Beim „Stromberg-Kanzler“ fließen wieder die Tränen

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Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat erneut vor laufenden Kameras geweint. Bei der Verleihung des Deutschen Schulpreises in Berlin wurde der Kanzler so sehr von seinen Gefühlen überwältigt, dass schließlich wieder das Stofftaschentuch zum Einsatz kam.

Anlass war die Auszeichnung der Bertha-von-Suttner-Schule aus dem hessischen Mörfelden-Walldorf mit dem mit 100.000 Euro dotierten Hauptpreis. Merz umarmte eine Vertreterin der Schule, versprach einen Besuch – und wischte sich anschließend die Tränen aus den Augen. Selbst die Moderatorin machte das Publikum auf den gerührten Regierungschef aufmerksam. Damit entwickelt sich das öffentliche Weinen langsam zu einem Markenzeichen des Kanzlers. Merz-Biografin Mariam Lau erklärte erst kürzlich, sie habe noch keinen Bundeskanzler erlebt, der so häufig Tränen zeige. Besonders bei Themen rund um Kinder werde Merz emotional.

Das wäre als menschliche Regung kaum der Rede wert, träte Merz nicht mit dem Anspruch auf, Deutschland durch politisch schwierige Zeiten zu führen. Statt des einst versprochenen entschlossenen Machtpolitikers erlebt die Öffentlichkeit einen Regierungschef, der politisch unter Druck steht und zugleich auffallend häufig vor Kameras von seinen Gefühlen überwältigt wird. Der ohnehin naheliegende Vergleich mit Bernd Stromberg gewinnt damit eine neue Pointe. Christoph Maria Herbst hat sich zu den Ähnlichkeiten zwischen seiner berühmtesten Rolle und Merz bereits geäußert. Doch einen entscheidenden Unterschied gibt es weiterhin: Strombergs Überforderung gehörte zum Drehbuch. Beim Bundeskanzler muss Deutschland damit leben.


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