Die Götter lächelten auf die Teilnehmer aus ganz Deutschland herab, die sie sich an diesem sonnigen Freitag des Pfingstwochenendes in Hambach sammelten, um ihren Spaziergang zum Hambacher Schloss anzutreten. Maria Schneider war dabei.

Mit flatternden schwarz-rot-goldenen Fahnen griffen sie das zweite Jahr in Folge die Tradition auf, bürgerlichen Protest gegen Unterdrückung und Knechtschaft durch ihren Marsch zum geschichtsträchtigen Hambacher Schloss Ausdruck zu verleihen.

Damals wie heute sind Freiheitskämpfer nicht wohlgelitten

Damals (27. Mai – 01. Juni 1832) wie heute geht es um nationale Einheit, Freiheit und Volkssouveränität. Damals wie heute geht es darum, Pfründe und verkrustete Machtverhältnisse aufzubrechen. Damals wie heute versucht die Presse, die Meinungsfreiheit zu knebeln. Und damals wie heute wird jeder, der sich dem Konformitätsdruck wiedersetzt, schikaniert, geächtet, in seiner beruflichen Existenz vernichtet oder verliert –-im schlimmsten Fall – sein Leben.

Wer hätte gedacht, dass diese Themen in unserer Zeit aktueller denn je sein würden? Trotz gleißender Sonne machten selbst zahlreiche ältere Personen den Marsch mit, obwohl sie sich einfach ein schönes Wochenende hätten gönnen können, um weiterhin ihre „Rente verfressen zu können“ – eine häufig zu hörende Aussage gutsituierter, kantenfreier Wirtschaftswunderrentner.

Auch bei der Kundgebung unterhalb des Schlosses hielt das Wetter an. Die Gewitterwolken zogen an uns vorbei – fast, als wollten sie ihre Zustimmung zu Max Ottes Vortrag zur Geschichte der bürgerlichen Opposition geben. Lediglich eine sanfte Brise ließ die Fahnen umso schöner im Wind stehen.

Es ist passend, dass diese Veranstaltung an Pfingsten stattfindet, hat der Heilige Geist doch die Jünger ausgesandt, seine frohe Botschaft in die Welt hinauszutragen.

Einigkeit macht stark

Die Botschaft, die ich am ersten Tag des „Hambacher Festes“ für mich vernommen habe, lautet: „Wir sind viele. Wir halten zusammen. Wir haben eine Geschichte, die uns als Vorbild dienen kann. Und: Einigkeit macht stark.“

Allein die heitere und fröhliche Atmosphäre und das Gemeinschaftsgefühl waren diese Erfahrung wert. Der Tag klang mit einem Abendessen in verschiedenen Wirtshäusern in der Umgebung mit Gesangseinlagen von Max Otte an der Gitarre aus.

Jeder hat ein Recht auf Heimat – auch wir

Mein Fazit: Ein rundum gelungener Tag. Es sollte mindestens zwei Mal im Jahr solche Ereignisse geben, damit uns wieder daran erinnern, wer wir sind, was wir schon alles geleistet haben und weiterhin leisten werden.

Für uns, unsere Heimat, unsere Kinder und Enkel. Denn: Jeder hat ein Recht auf Heimat – auch wir.

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