„Alles was wir benötigen, ist die eine richtig große Krise, und die Nationen werden die neue Weltordnung akzeptieren.“ David Rockefeller (1994) – Wo kommt der Begriff „neue Normalität“ her, was soll er bedeuten und welche Gefahren birgt er? Ein Gastbeitrag von Pommes Leibowitz

Es waren zwei Österreicher, die den Begriff im deutschsprachigen Raum etablierten. Bundeskanzler Kurz verwendete ihn Anfang 2020, um die von ihm verordnete Aushöhlung der Bürgerrechte zu rechtfertigen und zu zementieren. Deutsche Politiker übernahmen ihn wenig später. Der österreichische Philosoph Paul Sailer-Wlasits aber prägte ihn bereits 2018, um genau solche Entwicklungen zu kritisieren und davor zu warnen. Er hatte ihn primär zur Beschreibung des Phänomens Trump und des weltweit aufstrebenden sogenannten Rechtspopulismus angewendet.

„Normal“ als Ausdruck sprachlicher Gewalt

Und so äußert sich Paul Sailer-Wlasits in einem Interview mit Telepolis auch entsprechend kritisch zum Missbrauch seiner Wortschöpfung durch österreichische und deutsche Politiker.

„Sobald etwas als ’normal‘ deklariert wird, ist bereits die Komponente der sprachlichen Gewalt mit im Spiel. Denn es ist dann sehr leicht, jegliche Abweichung von diesem Normalen anzuprangern, als politische oder gar geistige Abnormität zu brandmarken. Der Weg zu autoritärem Denken wäre dann nicht mehr weit. Verantwortungsvolle Politik sollte die Distanz zu solchen Denkschemata daher niemals leichtfertig verringern.“

Paul Sailer-Wlasits

„Die politische Sprache reüssiert auf dem „Sprachmarkt“ nicht durch Wahrhaftigkeit, sondern dadurch, dass eine gesellschaftliche Mehrheit Aussagen für wahr hält. Das für-wahr-Gehaltene reicht für das Gewinnen von Wahlen völlig aus.“ (Das komplette Interview auf Telepolis)

In den USA gibt es den Begriff „New Normal“ bereits seit der letzten Finanzkrise und dort tauchte er in unterschiedlichsten meist negativen Bedeutungen auf. Es scheint aber, dass man im Zuge von Corona die Kurzsche Interpretation weltweit übernimmt.

Für den kritischen Beobachter stellen sich eine Reihe von Fragen:

  • Warum wird etwas, das nicht normal (alltäglich) ist, also die politischen Maßnahmen gegen Corona, als neue Normalität bezeichnet?
  • Warum wird etwas, das wiederum völlig normal ist, nämlich weltweite Epidemien mit Tausenden Toten, als NEUE Normalität bezeichnet?
  • Warum trifft die komplette Welt fast gleichzeitig Maßnahmen, die zuvor von WHO, RKI, den meisten Experten und den meisten Regierungen (inklusive der Deutschen) abgelehnt wurden. Kaum haben sich die Regierungen eingeschaltet, werden die gleichen Maßnahmen aber nur noch von unabhängigen Experten abgelehnt und von politik- und regierungsnahen und weisungsgebundenen Experten (WHO, RKI) in Totalwende befürwortet.
  • Warum verbreiten die Medien weltweit nahezu geschlossen bewusste Panikmache durch aus dem Zusammenhang genommene Zahlen, vorsätzlich oder aus Dummheit fehlinterpretierte Sterberaten und emotionalisierende Bilder von Särgen und weinenden Menschen? Wenig später tauchen sowohl in Deutschland als auch in Österreich geleakte interne Regierungspapiere auf, die offenbar genau das – das Erzeugen von Panik – geplant hatten.
  • Warum werden ohne jede Risikoabwägung und Expertenbefragung Maßnahmen getroffen, die wissenschaftlich umstritten sind, großenteils als nutzlos angesehen werden und selbst von regierungsnahen Beratern zunächst verlacht wurden (z. B. Drosten im Bezug auf Masken), auf einmal als unbedingt nötig und unverzichtbar angesehen? An der wissenschaftlichen Erfahrungsbasis, dass nicht pharmazeutische Maßnahmen gegen Epidemien weitgehend wirkungs- und nutzlos sind (was ja inzwischen auch durch immer mehr Studien bewiesen wird), hat sich bis heute nichts geändert.
  • Warum werden keine Studien in Auftrag gegeben, um die weltweiten Vorgänge objektiv und repräsentativ zu untersuchen? Die wenigen Studien, die es gibt, sind überwiegend privat finanziert und widersprechen fast geschlossen den offiziellen Darstellungen, werden aber durch eilig zusammengeschustere Pseudostudien und lächerliche da nicht evidenzbasierte Mathematische Modelle „widerlegt“.
  • Warum wird Kritik an den Maßnahmen so unverhältnismäßig und vor allem undemokratisch bekämpft, mit Maßnahmen, wie man sie nur aus Diktaturen kennt: Rufmord an den Kritikern, Abschalten der Internetauftritte, teilweise Einweisung in die Irrenanstalt, und schließlich das Prägen neuer Kampfbegriffe zur Diffamierung von Kritikern (Verschwörungstheoretiker, Leugner etc.)
  • Warum werden in den Medien auf einmal Parolen verbreitet, wie man sie zuvor nur aus Orwells „1984“ oder vielleicht China kannte? Überall werden ebenso einprägsame wie infantile Sprüche wie „Wir bleiben zuhause“, „zusammenhalten in der (herbeigeredeten) Krise“ gehirnwäscheartig über die allgegenwärtigen Medien in die Ohren, Augen und Hirne gehämmert.
  • Warum kommen auf einmal, wie aus der Schublade, Pläne auf den Tisch, die jeder demokratischen Gesellschaft zuwider laufen: Digitale Überwachung, Datenschutzaushebelung, Aufhebung der Bürgerrechte, Zwangstests und Zwangsimpfungen. Und das obwohl Corona nirgendwo in der Welt an den Grundfesten der Gesellschaft rüttelte, in den meisten Ländern sogar harmloser als vergangene Grippewellen verlief und schon VOR den Maßnahmen wieder im Abklingen war?

Und, ich wiederhole: Warum werden all diese befremdlichen, allemal verdächtigen Vorgänge als Neue Normalität bezeichnet?

Wen diese Fragen nicht zumindest nachdenklich machen, der hat das Denken längst ad acta gelegt.

„Alles was wir benötigen, ist die eine richtig große Krise, und die Nationen werden die neue Weltordnung akzeptieren.“ David Rockefeller (1994)

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