Gestern Abend gegen 20 Uhr gab es einen Terroranschlag in Wien mit bislang 3 Toten und 15 Verletzten. Die Angaben der Behörden sind spärlich, über Täter und Tatmotiv hält man sich bewusst bedeckt.

Offenbar wurde in der Innenstadt willkürlich auf Passanten geschossen. Es ist von mindestens 2 Tätern die Rede, von denen einer von der Polizei erschossen wurde und der andere noch auf der Flucht ist, weshalb die gesamte Stadt in Alarmbereitschaft ist und Kinder für den heutigen Tag vom Schulbesuch freigestellt wurden.

Der erschossene Attentäter war mit Langwaffe (Gewehr), Pistole und Machete bewaffnet und trug darüber hinaus einen Sprengstoffgürtel, der sich aber als Attrappe herausstellte.

Da es bislang keine konkreteren Angaben zu den Ereignissen gibt, verzichte ich auf politische oder moralische Bewertung und empfehle, heute im Laufe des Tages die Medienberichte zu verfolgen.

Erste Online-Schlagzeilen u. a. von ZDF und BILD mutmaßten reflexartig einen Anschlag auf eine Synagoge mit rechtsextremem Hintergrund.

Es scheint aber so, dass nur zufällig eine Synagoge in der Nähe war. Das Tatmuster spricht eher für ein islamistisches Hass-Attentat. Offenbar wurde bewusst der Abend vor einem neuerlichen Lockdown gewählt, um in der Innenstadt viele Nachtschwärmer anzutreffen.

Jihadistischer Bekenner

Das auf die Überwachung islamistischer Websites spezialisierte US-Unternehmen SITE hat auf seiner Homepage den Post eines Jihadisten zu dem mutmaßlichen Anschlag in Wien zitiert:

„Der Angriff in Wien ist ‚Teil der Rechnung‘ für die österreichische Beteiligung an der US-geführten Koalition.“

https://news.siteintelgroup.com/Jihadist-News/jihadist-says-vienna-attack-part-of-the-bill-for-austrian-involvement-in-us-led-coalition.html

Da konkrete Infos im vorliegenden Fall noch fehlen, hier vorerst eine kleine Liste zurückliegender Attentate in der weitgehend friedlichen Stadt Wien, basierend auf der Global Terrorism Database.

  • 24. Mai 2009: Bei einem Anschlag fundamentalistischer Sikhs auf einen Tempel in Wien-Rudolfsheim wird ein aus Indien angereister Guru getötet, neun weitere Personen teils schwer verletzt.
  • 11. April 1995: Bei einem misslungenen Anschlag auf einen Starkstrommasten in Ebergassing bei Wien sterben die beiden mutmaßlich linksradikalen Attentäter Gregor Thaler und Peter Konicek.
  • 13. Juli 1989: Iranische Agenten erschießen in einer Wiener Privatwohnung drei hochrangige kurdische Politiker, darunter den österreichischen Staatsbürger Fadel Rasoul.
  • 27. Dezember 1985: Bei einem Anschlag der palästinensischen Abu Nidal-Gruppe auf den Schalter der israelischen Fluglinie El Al am Flughafen Wien werden drei Passagiere und ein Attentäter getötet, 38 weitere Personen verletzt. Bei einem zeitgleichen Anschlag in Rom gibt es 16 Tote.
  • 19. November 1984: Der türkische Diplomat Enver Ergun wird am Wiener Schottenring in seinem Auto erschossen. Der Täter kann fliehen. Zum Anschlag bekennen sich armenische Extremisten. Bereits am 20. Juni war ein weiterer türkischer Diplomat Opfer eines Anschlags geworden.
  • 29. August 1981: Ein palästinensisches Terrorkommando überfällt die Synagoge in der Wiener Seitenstettengasse. Der Pensionist Nathan Fried und die 25-jährige Ulrike Kohut werden getötet, zahlreiche Menschen verletzt.
  • 1. Mai 1981: Die palästinensische Abu Nidal-Gruppe ermordet den Wiener Stadtrat und Präsidenten der Österreichisch-israelischen Gesellschaft, Heinz Nittel (SPÖ).
  • 21. Dezember 1975: Ein Kommando unter dem berüchtigten Terroristen „Carlos“ überfällt die Opec-Zentrale in Wien. Es gibt drei Tote und viele Verletzte.