(David Berger) Nach der Eventnacht von Stuttgart melden sich nun auch Fachleute zu Wort. Peter K. (32) ist Event-Manager in Stuttgart. Wie kein zweiter kennt er die Eventszene von Stuttgart. Und er ist der festen Überzeugung, dass sich Stuttgart szenemäßig am letzten Wochenende als hippester Hotspot des Partylebens in ganz Europa gezeigt habe. Dies sie ihm spätestens in dem Augenblick klar geworden, als „Allahu Akbar“-Partyrufe durch die Innenstadt schallten.

Nach der Partynacht am vergangenen Wochenende in Stuttgart zeigt sich der jugendlich wirkende Event-Manager mit der Chebli-Uhr am Handgelenk im Gespräch mit PP zunächst begeistert:

Endlich spricht sich in der Republik herum, dass nicht nur die großen Städte wie Berlin oder Köln Party können, sondern auch das eher für spießig gehaltene Banden-Württemberg („Spare, spare, Häusle baue“) – bislang Geheimtipp in der Partyszene – einiges zu bieten habe. (Er lacht sehr laut über seinen Versprecher).

Schon angesichts des Berliner „Karneval der Kulturen“ und der 2015er Loveparade auf der Balkanroute habe man in Stuttgart ein Eventkonzept entwickelt, das die Buntheit und multikulturelle Vielfalt in Deutschland zum Ausdruck kommen lässt. „Was die in Berlin können, das können wir hier in Stuttgart doch viel besser“ – habe ihm damals ein politisch engagierter Studentenpfarrer bei einem Date gesagt. Dass dies – nicht zuletzt angesichts der Wahlsiege der Grünen im Ländle – gelungen sei, habe sich am letzten Wochenende in Stuttgart gezeigt.

„Allahu Akbar“-Rufe: „Ich musste vor Freude heulen!“

Als er noch die Anreise von Party-POCs aus Vororten Stuttgarts geregelt habe, seien schon in der Innenstadt unter den Feierende erste „Allahu Akbar“-Rufe zu hören gewesen. Ein Ruf der Freude in der neuen Eventszene, der sich immer mehr durchsetze.

Bislang habe er das nur aus der Eventszene von Syrien und dem Irak, einigen Vororten von Paris und Brüssel gekannt und nun zum ersten mal auf einem Event in Stuttgart gehört. „Allahu Akbar“ gelte in der der Eventszene inzwischen als der hippeste Partyruf, sagt er fast ein wenig feierlich.

Man sieht dem Mann an, wie bewegt er noch immer ist. Ihm seien die Tränen aus lauter Freude und Bewegtheit gekommen: Dass sich die Stuttgarter Eventszene so schnell auf ein internationales Level bewegt habe, hätte nicht einmal er für möglich gehalten. Obwohl er das spätestens seit 2015 und angesichts der Unterstützung antirassistischer Partygruppen durch die Bundesregierung geahnt hatte.

Grenzen wieder auf: Der Liefernotstand für Partydrogen durch Corona ist zuende

„Und das schon kurz nach Corona“ – zeigt sich Peter noch immer euphorisch – Corona, das war eine Zeit, in der auch in Stuttgart, nicht zuletzt aufgrund der geschlossenen Grenzen, ein echter Liefernotstand für Partydrogen geherrscht habe. Der sei nun zuende: „Ist doch klar, dass die Leute das jetzt nachholen wollen, was ihnen verwehrt wurde.“ Durch die Corona-Subventionen sei auch bei vielen nun das Kleingeld da, um die Partylaune mit den richtigen „Vitaminen“ erst so richtig zum Krachen zu bringen.

Und die Polizei?, fragen wir von PP, einen Wermutstropfen in den Becher der Freude gießend: Die war zunächst überfordert, habe den Feiernden ihre Party nicht so recht gegönnt und sogar rassistsiche Tendenzen gezeigt.

Aber: „Wir haben den Brüdarn gezeigt, wem die Party gehört“. Dass das eine Entwicklung sei, die eigentlich nicht mehr aufhaltbar sei, habe die Polizei doch längst erkannt.

Und: „Die Party wird weitergehen, nächstes mal feiert die Polizei mit!“, zeigt sich Peter euphorisch.

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