Beispielloser Vandalismus in Medjugorje: Marienstatue beschmiert, Altar angezündet

(David Berger) Medjugorje gilt für Millionen Katholiken als Ort der Umkehr, des Gebets und unzähliger Beichten. Umso größer ist das Entsetzen über die jüngste Schändung des weltbekannten Marienwallfahrtsortes: Eine Marienstatue wurde mit hasserfüllten Parolen beschmiert, der Außenaltar angezündet und weitere Heiligtümer verwüstet. Die Polizei ermittelt, das Motiv der Täter ist bislang unklar.

Wenige Tage vor Beginn des internationalen Jugendfestivals (Mladifest) ist einer der bedeutendsten katholischen Wallfahrtsorte Europas Ziel eines beispiellosen Vandalismus geworden. Unbekannte Täter schändeten in der Nacht mehrere Heiligtümer in Medjugorje. Die Marienstatue auf dem Erscheinungsberg wurde mit schwarzer Farbe beschmiert und mit der Aufschrift „DEVIL IN A SKIRT“ („Teufel im Rock“) versehen. Gleichzeitig wurden Transparente mit antimarianischen Parolen angebracht und der Außenaltar der Pfarrkirche St. Jakobus in Brand gesetzt. Die bosnisch-herzegowinische Polizei hat Ermittlungen aufgenommen. Wer hinter der koordiniert wirkenden Tatserie steht und welches Motiv die Täter hatten, ist bislang nicht bekannt.

Hier gibt es ein Video von der Überwachungskamera, das den Angriff zeigt:

Medjugorje im Südwesten von Bosnien und Herzegowina zählt seit mehr als vier Jahrzehnten zu den bedeutendsten Marienwallfahrtsorten der Welt. Seit dem 24. Juni 1981 berichten sechs Jugendliche von Marienerscheinungen auf dem Podbrdo, dem sogenannten Erscheinungsberg. Seither haben schätzungsweise mehr als 40 Millionen Pilger den kleinen Ort besucht. Besonders bekannt ist Medjugorje für seine eucharistische Spiritualität, die tägliche Beichte, eucharistische Anbetung und das Rosenkranzgebet sowie für zahlreiche Berichte über Bekehrungen und geistliche Berufungen.

Nicht unumstritten

Die kirchliche Beurteilung des Wallfahrtsortes hat sich in den vergangenen Jahren deutlich weiterentwickelt. Bereits 2019 erlaubte der Heilige Stuhl offiziell organisierte Wallfahrten nach Medjugorje. Einen wichtigen Schritt stellte dann die Entscheidung des Dikasteriums für die Glaubenslehre vom 19. September 2024 dar, die Papst Franziskus ausdrücklich approbierte. Mit dem Urteil „Nihil obstat“ („Nichts steht entgegen“) erkannte der Vatikan die zahlreichen geistlichen Früchte des Wallfahrtsortes an und ermutigte die Gläubigen ausdrücklich zur Wallfahrt und zur dort gepflegten Marienverehrung. Gleichzeitig stellte Rom klar, dass damit keine endgültige Entscheidung über die Übernatürlichkeit der berichteten Erscheinungen getroffen wird. Anerkannt wurde also die geistliche Bedeutung Medjugorjes als Ort des Gebets, der Umkehr und der Sakramente – nicht jedoch die Echtheit der einzelnen Erscheinungen oder Botschaften.

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David Berger
David Bergerhttps://philosophia-perennis.com/
David Berger (Jg. 1968) war nach Promotion (Dr. phil.) und Habilitation (Dr. theol.) viele Jahre Professor im Vatikan. Zahlreiche Veröffentlichungen zur Philosophie und Theologie des Mittelalters. Seit 2016 Blogger (philosophia-perennis) und freier Journalist (u.a. für die Die Zeit, Junge Freiheit, The European).

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