Gastbeitrag von Thomas Böhm

Unter dem Titel „Tage des Terrors – Reaktiviert endlich die Restbestände eures Verstandes“  hat der bekannte Buchautor und Journalist Thomas Böhm, ein taz-Mitarbeiter der ersten Stunde und langjähriger Kolumnist bei der B.Z, einen Appell an alle seine deutschen Kollegen gerichtet. Ausgangspunkt ist das breitflächige Versagen des deutschen Journalismus angesichts des Problemkomplexes Migration und Islamisierung. Darin heißt es:

Löst endlich den Nichtangriffspakt mit der Kanzlerin. Es ist nicht Eure Aufgabe, Propaganda im Sinne der Bundesregierung zu verbreiten, dafür bezahlen Euch die wenigen, noch übrig gebliebenen Leser nicht. Sie erwarten knallharte Kritik und Analysen, scharfe Interviews und nicht den Schleim, der momentan aus den Zeitungsseiten tröpfelt. Denkt doch bitte wieder daran: Ihr seid die vierte Macht und nicht die Handlanger der ersten drei Mächte. Ihr seid das Korrektiv und nicht irgendeinem Ministerium unterstellt.

Befreit endlich Euren Geist vom ideologischen Klebstoff, den Euch die linken Politiker zum Schnüffeln gereicht haben, der euch beim Denken behindert und blind gegenüber der Realität gemacht hat.

Besinnt Euch endlich wieder auf Euer Kerngeschäft und verbreitet Nachrichten und keine Meinungen und überflüssigen Kommentare, die Euren Job gefährden, weil die Leser so etwas nicht mehr ertragen können.

Schreibt nicht nur ständig voneinander ab, schaut in die Lokalblätter und Polizeimeldungen, fangt endlich wieder an zu recherchieren – und Ihr werdet feststellen, die Wahrheit ist anders und viel schlimmer, als Ihr sie Euch in Euren Glaspalästen mit bunten Farben ausmalen könnt.

Bespuckt nicht diejenigen, die das alles vorhergesehen haben, die berechtigte Kritik an der unverantwortlichen Asylpolitik der Kanzlerin geübt und die Bürger aufgeklärt haben, denn bisher habt Ihr jedes Mal von den Sozialen Netzwerken profitiert und letztendlich – aber natürlich viel zu spät und aufgeweicht – die politischen Positionen der Gegenöffentlichkeit übernommen. Gebt es endlich zu, dass die angeblichen Bösen in diesem Land mit fast jeder ihrer Prognosen Recht behalten haben, dass vieles noch viel schneller gekommen ist und schrecklicher wurde, als selbst die Kühnsten es vorstellen konnten.

Lasst endlich ab von Eurem Kampf gegen die eigenen Leser, die Eure Absichten längst durchschaut haben, ansonsten schießen sie Euch mit ihren Kommentaren bald ins ewige Abseits. Hört auf, die Bürger zu erziehen, sie sind mündiger als Ihr denkt und oftmals auch schlauer als Ihr selber, lasst es einfach sein, ständig mit Euren rotlackierten Zeigefingern in den Gehirnen klar denkender Menschen herumzubohren, sie wenden sich mit immer mehr Abscheu von Euch ab – wollt Ihr wirklich nur noch für Euch selber schreiben?

Befreit Euch von den Ketten der Textsklaverei, die Euch Eure Verleger, Chefredakteure, ihre Stellvertreter und Ressortleiter angelegt haben. Sie sind zu sehr mit der Politik verbandelt, können gar nicht mehr neutral denken und handeln. Sie sind Heuchler, die in geschützten Räumen hocken, von Weltoffenheit faseln und gleichzeitig mit der fremdenfeindlich programmierten Fernbedienung  ihrer Sicherheitsanlagen herum spielen.

Sie sind die Zuhälter der Kanzlerin, die Euch als gut bezahlte, schreibende Edel-Nutten missbrauchen. Springt aus den finsteren Schatten Eurer Parallelgesellschaften in den Redaktionsräumen, reißt Euch die Scheuklappen herunter, die Euch mit den Arbeitsverträgen überreicht wurden.

Fragt Euer Herz, auch Ihr habt irgendwo in der hintersten Ecke Eures Kleinhirns noch ein Gewissen, ihr müsstet es nur ein wenig reinigen, tief Luft holen, die Brille putzen und noch einmal durchstarten. Denkt immer daran, ein gutes Abwehrteam hat auf beiden Seiten des Spielfeldes Außenverteidiger, die gemeinsam den Gegner in Schach halten können. Es gibt in diesem Überlebensspiel sogar Leute wie Sahra Wagenknecht, die auf beiden Außenseiten eine glänzende Figur abgeben.

Glaubt mir, es ist noch nicht zu spät, die Seiten zu wechseln, also von oben herab herunter zu steigen, und an der Seite der Bürger zu stehen. Habt keine Angst, wenn Ihr Euch beeilt, wird Euch nichts geschehen. Wir haben Erbarmen mit Euch, wir können verzeihen und in diesem Land wird es sicherlich keine „rumänische Lösung“ für die Verantwortlichen geben, die in absehbarer Zukunft für diesen alltäglichen Terror, dem sie Tür und Tor geöffnet haben,  zur Verantwortung gezogen werden.

Ich appelliere zum letzten Mal an den noch nicht tödlich erkrankten Teil Eures Menschenverstandes, kommt wieder zur Vernunft, geht Eurer Pflicht nach und macht Eure Arbeit!

Für Gott und Vaterland und für Mutter Erde – eben all das, was vom Islam bedroht wird.

Euer Thomas Böhm

Foto © By Anton Schubert, Berlin (Self-photographed) [CC BY-SA 2.0 de (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/de/deed.en)], via Wikimedia Commons

8 Kommentare

  1. Spätestens seit der Berichterstattung zur Kölner Vergewaltigungsnacht ist doch ziemlich klar, was da für Genossen das Sagen haben. Aber es gibt ja noch einige Medien, die korrekt berichten: Junge Freiheit, Compact, teilweise die „Welt“ und Blogs wie dieser hier!

  2. Respekt für diese klaren Worte, die man sich wohl erst leisten kann, wenn man nicht nur geistig, sondern auch ökonomisch unabhängig ist. Der Fall der Neuen Deutschen Medienmacher ist derzeit exemplarisch. Sie lassen sih von Bundesministerien dafür bezahlen, politisch genehme Gesinnung und Sprachregelungen unters Volk zu bringen. Wenn die Mentalität einer Bundesschriftenkammer die „neuen“ Medienmacher hervorbringt, dann sind mir nicht nur die alten der 80er lieber,, sondern ich sehe ich schwarz für die mediale Zukunft.

  3. Ein ganz hervorragender Aufruf. Allerdings zweifle ich daran, dass die „Adressaten“ dieses Artikels die Ernsthaftigkeit der – und damit ihrer eigenen – Situation überhaupt zu verstehen in der Lage sind. Ich bin zu sehr Realist, um nicht zu erkennen, dass es schon viel zu spät ist, noch eine wirkliche Änderung der Verhältnisse einzuleiten. Einhergehend mit den eklatanten Versäumnissen der Vergangenheit kan m. E. nur eine sehr radikale Umkehr zum gewünschten Erfolg führen. Diese radikale Umkehr wird immense Kollateralschäden fordern – wir kennen das aus der Vergangenheit.

  4. Ich frage mich, ob wir uns den Herausforderungen, denen wir jetzt schon und zukünftig erst recht ausgesetzt sind, überhaupt noch stellen wollen, stellen können. Denn wir haben mehrere innere Feinde, die uns lähmen, einer uns feindlich gesinnten Ideologie Widerstand zu leisten, die scheinheilig in einem religiösen Gewand daher kommt, wenn sie nicht gar offen als Gewalt sich zeigt.

    Die Repräsentanten der christlichen Kirchen (und weite Teile der ihnen ergebenen Politiker) wehren jede essentielle Kritik am Islam ab. Ahnen sie doch, dass eine substantielle Auseinandersetzung mit dieser Religion letztlich auch ihre Glaubenslehre treffen würde. Die Kirchen sehen vielmehr in einer weiteren betont gelebten Glaubenslehre eine willkommene Aufwertung der Religion in unserer Gesellschaft, darüber hinaus eine Stärkung der Front gegen die verachteten, zumindest unerwünschten Säkularen und Humanisten.

    Der zweite Feind, der unsere Abwehrkräfte erlahmen lässt, ist die Saturiertheit einer Gesellschaft, die ihre Freiheiten und Rechte wie selbstverständlich in Anspruch nimmt, aber nicht mehr ernsthaft bereit ist, sich für ihre Bewahrung einzusetzen. Kritik am Islam im Sinne einer philosophischen und sachlichen Auseinandersetzung, wie sie über Jahrzehnte und bis heute am Christentum selbstverständlich ist, wird vielfach böswillig als Fremdenfeindlichkeit gebrandmarkt und einer politisch »rechten« und rechtsextremen Ecke zugeordnet. Die Diskussion aktueller und tatsächlicher Probleme mit Zugewanderten wird oft genug scheinheilig als »durchsichtige Instrumentalisierung« abgewiesen. (Man registriere nur mal, wie überwiegend ablehnend gut begründete Thesen z.B. von Hamed Abdel-Samad oder Necla Kelek in den Medien behandelt werden.)

    Aber es gibt weitere verdeckte Komplizenschaften mit einer Ideologie, die so mancher politischen oder politisch agierenden Gruppierung in die eigene Strategie passt. Die Kirchen habe ich schon erwähnt, die den Islam eher als Bündnispartner denn als religiöse Konkurrenz betrachten. Sozialisten und Kommunisten sehen in den hier sozial und ökonomisch scheiternden Muslimen das ihnen inzwischen abhanden gekommene Proletariat, das ihnen dereinst wieder zur Macht verhalfen könnte. Hinzu kommt der gemeinsame Hass auf die USA und den Westen, den sie mit den radikalen Muslimen teilen. Unsere grünen Sozialromantiker sehnen sich immer noch nach der bunten multikulturellen, sich selbst formierenden Gesellschaft, ohne den damit einhergehenden Verlust an Aufklärung und Säkularität sehen zu wollen.

    Humanisten, eigentlich darin geübt, sich für Aufklärung, Menschenrechte und Demokratie einzusetzen, fürchten den Vorwurf der Inhumanität und Fremdenfeindlichkeit und schweigen in ihrer Mehrheit daher lieber zu den Problemen mit Menschen aus einer religiös dominierten und patriarchalisch geprägten Kultur. Diese Gemengelage aus Vorsicht, verdeckten Motiven, der unreflektierten, weil selbstverständlichen Inanspruchnahme von Freiheiten bis hin zur Gleichgültigkeit gegenüber den mühsam erkämpften Rechten in einer liberalen und demokratisch organisierten Gesellschaft wird dazu führen, was Michel Houellebecq in seinem Roman »Unterwerfung« resignierend beschreibt.

    Auf den Seiten des Humanistischen Pressdienstes habe ich am 27.7.16 geschrieben, was wir tun müssen: http://hpd.de/artikel/sind-uns-rechtsstaatlichkeit-demokratie-und-menschenrechte-wert-13364

  5. „Fragt Euer Herz, auch Ihr habt irgendwo in der hintersten Ecke Eures Kleinhirns noch ein Gewissen“: Genau das tun sie ja. Bekanntlich ist etwa 2/3 der Journaille rotgrün versifft, also zerfressen von einem pathologischen Hass auf das eigene Volk (sog. „Tätervolk“) und die eigene Kultur. Merkel rennt mit ihrer Politik der Umvolkung bei diesen Kreaturen offene Türen ein.
    Fazit: Es ist zu spät. Die Journaille hat sich unlösbar an das Merkel-Regime gekettet, und zwar freiwillig. Es gibt für sie nur zwei Möglichkeiten: Endsieg oder Untergang. Deshalb wird die Propaganda für das Regime nicht weniger, sondern mehr werden.

  6. „Glaubt mir, es ist noch nicht zu spät, die Seiten zu wechseln, also von oben herab herunter zu steigen, und an der Seite der Bürger zu stehen. Habt keine Angst, wenn Ihr Euch beeilt, wird Euch nichts geschehen. Wir haben Erbarmen mit Euch, wir können verzeihen und in diesem Land wird es sicherlich keine „rumänische Lösung“ für die Verantwortlichen geben, die in absehbarer Zukunft für diesen alltäglichen Terror, dem sie Tür und Tor geöffnet haben, zur Verantwortung gezogen werden.“ … das ist schon krass, wenn man an die Bilder von der Hinrichtung des rumänischen Diktators und seiner Frau denkt. Aber nicht einmal das wird vermutlich die Maden im Speck zu größeren Bewegung aus ihrer Comfortzine heraus bewegen

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