Der Liedermacher Heinz Rudolf Kunze hat ein Lied zum Untergang Deutschlands komponiert. Im Internet wird nun spekuliert, ob Kunze den NSU gemeint habe, wie unter dem auf Youtube geteilten Video steht, oder ein anderes Problem, mit dem Deutschland zu kämpfen hat.

Unter dem Video findet sich folgender Text:

„Das Lied ‚Willkommen liebe Mörder‘ von meinem Räuberzivil-Album ‚Tiefenschärfe‘ entstand im Sommer 2014, also ein Jahr vor der Flüchtlingsdebatte. Gemeint und auf ironische Weise angesprochen sind die Mörder der NSU. Pate dazu stand das berühmte Theaterstück „Biedermann und die Brandstifter “ von Max Frisch, das vom Aufkommen der Nazis handelt. Ich verbitte mir jede dem Geist dieses Songs widersprechende Vereinnahmung und Anbiederung, zumal von rechts. Heinz Rudolf Kunze.“

Frischs „Biedermann“ hat zwar mit den Nazis direkt nichts zu tun, sondern wurde angeregt von der Gewaltätigkeit der Besetzung der Ostblockstaaten. Hinzukommt eine Bemerkung auf „Tichys Einblick“  dazu:

Seine Worte in diesem Stück passen so dermaßen überhaupt nicht zum Thema NSU, dass wir uns schon fragen müssen, wie sich seine Erklärung erklären lässt.

Erklärung 1: Er sagt die Unwahrheit, weil er unter Druck gesetzt wurde, weil er Angst um Leib und Leben (seiner Familie) hat.
Erklärung 2: Er hat bewusst seine Zuhörerschaft verarschen wollen.
Erklärung 3: Kunze ist nicht nur bäh, sondern auch ballaballa.“

Oliver Janich hat versucht darauf eine Antwort zu geben: Hier lesen 

Foto: (c) Screenshot youtube

text-kunze

 

7 Kommentare

  1. ganz klar: erklärung nr. 3

    und herzlich willkommen im club der toten künstler, die versuchen aus political corectness eine zweit- oder dritt- oder gar keine neue karriere zu starten.

    die ärzte
    feine sahne fischfilet
    jennifer rostock
    michael mittermeier
    bap
    herbert grönemeyer
    sting

    to be continued……

    • Guten Morgen (da sagt man noch kein Ausrufezeichen). Klar ist der ballaballa, das war er schon immer irgendwie auch nicht: Bonn … Aber davon abgesehen, passt das Lied (Text und Musik – oder umgekehrt) wirklich gut zu unserer rechten oder/und aufmerksamen Wahrnehmung dieser Tage, Monate usw. Es passt sogar ziemlich perfekt! Und Kunst wie jede vervielfältigte Äußerung gehören den Rezipienten. Das ist gerecht und wahr. Was Kunze gemeint hat, ist so eine Frage aus zumindest früherem Deutschunterricht. Um es auf eine von Heinz-Rudolfs Lied nur fast vollkommen entfernte Spitze zu treiben: Was Dostojewski mit den Brüdern Karamasow gemeint hat, ist zweitrangig oder sogar unbedeutend im Vergleich zu dem, was man in dem Buch lesen kann.
      Jetzt hat mich meine Frau aus dem nicht vorhandenen Konzept gebracht, weshalb ich den versuchten Schlusssatz (mit drei s – brrrrr) nicht mehr versuche. Einen guten Tag am proklamierten Tag verratener Einheit!

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