.

Absurderweise hätte dann der Slogan „Merkel muss weg“ seine Schuldigkeit getan, eben weil er auch bei den Linken gewirkt hat, oder der Hass auf diese Dame sitzt überall so tief, dass man sogar die schlechtere, weitaus gefährlichere Alternative vorzieht. Das phänomenale an der Schulz-Kandidatur ist die Tatsache, dass hier ein Typ Kanzler werden will, den fast niemand im Land wirklich kennt, der für nichts steht, außer für sich selbst. Das wäre im Normalfall nicht so günstig, im Falle von Schulz scheint das aber ein Vorteil zu sein.

Das Stimmvieh muss schon gekeult worden sein, bevor es in die Schlachterei getrieben wurde und es sieht wieder einmal so aus, als ob Deutschland durch einen Mann wie Martin Schulz erst richtig in den Abgrund gezogen werden muss, damit hier wieder politische Vernunft einkehrt.

Es sieht so aus, als ob die Mehrheit der Bürger jemanden bevorzugen, der mit einem Porsche gegen die Wand fährt, als jemanden wie Merkel, der es mit einem Trabbi probiert hat.

So oder so, für die Zukunft unseres Landes, sieht es bei diesen Kandidaten düster aus. Hoffen wir, dass wir es aus der Dunkelheit dann aus eigenen Kräften wieder heraus schaffen und nicht noch einmal die Alliierten (oder die Zange Putin und Trump) zur Hilfe rufen müssen.

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Foto: (c) Screenshot youtube

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