Die Nachrichten, in denen Flüchtlinge in Deutschland Geldscheine finden und dann ehrlich beim Fundamt, der Polizei oder direkt beim Besitzer abgeben, ist Legion.

Jüngst begeisterte erst wieder ein Focus-Bericht von einem syrischen Flüchtling die Refugees-Welcome-Gemeinde: Der 25-jährige Mann hat im westfälischen Minden Bargeld in Höhe von 50.000 Euro und diesmal dazu gleich noch mehrere Sparbücher mit einem Guthaben von über 100.000 Euro gefunden. Und?  Und wider alle Erwartungen vorurteilsbeladener P.C.-Schreiberlinge bei den Behörden abgeben!

Schon allein, dass über solche Heldentaten – seien sie nun passiert oder schlicht wie die Tonbänder des FAS-Gaulandinterviews oder der Kontext der Pirinçci-Rede frei erfunden – exzessiv und mit steigenden Beträgen berichtet wird, impliziert das Vorurteil, dass Flüchtlinge nicht ehrlich sind und man eigentlich davon ausgehen muss, dass sie Gefundenes nicht abgeben. Andernfalls hätte das Berichtete keine journalistische Relevanz. Das lernt man eigentlich schon im ersten Semester des Journalismusstudiums im Kapitel „Nachrichtenwerttheorie“.

„Hört endlich mit der positiven Diskriminierung von Flüchtlingen durch euren peinlichen Gutmenschen-Journalismus auf!“

Einen Bericht mit dem Titel „Katholik“ oder „Schwuler findet 100-Euro-Schein und gibt ihn beim Fundamt ab“ – würde ich persönlich als heftige Diskriminierung empfinden. Ähnlich wie sich die katholische Kirche und ihre Kleriker zurecht über einen Artikel ärgern würden mit dem Titel „Katholischer Priester trifft Ministranten ganz alleine in Sakristei und  …“ – Sie wissen vermutlich, wie es weiter gehen könnte.

Dass das offensichtlich all die Schreiberlinge, die solche Artikel produzieren, nicht so empfinden, hat den Macher wohl zu dem oben abgebildeten ironischen Textbild veranlasst. Letztendlich steckt dahinter der Wunsch, dass die positive Diskriminierung von Flüchtlingen durch den peinlichen Gutmenschen-Journalismus endlich aufhört!