Ein Gastbeitrag von Jürgen Fritz

Überhaupt gibt es viel mehr Möglichkeiten und Gründe, unglücklich zu sein als glücklich. Ja, es scheint fast so, dass wir einem Seiltänzer auf schmalem Seile gleichen, der so viele Möglichkeiten hat, den nächsten Schritt daneben zu setzen, während es derer nur wenige gibt, sich auf dem Seil zu halten.

Und so verwundert es nicht, dass wir immer wieder Momente des Unglücks erleben, gleichsam herabstürzen.

Und doch ist das einzig Vernünftige, immer wieder versuchen, auf dem Seil zu balancieren, und mit der Zeit eine gewisse Virtuosität zu entwickeln, die es uns sogar erlaubt, hin und wieder, in besonderen Momenten auf dem Seil zu tanzen und uns daran über alle Maßen zu erfreuen, wissend, dass der nächste Sturz ganz sicher kommen wird, zugleich aber darauf vertrauend, dass noch viele wundervolle Tänze unserer erwartig sind, die von uns getanzt werden wollen und die kein anderer für uns übernehmen kann, die nur auf uns warten.

Let’s dance.

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Foto: © Wiros from Barcelona, Spain [CC BY-SA 2.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0)%5D, via Wikimedia Commons