Der internationale Gay-Kulturverband ILCG hat – nach hasserfüllten Protesten aus Deutschland -die Ehrung von liberal-konservativem katholischen Kirchen- und Islamkritiker David Berger gegenüber linksgrünen Homo-Gruppen in Deutschland verteidigt. Und fordert Toleranz auch innerhalb der „Community“.  Ein Gastbeitrag von Klaus E. Krauss  

Wütende, teilweise hasserfüllte Reaktionen hat die Verleihung des Awards für Gay-Culture an David Berger in Deutschland  ausgelöst. Der Preisverleiher, das ILCGN, stellt sich nun hinter diesen Schritt und fordert, dass man nicht nur Toleranz von den anderen verlangen solle, sondern diese auch von Homosexuellen gegen andere Homosexuelle gelten muss: egal wie reich sie sind, wie sie aussehen, was sie glauben oder denken.

ILCG, das internationale Netzwerk für schwul-lesbische Kultur, das auf einen Gründungsvorschlag an die ILGA (Internationale Lesbische-Schwule Vereinigung) hin, 1992 in Schweden gegründet wurde, sieht sich harten Vorwürfen einiger schwullesbischer organisierter Kreise aus Deutschland ausgesetzt.

Stein des Anstoßes: der Orfeo-Award der Vereinigung ging in diesem Jahr an den deutschen Bestsellerautor David Berger („Der heilige Schein“). Und zwar, wie es in der Würdigung heißt, für seine Verdienste um eine Kritik der in der katholischen Kirche noch immer erscheinenden Homophobie. Nun hat der Geehrte in letzter Zeit, besonders nach dem Massaker von Orlando zugleich auf den extremen Homohass im real existierenden Islam hingewiesen – bis hin zur Todessstrafe für schwulen Sex in streng islamischen Ländern. Dies wollen die die linksgrün dominierten Homoverbände in keiner Weise akzeptieren.

Der Verband hat als Reaktion auf die wütenden, teilweise hasserfüllten Reaktionen gestern eine Pressemitteilung herausgegeben, die die Preisverleihung rechtfertigt:

„Wir sind ernsthaft besorgt und bestürzt über wütende Reaktionen in Deutschland auf unsere Auszeichnung von Dr. habil. David Berger. Reaktionen, die jedoch ein Teil der aktuellen Atmosphäre in einem großen Teil Europas zu sein scheinen.

Wir verurteilen alle Intoleranz und Diskriminierung von außen und von innerhalb der LGBT-Communities.

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Laudatio zur Auszeichnung mit dem Orpheo Award

Die ILGCN (Internationales Lesben- und Schwulen Kultur Network) wurde auf einer ILGA-Konferenz mit der Idee geboren, dass sie Kultur im Kampf für Gleichheit und Gerechtigkeit für sexuelle Minderheiten kämpfen soll.“

In diesem Sinne getragen sei die Award-Verleihung an den bekannten Autor und Religionskritiker David Berger noch immer von der gesamten ILCG. Auch die Sekretäre, Koordinatoren, der Freundeskreis des Vereins und Kulturbotschafter haben diesen Vorschlag eingebracht und mitgetragen.

Mit der Verurteilung von Diskriminierung innerhalb der „LGBT-Community“ im Zusammenhang mit der Ehrung eines kirchenkritischen und schwulen Autors setzt der ILCG ein sehr deutliches Zeichen gegen die Initiatoren der Vorwürfe:

Es kann nicht sein, dass einem homosexuellen Autor, der das Thema Homophobie und katholische Kirche aus Insiderkenntnissen zum ersten mal überhaupt in die größere Öffentlichkeit brachte und der dafür z.B. für den Toleranzbündnis-Award des LSVD bzw. Bündnisses gegen Homophobie nominiert war, nun jeder Respekt aberkannt wird, weil er die politischen Vorstellungen der Meinungsführer der Homosexuellen in Deutschland nicht ausschließlich teilt.

Auch Diskriminierung von Homosexuellen gegen Homosexuelle ist und bleibt Diskriminierung. Und macht die dauernden Rufe dieser Leute für mehr Akzeptanz noch unglaubwürdiger.

Um die Homophobievorwürfe im deutschen Kontext etwas zurechtzurücken, erwähnt die Pressemitteilung ausdrücklich ihr Engagement in Osteuropa: „Die dortigen Bedingungen (für Kunst im LGBT-Rahmen) sind bei weitem nicht ideal. Menschen, die in solchen Umfeldern auftauchen, müssen Angst haben. Veranstaltungsorte werden ihnen entweder schon vorab verweigert oder der Mietvertrag wird kurz vor der Veranstaltung aufgelöst. Oft können die Treffen dann nur halbheimlich in Kellern etc. stattfinden.“

Auch damit hat die ILCGN recht: das ist in Deutschland nicht so, jedenfalls nicht, wenn es um Veranstaltungen der sog. Homo-Lobby geht, d.h. die Vereine, die sich anmaßen für alle Schwulen zu sprechen. Bei anderen Vereinigungen sieht es auch in Deutschland mit der Meinungsfreiheit und Versammlungsfreiheit nicht so rosig aus.

© Fotos: Klaus E. Krauss