von David Berger

Klare Aussagen einer türkisch-deutschen Menschenrechtlerin, die gerade auch nach den Massackern von Orlando und Istanbul erneut ihre Berechtigung zeigen: Terror, Verachtung der Frau und Gewalt gegen Homosexuelle, Juden, Anders- und Ungläubige usw. haben etwas mit dem Islam zu tun.

Die 1963 in Istanbul geborene deutsch-türkische Juristin Seyran Ateş ist weit über die Grenzen Berlins hinaus bekannt. Trotz zahlreicher Mord- und Gewaltdrohungen engagiert sie sich weiterhin für einen Islam mit menschlichen Antlitz. Sie war Mitglied der Deutschen Islamkonferenz und Teilnehmerin des Integrationsgipfels der Bundesregierung.

In einem Interview mit „Der Zeit“ hat sie nun allen, die von einem unkomplizierten Zusammen von real existierendem Islam und den Werten unserer offenen Gesellschaft reden, eine klare Absage erteilt. Es gebe keinen anderen Ort in Deutschland, an dem sie sich so diskriminiert fühle wie in Moscheen.

„Zu viele Moscheen predigen einen Islam von vorgestern.“

 Gerade auch in den deutschen Moscheen werde ein Islam gepredigt, der zu wichtigen Werten unserer Gesellschaft ein gestörtes Verhältnis habe: Insbesondere zur Religionsfreiheit, Gleichberechtigung der Frau oder Respekt vor Homosexualität: „Zu viele Moscheen predigen einen Islam von vorgestern.“

Auch dem monotonen Ruf politisch korrekter Gutmenschen „Das hat nichts mit dem Islam zu tun“ erteilt sie eine klare Absage. Angesichts des islamistischen Terrors sei zweifellos klar:

„Doch, der islamistische Terror hat leider mit dem Islam zu tun. Solange wir das leugnen, kommen wir keinen Millimeter weiter. Wir überlassen den Militanten und den fundamentalistischen Staaten die Deutungshoheit über unsere Religion.“

Dennoch hat sie den Glauben an eine Reformierbarkeit des Islam nicht aufgegeben: „Wir müssen den Islam endlich aufklären … Denn es gibt schon zu viele Menschen, die meinen, diese Religion sei unreformierbar.“

© Foto: By Christliches Medienmagazin pro (Flickr: Seyran Ates) [CC BY 2.0 (http://creativecommons.org/licenses/by/2.0)%5D, via Wikimedia Commons