Nach und nach kommt immer mehr Licht in die Hintergründe des Blutbads, das ein junger Flüchtling im Regionalzug von Rothenburg nach Würzburg anrichtete. Und es wird von Stunde zu Stunde deutlicher: Der Fall widerlegt so ziemlich alles, was uns Politiker und Medien bisher zum Themenkomplex Flüchtlingen predigten.

  • Immer wieder wurde uns versichert, dass unter den Flüchtlingen keine Terroristen seien. In softer Version vertritt diese These zur Stunde noch immer Peter Altmaier, der Flüchtlingskoordinator von Angela Merkel. Die Flüchtlinge würden ja selbst vor dem islamistischen Terror fliehen. Daran allerdings dass der junge Mann Flüchtling war und dennoch ganz bewusst als Terrorist handelte, kann gar kein Zweifel sein. Und auch dass er vor Terror floh, ist angesichts der neuesten Erkenntnisse zu seiner Herkunft eher schleierhaft. Die „Welt“ ventiliert in einem neuen Beitrag sogar eine Ausbildung des jungen Mannes in einem Trainingslager für Taliban: „Die Herkunft aus einem Flüchtlingslager könnte auch etwas über den Radikalisierungsweg des jungen Mannes aussagen. Die uferlosen Zeltstädte auf der pakistanischen Seite waren einst das wichtigste Rekrutierungsreservoir derTaliban. Hier wurden sie geboren. Ihre ersten Anhänger waren afghanische Jugendliche, die oft ohne Vater in zerrissenen Familienstrukturen aufwuchsen und im Exil in die Obhut von Religionsschulen kamen.“

 

  • Damit wird auch die Versicherung hinfällig, die uns Altmeier und Co immer wieder geben, dass man bei der „Einreise“ terroristische Gefährder vorab aussondere, damit sie gar nicht erst nach Deutschland kommen. Hat diese Kontrolle ausnahmsweise ein einziges mal bei Riaz A. versagt, hat man ausnahmsweise mal eben nicht bemerkt, dass der junge Mann nur vorgab ein Afghane zu sein, obwohl er ein pakistanisches Ausweisdokument bei sich führte – oder sind diese Kontrollen reine Makulatur, Strategiemaßnahmen der Beschwichtigungshofräte, die uns permanent einreden, dass wir das alles schaffen und alles bestens ist? Von Menschen, die wissen, dass sie eigentlich machtlos sind, aber die Bevölkerung möglichst ruhig halten wollen?

 

  • Gute Integration und faire Behandlung der Flüchtlinge würden sie davor bewahren, sich hier in Deutschland zu radikalisieren, ist nach wie vor das feste Dogma der Refugees-welcome-Gemeinde. All das war bei Riaz A. gegeben. Und doch hat er sich offensichtlich genau in jenen Wochen endgültig radikalisiert, in denen er eine Praktikumsstelle und ein Zuhause in einer Pflegefamilie gefunden hatte. Die von Sozialarbeitern zum Allheilmittel erhobene rasche Integration scheint gegen religiösen Fanatismus machtlos.

 

  • Der islamistische Terror habe mit dem Islam nichts zu tun, war eine ganze Zeit lang das Mindestmaß an Islamapologetik, das man aufbringen musste, um sich in der Migrationsdebatte überhaupt zu Wort melden zu dürfen – ohne nicht sofort mit den Totschlagworten „rechtspopulistisch“ oder „islamophob“ mundtot gemacht zu werden. Inzwischen wir es immer schwieriger, das noch aufrecht zu erhalten: Kein Terrorakt, bei dem Allahs Krieger nicht dessen Namen anrufen. Allahu Akbar sind meist die letzten Worte, die die Opfer zu hören bekommen. Da hilft es auch nichts, dass man sich bemüht immer wieder vom sogenannten „islamischen Staat“ zu sprechen – obwohl sich dort doch die dem Islam immanente Glorifizierung von Gewalt und Aggression in besonders klarer Weise zeigt. Auch der Abschiedsbrief von Riaz A. an seinen Vater spricht für eine solch radikale Religiosität.

Kurzum: Eine mehr und mehr aus dem Ruder laufende Flüchtlingskrise und ein enormer Glaubwürdigkeitsverlust für Politiker und Medien sind nur zwei Seiten ein und der selben Medaille.

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Am Ende soll noch Henryk M. Broder zu Wort kommen, der heute in der „Welt“ schreibt:

„Wenn jemand mit einer Axt auf Reisende in einem Zug losgeht und dabei „Sieg Heil!“ und „Heil Hitler!“ ruft, dann würden wir bestimmt nicht fragen, ob und wann er der NSDAP beigetreten ist. Es würde reichen, dass er „Sieg Heil!“ und „Heil Hitler!“ ruft, um ihn als Nazi zu identifizieren. Die Täter, um die es hier geht, waren alle Muslime. Das reicht, einen Anfangsverdacht zu begründen, dass ihre Taten etwas mit ihrem Glauben oder, besser gesagt, mit ihrer Gesinnung zu tun haben könnten.“