(David Berger) Unter der Überschrift „Ein Land der psychisch Gestörten?“ wertet das Portal ScienceFiles neue Daten des Robert-Koch-Instituts (RKI) aus und kommt zu einem schockierenden Ergebnis: Rund ein Drittel der Bevölkerung weist demnach Symptome auf, die zumindest statistisch in den Bereich psychischer Auffälligkeiten oder Belastungen fallen.
Tatsächlich sind die zugrunde liegenden Zahlen alarmierend. Das RKI berichtete Ende 2025, dass 21,9 Prozent der Befragten eine depressive Symptomatik aufweisen. Hinzu kommen weitere Personen mit Angstsymptomen oder anderen psychischen Belastungen. Besonders betroffen sind jüngere Menschen und Frauen. Gleichzeitig nimmt die subjektive Einschätzung der eigenen Gesundheit seit Jahren ab.
Auch andere aktuelle Untersuchungen zeichnen ein düsteres Bild. Laut RKI-Daten berichten 22 Prozent der Erwachsenen über depressive Symptome, 14 Prozent über Angstsymptome. Bei Jugendlichen sind psychische Erkrankungen inzwischen sogar die häufigste Ursache für Krankenhausaufenthalte. Im Jahr 2024 mussten mehr als 116.000 junge Menschen zwischen zehn und neunzehn Jahren deswegen stationär behandelt werden.
Viele haben in den letzten Tagen zudem immer wieder darauf hingewiesen, dass auf dem Bundesparteitag der Linken überdimensional viele „Psychos“ aufgetreten sind. Auch Michael Klein stellt – mehr wissenschaftlich – im de, erwähnten ScienceFiles-Artikel fest: „Die Eingangssequenz vom Bundesparteitag der LINKEN, repetitives Wiederholen sinnloser Floskeln passt in den Bereich des obsessiv-zwanghaften Verhaltens, also der Zwangsstörungen. Wir haben somit einen Hinweis auf eine Agglomeration psychisch Gestörter bei der LINKE.“
Eine Gesellschaft unter Dauerstress
Natürlich bedeutet dies nicht, dass jeder dritte Deutsche klinisch schwer psychisch krank wäre. Zwischen einer diagnostizierten Erkrankung und psychischen Belastungssymptomen besteht ein erheblicher Unterschied. Dennoch bleibt die Frage: Warum fühlen sich so viele Menschen erschöpft, überfordert, depressiv oder ängstlich?
Die Erklärung allein in biologischen Faktoren zu suchen, greift zu kurz. Vielmehr scheint sich hier ein tieferliegendes gesellschaftliches Problem zu zeigen. Deutschland erlebt seit Jahren eine Kette von Krisen: Corona-Lockdowns, Inflation, Energiekrise, Kriegsängste, Import tausender teilweise schwer traumatisierter Menschen, damit verbunden zahllose Migrationskonflikte, gesellschaftliche Polarisierung und eine zunehmende wirtschaftliche Unsicherheit. Hinzu kommt eine Medienlandschaft, die große Teile des Tagesgeschäfts mit Katastrophenmeldungen, Angstnarrativen und moralischen Erregungswellen bestreitet. Und eine Politik, die ganz gezielt mit Angst-Kalkülen arbeitet. Nirgendwo wurde dies deutlicher als in der Zeit der Corona-Hysterie.
Die Krise des modernen Menschen
Vielleicht liegt die tiefere Ursache sogar noch fundamentaler. Über Jahrzehnte wurde den Menschen (ausgehend vom links-materialistischen Menschenbild) eingeredet, Identität sei frei wählbar, Traditionen seien bloße Konstruktionen, Nationen überholt, Religion Privatsache und die traditionelle Familie lediglich eine von vielen Lebensformen. Zugleich werden die natürlichen Bindungen des Menschen – Familie, Heimat, Kultur, Religion – zunehmend relativiert, problematisiert bis hin zu deren gezielter Zerstörung.
Der französische Soziologe Émile Durkheim beschrieb bereits vor über hundert Jahren den Zustand der „Anomie“: den Verlust gemeinsamer Normen und Orientierungen. Menschen verlieren dann das Gefühl, eingebunden und getragen zu sein. Orientierungslosigkeit und psychische Instabilität können die Folge sein. Was heute als Fortschritt gefeiert wird, erzeugt deshalb nicht selten Einsamkeit. Der moderne Mensch soll alles selbst erfinden: seine Identität, seine Werte, seine Lebensziele und oft sogar sein Geschlecht. Die versprochene Befreiung endet nicht selten in Überforderung.
Besonders junge Menschen zahlen den Preis
Auffällig ist, dass die psychischen Probleme vor allem bei jüngeren Generationen zunehmen. Gerade jene Generation also, die mit sozialen Medien, permanenter Selbstoptimierung und einer Kultur des Vergleichens aufgewachsen ist. Und die man mithilfe der sozialistischen „Lufthoheit über die Kinderbetten“ systematisch mit Frühsexualisierung und genderideologischen Wahnvorstellungen psychisch geschwächt hat. Das Deutsche Schulbarometer 2026 berichtet, dass bereits ein Viertel der Schülerinnen und Schüler psychisch stark belastet ist. Mobbing, Leistungsdruck, Einsamkeit und Zukunftsängste gehören für viele Jugendliche zum Alltag. Die neuen RKI-Zahlen sollten deshalb nicht nur Gesundheitspolitiker beschäftigen. Sie sind auch ein Spiegel des geistigen Zustands unseres Landes.
Eine Gesellschaft, die ihren Mitgliedern keine gemeinsame kulturelle Orientierung mehr vermittelt, die die Familie zerstört und traditionelle Bindungen schwächt, darf sich über wachsende psychische Instabilität nicht wundern. Natürlich braucht es gute therapeutische Versorgung und medizinische Hilfe für Betroffene. Doch keine Therapie der Welt kann dauerhaft ersetzen, was Menschen seit Jahrtausenden Halt gegeben hat: Familie, Freundschaft, Glaube, Heimat und die Gewissheit, Teil einer größeren Ordnung zu sein: Nicht nur einzelne Menschen stehen unter Druck. Unsere gesamte Gesellschaft ist in Unordnung und so aus dem Gleichgewicht geraten.
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