Kein spontanes Chaos: Paris brennt nach dem PSG-Sieg

(David Berger) Nach dem Champions-League-Sieg von PSG kam es in Teilen von Paris zu Ausschreitungen, Vandalismus, Plünderungen und Zusammenstößen mit der Polizei. Straßen wurden zeitweise blockiert, Fahrzeuge beschädigt und Einsatzkräfte waren an mehreren Orten im Einsatz. Wer Warnungen über Parallelgesellschaften, Integrationsversagen und schwindende Autorität des Rechtsstaats jahrelang ignoriert, sollte aufhören, über solche Bilder überrascht zu sein. Wenn die Politik die Kontrolle aufgibt, holen sich andere die Straße. Das ist kein spontanes Chaos – das ist das vorhersehbare Ergebnis einer verfehlten Politik.

Eine explosive Welle anarchischer Gewalt hat die französische Hauptstadt ins absolute Chaos gestürzt, nachdem der dramatische Champions-League-Sieg von Paris Saint-Germain im Elfmeterschießen gegen Arsenal einen massiven, von Gewalt geprägten Aufruhr in ganz Paris ausgelöst hatte. Was eigentlich eine historische Fußballfeier werden sollte, verwandelte sich augenblicklich in ein rechtsfreies Schlachtfeld, als Tausende radikale Ultras heftige Auseinandersetzungen mit schwer ausgerüsteten Polizeikräften führten. Dies veranlasste das französische Innenministerium, landesweit 22.000 Polizeibeamte einzusetzen, darunter allein 8.000 in Paris.

Die Strafverfolgungsbehörden bestätigten, dass in ganz Frankreich insgesamt 416 Personen festgenommen wurden. In Paris wurden 283 gewaltbereite Störer in Gewahrsam genommen, nachdem feindselige Menschenmengen Feuerwerkskörper, Ziegelsteine und andere Wurfgeschosse auf Polizeiketten geschleudert und dabei sieben Beamte verletzt hatten.

„Il n’y a qu’en France“

Die außer Kontrolle geratenen Menschenmengen setzten mehrere Fahrzeuge in Brand, plünderten lokale Geschäfte und versuchten aggressiv, eine Polizeiwache mit erhöhten Sicherheitsvorkehrungen im wohlhabenden 8. Arrondissement zu stürmen, wurden jedoch durch Tränengaseinsätze und Polizeivorstöße zurückgedrängt.

Während Rauchschwaden über den berühmten Champs-Élysées aufstiegen und Straßensperren wichtige Ringstraßen der Stadt lahmlegten, legten die Ausschreitungen nach Ansicht des Verfassers die tief verwurzelten Sicherheitsprobleme des französischen Staates offen, die sich hinter der Fassade einer Sportveranstaltung zeigten.

Wer die Probleme von Parallelgesellschaften, mangelnder Integration und schwacher Rechtsdurchsetzung jahrelang ignoriert, sollte sich über solche Bilder nicht wundern. Ein Staat, der Kontrolle verliert, erntet früher oder später Chaos.

Marine Le Pen dazu: „Il n’y a qu’en France où la victoire d’un club de foot provoque des émeutes. Il n’y a qu’en France où chacun se sent obligé de s’enfermer chez soi un soir de victoire pour éviter d’être confronté à des violences (Nur in Frankreich löst der Sieg eines Fußballclubs Krawalle aus. Nur in Frankreich haben Menschen an einem Abend des Triumphs das Gefühl, lieber zu Hause zu bleiben, um Gewalt und Ausschreitungen aus dem Weg zu gehen.)“

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David Berger
David Bergerhttps://philosophia-perennis.com/
David Berger (Jg. 1968) war nach Promotion (Dr. phil.) und Habilitation (Dr. theol.) viele Jahre Professor im Vatikan. 2010 Outing: Es erscheint das zum Bestseller werdende Buch "Der heilige Schein". Anschließend zwei Jahre Chefredakteur eines Gay-Magazins, Rauswurf wegen zu offener Islamkritik. Seit 2016 Blogger (philosophia-perennis) und freier Journalist (u.a. für die Die Zeit, Junge Freiheit, The European).

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