Es war ein Desaster mit Ansage: Der Abzug westlicher Truppen aus Afghanistan versinkt im Chaos, westliche Regierungen blamieren sich bis auf die Knochen, die Taliban haben in kürzester Zeit das Land samt der Hauptstadt Kabul zurückerobert.

Bei JF-TV kommt dazu die stellvertretende Vorsitzende des Bundes Deutscher Einsatz-Veteranen, Dunja Neukam, zu Wort. Sie war selbst viermal als Intensivkrankenschwester und psychologische Beraterin in Afghanistan. Im Interview zeigt sie sich „fassungslos“ vom schnellen Siegeszug der Taliban. Daß nach dem Abzug einige Regionen an die Islamisten fallen würden, hätte man erwartet, doch daß die afghanische Armee, vom Westen ausgebildet und ausgerüstet, quasi kampflos aufgeben würde, hätte sie nicht erwartet.

„Die sind alle entsetzt, das hätte keiner so für möglich gehalten.“

Besonders schlimm wirken sich die Bilder laut Neukam auf Afghanistanveteranen der #Bundeswehr aus: „Die sind alle entsetzt, das hätte keiner so für möglich gehalten.“

Im zweiten Teil der Sendung kommt JF-Chefredakteur Dieter Stein zum Afghanistan-Desaster und dem Versagen der Bundesregierung zu Wort, dem sich die JUNGE FREIHEIT in ihrer aktuellen Ausgabe mit einem Themenschwerpunkt widmet. Stein warnt vor einer neuerlichen Asylkrise, Deutschland und Europa müßten klarmachen, daß die Grenzen geschlossen bleiben.

„Offenbarungseid“

Einzig im Falle der Ortskräfte, die der Bundeswehr aktiv geholfen haben, sieht der JF-Chefredakteur eine moralische Pflicht zur Hilfe. Das aber sei durch die Bundesregierung „sträflich vernachlässigt“ worden. Ohnehin sei der gesamte mißglückte Truppenabzug samt der viel zu späten Evakuierung ein „Offenbarungseid“.

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