(Julian Schöninger) Vor wenigen Tagen hat es sich zum sechsten Mal gejährt, dass Lamya Kaddor in einem Pamphlet beim linkspopulistischen „Migazin“ ihre generelle Ablehnung gegenüber der westlichen Welt zum Ausdruck brachte.

Ausgangspunkt ihres damaligen Artikels war die Tatsache, dass im Sarrazin – Jahr 2010 vermehrt und zu Recht auf die totale Unfähigkeit des Islams zum Fortschritt
hingewiesen wurde. Man nannte eben Gründe, „warum die Muslime so rückständig sind“. Kaddors Antwort hatte es in sich:

„In letzter Zeit hört man immer wieder zwei schlagende Argumente für die Rückständigkeit des Islam. Eines davon lautet, dass es in der gesamten islamischen Welt nicht eine einzige Demokratie gebe. Dem mag man im ersten Moment beipflichten, genauso wie der Aussage, dass es kein afrikanisches Land mit einer Demokratie gebe oder kein buddhistisches.

Der Hinweis auf die Türkei wird in der Regel damit gekontert, dass diese keine echte Demokratie sei, weil sie zu viele Defizite aufweise. Wenn dem so wäre, ist sie es ebenso wenig wie Südafrika, Thailand oder Brasilien, nur mit dem Unterschied, dass diesen Ländern in unseren Diskussionen der Status seltener abgesprochen wird. Aber bleiben wir beim Inhaltlichen.“

Fakt ist: In der gesamten islamischen Welt gibt es keine einzige (!) eche Demokratie. Das war 2010 so und hat sich bis heute nicht geändert. Ganz im Gegenteil. Die islamischen Länder auf der Welt, die in ihrem Fanatismus nicht ultra – extrem ausgeprägt sind, machen sich dennoch schwerster Menschenrechtsverletzungen schuldig.

So ist es zum Beispiel in Ägypten und Malaysia üblich, dass die ganz große Mehrheit der jungen Mädchen ohne (!) Bestrafung der Täter im Genitalbereich zwangsverstümmelt wird, also in einer barbarischen Prozedur die Klitoris und / oder die Schamlippen abgeschnitten wird / werden. Ägypten ist im Übrigen ein afrikanisches Land.

Was all das mit dem friedfertigen Buddhismus zu tun haben soll, bleibt Frau Kaddors Geheimnis (Stichwort: Whataboutism). Nun geht es weiter zur Türkei. Die Türkei trägt mindestens eindeutige Züge einer Diktatur. Das war 2010 schon so und auch das gilt heute mehr denn je. Wenn Frau Kaddor vor sechs Jahren allen Ernstes auf die Türkei als wunderbares Beispiel einer funktionierenden Demokratie verwiesen hat, dann mutet das höchst seltsam an.

Südafrika, Thailand und Brasilien werden nur für eine weitere Whataboutismus-Finte bemüht. Es geht, wie gesagt, um den Islam und nicht um tropische Mafiastaaten. Zum „Inhaltlichen“ ist Frau Kaddor an dieser Stelle des Textes noch immer nicht gekommen, weshalb das Verb „bleiben“ eine glatte Täuschung ist.

Abschließend bliebe noch zu klären, warum die Dame vom „wir“ spricht. Der Pluralis Majestatis ist nicht angemessen, es sei denn, Madame Kaddor ist mittlerweile nicht nur „Islamwissenschaftlerin“ (ein Titel, der sich durch die Recherchen von Henryk M. Broder und Roland Tichy als Hochstapelei entpuppte), sondern auch noch Königin.

Und weiter geht`s:

Über welches andere Mitgliedsland der 57 Staaten der Organisation der Islamischen Konferenz wollen wir hinsichtlich der Demokratiefrage reden? Über den Irak? Über Afghanistan? Oder eines der anderen Staaten, in denen fremdländische Kulturen in den vergangenen Jahrzehnten kräftig an den Rädern der Macht gedreht haben – mal so herum, mal so herum? Wir können auch über den Iran sprechen, es muss ja nicht immer gleich ein Krieg mit ausländischer Beteiligung sein, der die eigenständige Entwicklung gestört hat.

Wer griff dort in den 50er Jahren noch mal ein, um das autoritäre Regime von Schah Reza Pahlavi zu stärken, dessen Herrschaft später in die Islamische Revolution mündete? Richtig, ebenfalls Ausländer, schließlich mussten diese den Zugriff auf die iranischen Bodenschätze sicherstellen, was ihnen der Schah im Gegensatz zu den demokratischen Kräften im Land nun mal großzügig gewähren wollte. Und wenn wir schon dabei sind, fragen wir uns doch auch gleich, wie viele fremdländische Kulturen im Gegenzug eigentlich in Deutschland, Frankreich und Großbritannien die Geschicke manipuliert haben? Richtig, keine!

Hier zeigt sich endgültig das wahre Gesicht von Frau Kaddor. In bester Todenhöferscher Manier kurbelt Frau Kaddor kräftig die totalitär – islamistische Verschwörungstheorie vom bösen Westen an, der an allem Unglück der armen islamischen Welt schuld ist; aber nicht nur das.

Die „fremdländischen Kulturen“, wie sie es nennt, haben den armen Islam – Ländern natürlich auch noch auf alle Zeit die Chance für eine freiheitlich – demokratische Reform genommen. Auch daran ist der Westen schuld.

Der Iran, das vielleicht schlimmste aller Islam-Länder, ist also nicht etwa wegen des faschistischen Charakters des Korans, in dem in gefühlt jeder vierten Zeile zum Morden aufgerufen wird, so schrecklich geworden, sondern der Westen ist an allem schuld. Die Schmierigkeit, das Selbstmitleid, die Opfer-Sucht und die zur Schau gestellte Hilflosigkeit von Frau Kaddor ist spätestens an dieser Stelle nicht mehr erträglich.

Ich möchte es den Philosophia Perennis-Lesern an dieser Stelle ersparen, weiter Punkt für Punkt auf den genuin dummen Artikel von Frau Kaddor eingehen zu müssen. Er ist ja hier verlinkt und kann so jederzeit in seiner Gänze genossen werden.

Man kann ihn aber auch ganz kurz zusammenfassen: Moslems waren und sind immer Opfer, die Nobelpreise wurden ihnen geklaut, vor 1200 Jahren haben sie mindestens die Astronomie, wenn nicht sogar gleich die ganze Welt erfunden und auch sonst ist alles einfach total unfair.

Die Frage, warum die Muslime international so rückständig sind, hat die gute Frau Kaddor bis heute nicht beantwortet.

Man kann nur hoffen, dass diese Islamversteherin niemals wieder auch nur in die Nähe einer Schulklasse kommt und die (mindestens) fünf Schüler, die sich nach dem Islam – Unterricht von Frau Kaddor so radikalisiert hatten, dass sie als Terroristen zum Morden in die Welt gezogen sind, nicht erst der Anfang einer langen Kette von gezüchteten Mördern sind.

Good riddance.

***

Foto: © Raimond Spekking, via Wikimedia Commons

11 Kommentare

  1. Danke für diesen Artikel, Julian Schöninger! Ich schließe mich Ihnen an: „Man kann nur hoffen, dass diese Islamversteherin niemals wieder auch nur in die Nähe einer Schulklasse kommt“.

  2. Mir tut Frau Kaddor inzwischen leid. Man kommt nicht voran, wenn man die Opferrolle nicht ablegt! Somit ist man selbst ein lebender Beweis für die Stagnation der Kultur.
    Zudem erniedrigt man sich – indem man sich stets als Opfer stilisiert – in einem Ausmaß, in welchem kein Außenstehender es je könnte.

      • Ich weiß was Sie meinen! Die Verachtung die ich seinerzeit für diese Dame empfand, fokussiert sich nunmehr auf jene, die sie wiederholt auf ein Podest stellen um sie ausgiebig zu beklatschen.^^

  3. Einige Worte zur Wissenschaft im Islam:

    (1) In der islamischen Welt wurde im Mittelalter das Wissen der Antike bewahrt und ausgebaut. Dies erfolgte auf der Basis einer arabischen und persischen Tradition, die ebenfalls aus dem Altertum stammte. Sobald der Islam als Religion dominierte (ab etwa 1200), war es mit Wissenschaft und Philosophie vorbei.

    (2) Die im Mittelalter betriebene Philosophie und Wissenschaft waren metaphysisch und über weite Strecken theologisch dominiert. Sie haben mit der neuzeitlichen Wissenschaft, die sich wesentlich als experimentell und hypothetisch definiert, nichts und mit der neuzeitlichen Philosophie fast nichts zu tun. Als initiale Übermittler waren sie für die westliche Entwicklung zwar höchst wertvoll, doch wurde die arabische Philosophie bereits ab dem 13. Jahrhundert mit Thomas von Aquino und anderen an Breite und Tiefe überboten, die Naturforschung ebenfalls. In der islamischen Welt herrscht seitdem das Klima der systematischen Erstickung, nicht ohne Grund war der Buchdruck lange Zeit verboten. Auch hat sich der Islam von dem Prinzip „philosophia ancilla theologiae“ seit 800 Jahren nicht emanzipiert. Das hat offenbar nichts mit dem US-Imperialismus zu tun.

    (3) Ein weiterer Anschub der westlichen Entwicklung geht indirekt und unwillentlich auf den Islam zurück, nämlich die Vertreibung byzantinischer Gelehrter, die antike Manuskripte in den Originalsprachen mitbrachten. Dies fiel nach der Inkubationszeit des Mittelalters auf extrem fruchtbaren Boden.

    (4) Die Entwicklung der Wissenschaft und Technik in den letzten 500 Jahren erfolgte in der westlichen Kultur. Komplett. Gleiches gilt für die Philosophie in ihrer unübersehbaren Vielfalt. Ebenfalls für Literatur und Musik. Letztere ist nach Auffassung vieler Islamlehrer weitgehend oder ganz verboten. Daher gibt es keine Musikkultur, die auch nur im Entferntesten mit der westlichen vergleichbar wäre, von der Ars subtilior des Mittelalters bis zur seriellen Musik der Moderne. Es gibt dort keinen Bach, Mozart, Strawinsky oder Schönberg, und auch keine Beatles und Rolling Stones. Es gibt keine „Schöne Literatur“, keinen Shakespeare, Goethe, Proust, Kafka, Joyce, Hemingway usw. Die Bildende Kunst ist auf Ornamentales beschränkt, das teils großartig ist, gleichwohl beschränkt. Auch die abstrakte Kunst entwickelte sich nicht, da sie die figurale zur Voraussetzung hat. All das geht auf die bis heute maßgeblichen Schwarz-Weiß-Einordnungen von halal und baba zurück, die moslemischen Lehrwerke sind voll davon. Kodifizierte Borniertheit. Es gibt hierzulande islamische „Dichter“, die sich ihre Texte vorher von Schriftgelehrten genehmigen lassen, damit sie nur ja kein baba enthalten. Was da herauskommt, ist klar.

    (5) Abdus Salam war Nobelpreisträger für Physik und britisch-indischer (pakistanischer) Moslem, im Wesentlichen im Westen erzogen und arbeitete auch dort. Er versuchte über längere Zeit, das akademische Niveau in den islamischen Staaten anzuheben. Seine Erfahrung war, dass man Technik begrüßte, aber Grundlagenforschung, mithin Wissenschaft im eigentlichen Sinne, ablehnte, da sie dem Glauben gefährlich werden könnte. Daher gibt es auch in den reichen Golfstaaten praktisch keine Grundlagenforschung, ebenfalls keine relevante akademische oder industrielle Ingenieurswissenschaft, wie man u. A. an den Zahlen von Patenten sieht und vergleichenden Untersuchungen entnehmen kann, die das erbärmliche Niveau belegen. Generell scheint internationalen Studien zufolge eine islamische Sozialisation im Durchschnitt mit besonders niedrigen Leistungen in Mathematik einherzugehen.

    (6) Die Feindschaft gegenüber eigentlicher Wissenschaft, die nur unreglementiert von Religion gedeiht, zeigt sich auch darin, dass weltweit Moslems weitaus überwiegend Kreationisten sind. Selbst in einem vergleichsweise liberalen Land wie der Türkei führte das Lehren der Evolutionstheorie bereits vor Jahren dazu, dass man vor Gericht gezogen wurde. Wenn behauptet wird, der Islam sei nicht wissenschaftsfeindlich, wird (a) zwecks Ablenkung als Beleg immer das Mittelalter herangezogen und (b) bei näherem Nachfragen erklärt, dass wahre Wissenschaft niemals dem Koran widersprechen könne, d.h. der Wissenschaftsbegriff wird passend eingeengt. Kein Wunder, dass man mental im Mittelalter stehengeblieben ist. Diese Irreführungen zielen ad usum asinorum und werden auch prompt von Westidioten nachgebetet. Davon gibt es ja mehr als genug. Frau K. halte ich übrigens zwar für politisch gefährlich, aber intellektuell nicht satisfaktionsfähig.

    • Vielen Dank für diese Klarstellungen, R.J.! Sie haben das ganz wunderbar zusammengefasst. Wenn Sie einverstanden sind, würde ich Ihren Kommentar David Berger gerne als eigenständigen Artikel auf Philosophia perennis vorschlagen. Ich halte dieses Thema für enorm wichtig, weil Sie mit vielen Fehlvorstellungen aufräumen. Ich kam in meinen eigenen Nachforschungen zu ganz ähnlichen Ergebnissen. Wenn Sie namentlich nicht genannt werden wollen, bestünde natürlich auch die Möglichkeit, dass Ihr Text unter einem Pseudonym veröffentlicht wird. Natürlich immer unter der Voraussetzung, dass David Berger dem zustimmt. Was halten Sie davon? Ich fände es sehr gut.

  4. mal abgesehen das ich frau kaddors meinungen zum islam nicht teile, mit ihren argumenten gegen das standardargument hat sie doch recht!

    schlimmer noch! welche christliche demokratie ist denn eigentlich eine richtige demokratie? deutschland, wo gerade die meinungsfreiheit aabgeschafft wird? wieso bringen dann so viele kritische blogs tagtäglich nachrichten davon wie erbärmlich es doch um die demokratie weltweit bestellt ist?

    wir sollten der „guten dame“ eigentlich dankbar sein, das sie uns auf eine alberne und fehlerhafte argumentation gegen den politischen islam hingewiesen hat.

    es gibt wesentlich bessere argumente gegen diese menschenverachtende ausprägung einer religion als diesen whataboutism der mangelhaften demokratie in islamisch geprägten staaten. wir sollten aufhören dem islam eine mangelnde demokratisches verständniss vorzuhalten, solange es damit bei uns keinesfalls grundlegend besser bestellt ist.

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