(David Berger) Liberale und Konservative können etwas, was Linke in der Regel nicht können: Dem politischen Gegner mit Toleranz, Respekt und – wenn es von der Sache her geboten ist – auch mit Zustimmung und Lob entgegen zu treten.

Aus diesem Grund haben wir heute einen Tweet der Grünen im Bundestag zum „Tweet des Tages“ gemacht, der die Essenz der Rede von Annalena Baerbock zur Frage des Spahn-Gesetzentwurfes enthält:

„Wir stimmen heute über eine hochethische Frage ab. Wie retten wir mehr Leben? Wir stimmen aber auch darüber ab: Wem gehört der Mensch? In unseren Augen gehört er nicht dem Staat & der Gesellschaft. Er gehört sich selbst. Ungefragt. Ohne Widerspruch. – @ABaerbock“

Der Mensch gehört nicht dem Staat und der Gesellschaft

„Wem gehört der Mensch? In unseren Augen gehört er nicht dem Staat & der Gesellschaft.!“ Wow, liebe Grüne, damit habt Ihr – zum meiner positiven Überraschung — gezeigt, dass ihr in dieser wichtigen Grundsatzfrage dem Menschenbild des jüdisch-christlichen Abendlandes und seiner großen liberal-konservativen Tradition näher steht als die Union, die mit dem Spahn-Entwurf gezeigt hat, wie weit sie von ihren einstmaligen Idealen entfernt ist und wie sehr man bereit ist, totalitäres Denken in die Praxis umzusetzen!

Dass der Gesetzentwurf, der nun die Mehrheit bekommen hat, dennoch einige Mängel aufweist, hat Michael Laack bereits heute Vormittag aufgezeigt. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass ein Gesetzesentwurf mit guten Argumenten und auf der Basis eines die Menschenwürde wahrenden Denkens gescheitert ist.

Danke dafür, liebe Grüne, und danke an den Bundestag, dass er dem Vorstoß Spahns nicht gefolgt ist!

Beatrix von Storch: „Der Mensch ist nicht Eigentum des Staates“

Und für alle Leser, die jetzt befürchten, PP würde grün werden: Beatrix von Storch hat sich ganz ähnlich nach der Entscheidung geäußert: „Gott sei’s gedankt! Das ist kein Egoismus Herr Spahn und Herr Oppermann, das ist die Bewahrung der Würde des Menschen – über seinen Tod hinaus. Der Mensch ist nicht Eigentum des Staates, sondern frei geboren und so muss es bleiben.“