Mehrheit rechnet mit AfD-Regierungschef in einem Bundesland

(David Berger) 70 Prozent der Menschen in Deutschland halten es für wahrscheinlich, dass die AfD nach den anstehenden Landtagswahlen erstmals einen Ministerpräsidenten stellen könnte. Das geht aus einer aktuellen Umfrage unter Wahlberechtigten hervor, die die Bildzeitung gestern vorgestellt hat. Demnach erwartet eine deutliche Mehrheit, dass die Partei noch in diesem Jahr in mindestens einem Bundesland den Regierungschef stellen wird.

Hintergrund sind die bevorstehenden Wahlen in mehreren Bundesländern. Aktuelle Umfragen sehen die AfD dort teilweise sehr stark, während die etablierten Parteien der politischen Mitte unter Druck geraten.

Auch bei möglichen Regierungsbildungen zeigen sich interessante Präferenzen. Sollte die AfD zwar stärkste Kraft werden, aber keine eigene Mehrheit erreichen, würden viele Befragte eine Zusammenarbeit anderer Parteien bevorzugen. Besonders auffällig: Eine Koalition der CDU mit der Linken findet insgesamt etwas mehr Zustimmung als eine Zusammenarbeit der CDU mit der AfD. Selbst unter Anhängern der Union spricht sich eine größere Gruppe für ein Bündnis mit der Linken aus.

Brandmauer zum Vorteil der AfD

Kritisch wird zudem die sogenannte Brandmauer zur AfD bewertet. Fast die Hälfte der Befragten ist der Ansicht, dass die Strategie der politischen Abgrenzung der Partei eher nützt als schadet. Deutlich weniger Menschen glauben, dass die AfD daraus keinen Vorteil zieht.

Beim Thema eines möglichen Verbotsverfahrens gegen die AfD zeigt sich die Bevölkerung gespalten. Während sich eine größere Gruppe gegen ein Verbot ausspricht, befürwortet eine erhebliche Minderheit einen solchen Schritt. Unter den Wählern der CDU und CSU findet ein Verbotsverfahren aber mehrheitlich Zustimmung.

Insgesamt herrscht bei vielen Bürgerinnen und Bürgern Skepsis gegenüber den diskutierten Koalitionsmodellen. Die größte Gruppe der Befragten traut keiner der vorgeschlagenen Regierungsoptionen zu, die wichtigsten Probleme des Landes überzeugend zu lösen.

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David Berger
David Bergerhttps://philosophia-perennis.com/
David Berger (Jg. 1968) war nach Promotion (Dr. phil.) und Habilitation (Dr. theol.) viele Jahre Professor im Vatikan. 2010 Outing: Es erscheint das zum Bestseller werdende Buch "Der heilige Schein". Anschließend zwei Jahre Chefredakteur eines Gay-Magazins, Rauswurf wegen zu offener Islamkritik. Seit 2016 Blogger (philosophia-perennis) und freier Journalist (u.a. für die Die Zeit, Junge Freiheit, The European).

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