(David Berger) Mit „Freilich“ ist seit drei Monaten ein neues Printmagazin auf dem Markt, das das Spektrum der freien Medien auf ganz besonderes Weise bereichert. Wir haben mit dem Chefredakteur Ulrich Novak über das Projekt gesprochen.

Es liegt sicher nicht nur daran, dass sich selbst meine Generation um die 50 schon so sehr an Internet-Magazine gewöhnt hat, dass man erst einmal beeindruckt ist, wenn man dieses neue Magazin in die Hand nimmt und anfängt drin zu blättern. Vom Layout, der Druckqualität und dem Format kann das neue Magazin „Freilich“ mit luxuriösen Coffetable-Magazinen mithalten. „Europa wählt sich selbst“, „Reden wir über Migration“ und „Deutschland von rechts“ sind die ersten drei Cover-Storys, mit denen das neue Magazin im Februar auf den Markt gegangen ist.

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David Berger: Die Auflagenzahlen im gesamten Printpressebereich sinken derzeit (sieht man von ein paar Ausnahmen wie die „Zeit“ oder „Junge Freiheit“ ab) – was motiviert einen, in solch einer eher düsteren Lage dennoch mit einem Printmagazin auf den Markt zu gehen?

Ulrich Novak: In der W&V vom 18. August 2018 steht, dass 57% aller Zeitungsleser daran glauben, dass Print-Medien in den nächsten zehn Jahren immer noch am Leben sein werden. Wir haben uns dieser Meinung angeschlossen, weil Print unter anderem konservativ ist. Eine gedruckte Zeitung ist „langsam“ – slow- statt junk food, sie ist schön, sie ist in dieser Form bewährt und sie ist, weil sie in sich lithisch scheint, auch hochwertiger.

„…weil Print unter anderem konservativ ist“

Außerdem haben wir eine Leserschaft angepeilt, die sich – Entschuldigung, PP!  – von der Schnelllebigkeit der Blogs und Vlogs wieder hinwendet zum tiefer und nachhaltiger verfertigten journalistischen „Produkt“. Und vergessen Sie nicht das optisch-haptische und olfaktorische Erlebnis beim Aufschlagen eines schön designten und gelayouteten, frisch gedruckten Magazins. Kurz und gut: Wir glauben einfach bei unseren Lesern mit Print zu landen.

DB: Freilich ist sehr aufwändig gestaltet (Papierqualität, Layout/Design usw.). Da muss man erst mal eine Menge Geld reinstecken, um überhaupt an den Start zu gehen und das erste Jahr zu überstehen. Sind an der Finanzierung Parteien oder parteinahe Institutionen beteiligt? Wie schwierig ist es für solch ein Magazin Werbekunden zu aktivieren?

Ulrich Novak: Die Freilich (https://freilich-magazin.at/) hat in der Tat einen gewissen Geldbedarf, der bisher u.a. über eine wachsende Abonnement-Zahl von Lesern, die von dem neuen Projekt höchst angetan sind, einigermaßen  finanziert werden konnte. Geholfen haben auch Spenden und Anzeigen. Wir werden von keiner Partei oder parteinahen Institution finanziell unterstützt, obwohl wir den österreichischen Freiheitlichen und der AfD in den politisch-weltanschaulichen Positionen sicher nahe stehen. Das Projekt muss sich allerdings ökonomisch gesehen demnächst rechnen, weshalb wir für Abos, die wir für den Königsweg halten, und Spenden etc. natürlich sehr dankbar sind.

Zum Thema „Anzeigen“: Anzeigenkunden zu generieren, ist extrem schwierig, weil es einerseits den meisten Werbetreibenden durch Annoncen in unsrem Blatt wohl nicht behagt, „politisch“ schubladisiert und dann vom Markt ausgegrenzt werden zu können, und weil andererseits auch ein professioneller Vermarkter fehlt, der den ganzen Bereich der Freien Medien als kontaktstarkes Kanalportfolio mit hochinteressanten Zielgruppenmilieus begreift. Eine Geschichte übrigens, über die wir auch nachdenken

DB: Wie hoch ist die Auflage?

Ulrich Novak: Wir haben uns aus werblichen Gründen entschieden, die ersten Auflagen bei 10.000 Stück zu halten. Davon gingen bisher viele Freiexemplare weg, die uns als Akquise-Maßnahme helfen sollen, einen soliden Abo-Stamm aufzubauen. Wir werden uns sicher irgendwann in diesem Jahr auf diesem Level einpendeln.

DB: Das Magazin wird in Österreich gemacht – inwiefern ist es dennoch für Leser aus Deutschland von Interesse?

Ulrich Novak: Wo eine Sprache, ein Kulturraum, da existieren meistens auch gemeinsame politische Interessen bzw. Problemstellungen. Auf die Verbindungen in historischer wie ökonomischer Sicht zwischen der Bundesrepublik Österreich und der Bundesrepublik Deutschland hinzuweisen, ist hier müßig. Fakt ist, dass aufgrund vieler politischer Tatsachen Österreich und die BR Deutschland gewissermaßen im gleichen Boot sitzen und wir uns als Redakteure der Freilich, deren Redaktion übrigens zu gleichen Teilen aus Bundesdeutschen und Österreichern besteht, vor allem um die Darstellung der Artikulation von freiheitlich patriotischen Bewegungen bemühen, die zur Zeit die politische Landschaft Europas so ziemlich auf den Kopf kehren.

„Wir haben unsere Erstausgabe mit einem großen Salvini-Interview eröffnet“

Wir sind dabei nicht alleine, zumal der sogenannte Rechtspopulismus und aber auch die Neue Rechte (legal! J) grenzüberschreitende Phänomene darstellen. Wir haben z.B. unsere Erstausgabe mit einem großen Salvini-Interview eröffnet, durften danach den großen, alten Mann der deutschen Konservativen, Alexander Gauland, befragen und hatten im jüngsten Heft Harald Vilimsky im Gespräch, der die wahren Interessen Europas zusammen mit andren Freiheitlichen laut und hoffentlich effizient auf die Agenda der Brüsseler Eurokratie setzen wird.

DB: Was bietet das Magazin, das ich online nicht (kostenlos) haben kann?

Ulrich Novak: Trotz unseres Bekenntnisses zu den Print-Medien, verfolgen wir auch eine parallele Digital-Strategie. Dies betrifft nicht nur unser Marketing, sondern auch die Nähe zu unseren Lesern und die notwendigerweise aufzufangende tagespolitische Aktualität. Hier sind viele Überlegungen im Raum, in den nächsten Monaten werden wir ansprechende Lösungen präsentieren. Aber unabhängig vom Vertriebskanal und der Erscheinungsform bietet die Freilich einen Überblick auf diejenige Politik im nicht nur deutschsprachigen Raum, die unsere Lebensinteressen massiv und direkt berührt.

Wir liefern u.a. Einsichten in die politisch-ökonomischen Entwürfe der europäischen Rechten und bieten eine Debattenplattform, auf der man ab einem gewissen Niveau und mit einer gehörigen Portion Anstand und legalem Wirkpotential zugelassen ist. Wir wollen, dass sich das junge Europa, ob männlich oder weiblich, politisch theoretisch aber auch über die Reportage, Hintergrundberichte und den Kommentar bei uns äußert. Auch die alte Rechte und die Linke schließen wir nicht aus, Worthülsen und sattsam bekannt Verlogenes hat bei uns allerdings keinen Platz.

Apropos kostenloses Abrufen sei nicht möglich, kleine Korrektur, die ersten drei Ausgaben können Sie völlig problemlos in digitaler Form bei Issu genießen.

DB: Gibt es bereits erste Rückmeldungen von Lesern/Presse/Kritikern?

Ulrich Novak: Eigentlich zeigen sich alle begeistert, obwohl natürlich gilt: Allen Leuten recht getan, ist eine Kunst, die keiner kann. Nichtsdestotrotz haben wir mit unsrem völlig neuen Konzept und Ansatz ein ambitioniertes Projekt aus der Taufe gehoben, das das Potential hat, vielleicht eine der führenden rechten Zeitschriften in Europa zu werden.

„Wir liefern Qualitätsjournalismus und eine hochwertige Informationsplattform“

Das setzt natürlich voraus, dass die aufstrebenden freiheitlichen Polit-Akteure in ihrem eigenen Interesse im deutschsprachigen Raum nicht nur Konferenzen für freie Medien einberufen, sondern auch handfeste Unterstützung leisten, um eine Medienlandschaft zu schaffen, die sachlich informativ rechts und nicht volkspädagogisch im linken Sinn unterwegs ist. Das kann über Abos oder Abo-Initiativen erfolgen, aber auch über Exklusivitätsrechte im Rahmen der Informationsstreuung, auch Spenden sind willkommen, Empfehlungen über Organisationsstrukturen oder schlicht und ergreifend fähige Köpfe, die schreiben können. Wir liefern v. v. Qualitätsjournalismus und eine hochwertige Informationsplattform, die sich für den plattitüdenmüden Leser wohltuend von den Elaboraten der stets skandalisierenden, links gleichgeschalteten Kampagnenjournalisten in den Mainstream-Medien deutlich unterscheiden.

DB: ich danke Ihnen für das Gespräch!

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Hier geht es zu den Bestellmöglichkeiten: Freilich – Das Magazin für Selbstdenker

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