Muezzinruf in Köln – Regisseur fordert Erlaubnis auch für anti-islamischen Bekenntnisruf

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(David Berger) Nachdem die Stadt Köln 35 Moscheen erlaubt hat, den Muezzinruf öffentlich durchzuführen, hat der bekannte Kölner Autor, Blogger, Moderator, Regisseur, Comedian und Schauspieler Gerd Buurmann bei der Stadt angefragt, wann er einen atheistischen Gebetsruf über die Kölner Dächer erschallen lassen darf. Eine für Buurmann gefährliche wie für uns alle dringend nötige Provokation.

„Es gibt keinen Gott außer Allah, Mohammed ist Allahs Gesandter. Eilt zum Gebet.“ – Anfang Oktober hat die Stadt Köln bekannt gegeben, dass dieser Bekenntnisruf bald auch in Köln zu hören sein wird. Oberbürgermeisterin Henriette Reker habe einen zweijährigen „Modellversuch“ gestartet, der es den 35 Moscheen der Stadt erlaube, den Ruf öffentlich von den Lautsprechern der Moscheen über die Stadtviertel erschallen zu lassen.

„Auf zur Ketzerei! Allah ist nicht groß! Es gibt keinen Gott, auch nicht Allah“

Am 15. Oktober 2021 hat daraufhin der bekannte Kölner Künstler, Moderator und Blogger Gerd Burrmann folgende Frage an die Stadt Köln daraufhin bezüglich der Religionsfreiheit gestellt:

„Hiermit bitte ich um Klärung der Frage, in welcher Zeit der Woche ich den folgenden Aufruf laut via elektronischer Verstärkung durch die Straßen und über die Dächer Kölns erschallen lassen darf:

„Allah ist nicht groß! Ich glaube, dass es keinen Gott gibt, auch nicht Allah. Ich erkläre, dass Mohammed kein Gesandter Gottes war. Lasst das Gebet! Auf zum besten Zweifeln! Auf zur Ketzerei! Allah ist nicht groß! Es gibt keinen Gott, auch nicht Allah.“

Ganze 7 Tage hat das „Diversity-Team“ der Domstadt dann gebraucht, um Buurmann eine – vermutlich im Ordner „Antworten auf kritische Zuschriften zu Muezzinruf“ liegende Standardantwort zukommen zu lassen, die auf die Frage überhaupt nicht eingeht:

In Deutschland stelle die Religionsfreiheit ein Grundrecht dar, das in Artikel 4 des Grundgesetzes verankert sei. Auch die EU habe ein ähnliches Rechst-Verständnis. Seit viele Jahren sei der Islam, „wie viele andere Religionen auch, ein fester Bestandteil der deutschen Gesellschaft“. Zudem seien bereits während der Einschränkungen zur (angeblichen) Corona-Pandemie Muezzinrufe innerhalb des Stadtgebietes täglich zur Mittagszeit und während des Ramadans 2020 ebenfalls täglich zur Mittagszeit geduldet worden. Aus diesem Grund habe sich die Stadt Köln entschlossen, ein zunächst auf zwei Jahre befristetes Modellprojekt durchzuführen. Eine konkrete Antwort auf die Frage Buurmanns sucht man vergeblich.

Diversity-Team mit Vielfalt überfordert

Auf diesen im Hinblick auf seine Anfrage völlig nichtssagenden Brief hat der Kölner Blogger (Foto) nun noch einmal nachgelegt:

(c) Antonio Ruiz Tamayo, CC BY-SA 4.0 <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0>, via Wikimedia Commons

„Sehr geehrtes Diversity-Team,

Vermutlich ist Ihnen ein bedauerlicher Fehler unterlaufen, denn Sie haben mir eine Mail geschickt, die offensichtlich für jemanden anderes bestimmt war, da dort meine Frage nicht beantwortet wird. Ich hoffe, Sie können noch ausfindig machen, für wen diese Antwort eigentlich gedacht war.

Können Sie mir bitte meine Frage beantworten? Sie lautet: Ich bitte um Klärung der Frage, in welcher Zeit der Woche ich den folgenden Aufruf laut via elektronischer Verstärkung durch die Straßen und über die Dächer Kölns erschallen lassen darf:

„Allah ist nicht groß! Ich glaube, dass es keinen Gott gibt, auch nicht Allah. Ich erkläre, dass Mohammed kein Gesandter Gottes war. Lasst das Gebet! Auf zum besten Zweifeln! Auf zur Ketzerei! Allah ist nicht groß! Es gibt keinen Gott, auch nicht Allah.“

Wann darf die in Wort und Ton laut verstärkte, regelmäßige und friedlich vorgetragene Ablehnung des Islams über Köln erklingen?

Gerade für all die Menschen, die im Namen des Islams verfolgt, unterdrückt, gequält und erniedrigt wurden, kann es durchaus etwas bedeuten, wenn wir in unserer weltoffenen Stadt auch diesen Biographien Rechnung tragen. So werden auch die Interessen der hier unter dem Islam leidenden Menschen vertreten und ihre individuelle Geschichte mit dem Islam akzeptiert.

Menschen, die unter einem fundamentalistischen Islam leiden, viele von ihnen hier geboren, sind fester Teil der Kölner Stadtgesellschaft. Wer das anzweifelt, stellt die Kölner Identität und die individuellen Leidensgeschichten infrage. Wenn wir in unserer Stadt neben dem Ruf des Muezzins auch den Ruf der Kritiker des Islams hören, zeigt das, dass in Köln Vielfalt geschätzt und gelebt wird.

Meine Frage lautet: Wann darf die in Wort und Ton laut verstärkte, regelmäßige und friedlich vorgetragene Ablehnung des Islams über Köln erklingen?“

Buurmann in Gefahr

Wer ein wenig um den im Vergleich zu anderen Religionen übermäßig gewalttätigen Glaubenseifer einiger Muslime kennt, weiß, in welche Gefahr Buurmann sich mit solch einer Anfrage begibt. Vor diesem Hintergrund ist das bisherige Agieren der Stadt Köln als schlicht menschenverachtend einzuschätzen.

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