Corona: Wie Professoren und Medien logen

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Professor Stefan Homburg legt mit seinem neuen Video den Finger in eine offene Wunde der Corona-Aufarbeitung: die Verantwortung von Wissenschaft und Medien. Die gezeigten Ausschnitte aus der Enquetekommission werfen die Frage auf, wie viel kritischer Journalismus hinter der damaligen Berufung auf „die Wissenschaft“ tatsächlich steckte.

Im Mittelpunkt steht unter anderem Korinna Hennig, die den NDR-Podcast „Coronavirus-Update“ mit Christian Drosten moderierte. Homburg hält ihr vor, wechselnde Einschätzungen des Virologen nicht ausreichend hinterfragt zu haben. Hennig verweist auf wissenschaftliche Quellen und den jeweiligen Erkenntnisstand. Doch damit ist Homburgs Einwand keineswegs beantwortet. Quellen anzugeben gehört zum journalistischen Handwerk. Ebenso notwendig ist es, ihre Aussagekraft zu prüfen, Widersprüche offenzulegen und nachzufragen, wenn aus wissenschaftlichen Einschätzungen weitreichende politische Forderungen entstehen. Gerade angesichts massiver Grundrechtseingriffe durfte die kritische Distanz nicht schwinden.

Homburgs Stärke liegt darin, diese Verantwortung wieder konkret zu machen. Er konfrontiert die Beteiligten mit früheren Aussagen und widerspricht einer Aufarbeitung, die sich im nachträglichen Verweis auf Unsicherheit erschöpft. Wer damals Gewissheit vermittelte, muss heute erklären können, worauf sie beruhte – und weshalb abweichende Stimmen so häufig als Störung behandelt wurden.


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